Jedes Jahr verunglücken Wintersportler und Bergbegeisterte nach Lawinenabgängen. Um ihnen im Notfall schnell helfen zu können, verstärken in den Wintermonaten Lawineneinsatzzüge des Bundesheeres bei Bedarf die Bergrettung in Westösterreich – eine für die Opfer oft lebensrettende Maßnahme.

Wenn zivile Kräfte der Bergrettung nicht mehr ausreichen, um große Lawineneinsätze zu bewältigen, wird das Bundesheer zur Hilfe gerufen. Das Militärkommando Salzburg hält dazu rund 120 speziell ausgebildete Soldaten einsatzbereit. Die Grundwehrdiener und Kadersoldaten der vier Salzburger Lawineneinsatzzüge trainieren seit Herbst für ihre anspruchsvolle Aufgabe.

Vor allem Erste Hilfe, Ski- und Alpinausbildung und Rettungstechniken stehen auf dem Ausbildungsprogramm. Heeresbergführer unterrichten die Soldaten auch im Umgang mit Lawinensonden sowie in der Bergung und dem Transport von Lawinenopfern auch bei widrigstem Wetter. Die Lawinenspezialisten des Bundesheeres können im Bedarfsfall die zivilen Behörden und Rettungsorganisationen bei der Suche, Rettung und Bergung von Verschütteten unterstützen.

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Bei der Verschüttensuche zählt jede Sekunde. Gemeinsam erfolgreich: Bundesheer und Bergrettung.

Grundsätzlich stellt das Bundesheer pro Bundesland in den Wintermonaten je einen Einsatzzug in der Stärke von jeweils rund 30 Soldaten und unterstützt so im Ernstfall, nach Anforderung durch eine Behörde, die Bergrettungen und Einsatzorganisationen. In Salzburg stehen aufgrund des alpinen Topographie während der Wintermonate sogar vier Lawineneinsatzzüge in den Kasernen in St. Johann (Pongau), Tamsweg (Lungau), Saalfelden (Pinzgau) und Hochfilzen (Tirol) bereit.

„Es ist selbstverständlich, dass wir unsere Expertise für Einsätze im Gebirge zur Verfügung stellen, wenn es darum geht, Menschenleben zu retten”, bekräftigt der Militärkommandant von Salzburg Brigadier Anton Waldner. „Unsere Soldaten stehen in den Wintermonaten zur Unterstützung der Behörden und Einsatzorganisationen bereit, was einen wichtigen Beitrag für die alpine Sicherheit darstellt.”

Die Lawineneinsatzzüge bestehen aus Berufssoldaten und Grundwehrdienern, die alle spezielle Gebirgsausbildungen absolviert haben. Im Einsatz führen sie eine komplette Schitourenausrüstung, Verpflegung für zwei Tage und ein Verschüttetensuchgerät mit sich. Außerdem versieht in jedem Einsatzzug ein Sanitäts-Unteroffizier Dienst, der in der Lage ist, vor Ort erweiterte Erste-Hilfe-Maßnahmen zu setzen.

Zusätzlich verfügt das Bundesheer über eigene Flugretter, die mit Hubschraubern der Typen Alouette III oder Agusta Bell 212 bereitgehalten werden. Die Helikopter können auch zur notärztlichen Versorgung und zum Transport Verletzter eingesetzt werden und sind außerdem für eine Windenbergung ausgerüstet.

Quelle@Bundesheer/Grossarl, Bundesheer/Pritz