Vor mehr als 20 Jahren wurde der Pandur 6×6 erfolgreich im Bundesheer eingeführt. Vor zwei Jahren begann nun der Zulauf von 34 neuen Pandur Evolution, die bei GDELS-Steyr in Wien-Simmering gefertigt werden.

Zentrales Thema bei der Beschaffung der neuen Pandur-Mannschaftstransporters war die „Überlebensfähigkeit” der Fahrzeuge. Einerseits ging es darum, die bis zu elf Mann starke Besatzung bestmöglich zu schützen, andererseits mussten aber auch die automotiven Komponenten so gestaltet werden, dass im Ernstfall das Fahrzeug aus einem Gefahrenbereich bewegt werden kann. Der Minen-, IED (Improvised Explosive Device = Sprengfallen) und ballistische Schutz wurde deshalb komplett überarbeitet. Außerdem wurde ein neues, leistungsstärkeres Powerpack (Motor/Getriebe) integriert.

Hier griffen die Techniker von GDELS-Steyr auf den im Pandur 8×8 bereits einsatzerprobten Cummins-Motor und ZF-Getriebe zurück. Der Mannschaftsraum ist nun modular gestaltet, eine hydraulische Heckrampe mit Nottüre ersetzt die Hecktüren mit Mittelsteg. Als Bewaffnung wird die im Bundesheer bereits erfolgreich eingeführte 12,7-mm-Waffenstation von ESLAIT integriert und zusätzlich ein 360-Grad-Kamerasystem. Das Fahrzeug kann unter klimatischen Bedingungen von minus 32 Grad Celsius bis plus 49 Grad Celsius problemlos betrieben werden.

Im Nachfolgenden gehen wir auf einige Highlights und technische Leistungsmerkmale des Pandur genauer ein:

@General Dynamics European Land Systems-SteyrLeistungsstarkes Powerpack
Die aus dem Pandur 8×8 bewährte und zuverlässige Kombination aus Cummins ISL 450 Motor und ZF Ecomat Getriebe wurde jetzt auch in den Pandur 6×6 integriert. Hohes Drehmoment von über 1.600 Nm und ein Leistungsgewicht von rund 25 PS pro Tonne sorgen für genügend Reserven in schwierigstem Gelände.

11 Mann Besatzung
Durch ein flexibles Innenraum-Konzept kann der neue Pandur 6×6 neben Fahrer, Kommandant und Bordschütze auch eine Schützengruppe von bis zu acht Mann aufnehmen.

Minen- und IED-Schutz
Passiver Schutz: Die Wannenhülle wurde auf die aktuellen Bedrohungsszenarien hin neu entwickelt, ohne dabei das Konzept des innenliegenden und damit geschützten Antriebsstranges über Bord zu werfen. Zusätzlich sorgt ein entkoppelter Innenboden für zusätzlichen Schutz der Besatzung.

@General Dynamics European Land Systems-SteyrElektronik, Logistik & C-130 luftverlastbar Ro/Ro
Auf den letzten Stand der Technik wurde auch die Elektronik gebracht, die bereits im britischen Ajax-Kettenfahrzeugprogramm zur Anwendung kommt. Das einfache Bedienungs- und Wartungskonzept des Pandur MTPzUN wurde auch in das neue Fahrzeug übernommen. Wichtig für das rasche Verlegen in Krisengebiete ist die Möglichkeit zur Verladung in die C-130 Hercules, ohne Umbauten am Fahrzeug vornehmen zu müssen (Anmerkung: Ro/Ro steht für „roll on – roll off”)

Hydraulische Heckrampe mit Nottüre
Das Ausbooten aus dem Fahrzeug erleichtert nun eine hydraulische Heckrampe. Im Falle einer Beschädigung garantiert eine in der Heckrampe integrierte Nottür das sichere Verlassen des Fahr­zeugs.

12,7-mm-Waffenstation
Als aktiver Schutz wird die im Bundesheer bereits eingeführte 12,7-mm-Waffenstation von ESLAIT integriert.

Lesen Sie dazu auch unser Interview mit GDELS-Geschäftsführer Martin Reischer. Hier geht es zu weiteren Meldungen rund um General Dynamics European Land Systems-Steyr, hier zu weiteren Meldungen von General Dynamics European Land Systems mit Sitz in Madrid und hier zu unseren weiteren Infografiken.

Quelle@General Dynamics European Land Systems-Steyr
Der Autor ist Chefredakteur von Militär Aktuell. An militärischen Themen reizt ihn besonders die Melange aus Technik, Strategie und geomilitärischen Entwicklungen. „Und diese Mischung versuchen wir gut lesbar, mit einem ausgewogenen Verhältnis von Nähe und Distanz sowie Qualität in Text und Bild, für unsere Leser aufzubereiten.“