Bis Freitag läuft in der Schwarzenberg-Kaserne die internationale Übung „Common Roof 19” mit Teilnehmern aus Österreich, Deutschland und der Schweiz. Die Übung findet seit Ende September zeitgleich in allen drei Ländern statt – dieses Jahr unter österreichischer Leitung.

Über 100 Soldaten, vom Führungsunterstützungsbataillon 2 aus St. Johann im Pongau und vom Kommando Streitkräfte in der Schwarzenberg-Kaserne, üben mit Soldaten aus Deutschland und der Schweiz die Errichtung und das Betreiben eines multinationalen militärischen Führungsnetzwerkes sowie die Abwehr von Cyberbedrohungen.

@Bundesheer/Rene Auer & Bundesheer/Helmut Steger
In allen drei Ländern erfolgt eine parallele „Live“-Lagedarstellung über das gemeinsame militärische Führungsnetz.

Im Mittelpunkt der „Common Roof 19” steht eine gemeinsame Betriebsführung, die durch standardisierte IT-Service-Managementprozesse, IKT-Sicherheitsprozesse und die dabei zum Einsatz kommenden IKT-Services (etwa E-Mail, Chat, Telefonie, militärische Führungsinformationssysteme, usw.) sichergestellt wird. Die Übungsleitung erfolgt aus der Schwarzenberg-Kaserne durch die Fachabteilung des Kommandos Streitkräfte.

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Zusammenarbeit zwischen Österreich, Deutschland und der Schweiz.

Robuste, digitale Netzwerke sind heutzutage das Rückgrat der militärischen Einsatzführung. Dabei besteht zunehmend die Herausforderung, dass diese aufgrund ihrer Sensibilität stark reglementierten und hochsicheren Kommunikationsnetze der jeweiligen Streitkräfte und anderer Einsatzorganisationen nach außen hin weitgehend abgeschirmt sind und somit die Zusammenarbeit zwischen den Organisationen stark eingeschränkt wird.

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Briefing in der Führungs- und Einsatzzentrale der Übung „Common Roof 19“.

Der Datenaustausch von Netz zu Netz ist kaum möglich und meistens auf sogenannte „Drehstuhl-Schnittstellen” begrenzt, die wie Flaschenhälse im gemeinsamen Informationsraum wirken. Um dies in Zukunft zu vermeiden, wurde auf multinationaler Ebene ein Konzept zur Schaffung eines sicheren Zusammenschlusses von nationalen militärischen Netzwerken – „Federated Mission Networking” – geschaffen, das bei der Übung zwischen den drei beteiligten Nationen zur Anwendung kommen soll.

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Die Führungszentrale des Bundesheeres kann in einem Feldlagersystem „COLPRO“ betrieben werden und ist im Inland sowie für Auslandseinsätze jederzeit verlegbar.

Die Übung dient der Weiterentwicklung und der praktischen Erprobung des Konzeptes zum Betrieb von gemeinsamen Einsatznetzwerken im multinationalen Verbund. Die Betriebsführungsverfahren sowie die Maßnahmen bei Störungen und Bedrohungen aus dem Cyberraum werden trainiert, validiert und evaluiert sowie in weiterer Folge umgesetzt. Die Übung bildet zusätzlich den Rahmen für die erste Anwendung des Prototyps eines neuen, verlegefähigen Rechenzentrums des Bundesheeres mit dem Ziel, dieses im Rahmen der Gemeinsamen Europäischen Außen- und Sicherheitspolitik auszubauen.

„Es ist sehr komplex, man sieht den Gegner nicht. Die früheren Missionen waren einfacher”, sagt Übungsleiter Brigadier Arnold Staudacher über die neue Art der Einsatzführung. Cyberbedrohungen können vielfältig sein: „Fakenews” gehören ebenso dazu wie Hackerangriffe oder das Lahmlegen von Führungsnetzen des öffentlichen Lebens. Es gehe darum, in den Partnernationen ein unabhängiges Führungsnetz für Militär und Einsatzorganisationen aufzubauen und den Bereich der Cyberbedrohungen bei der Planung von Operationen zu berücksichtigen.

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Die Militärkommanden in den Bundesländern sind Bindeglieder des Bundesheeres zu den zivilen Behörden und zu anderen Einsatzorganisationen. Ihre Hauptaufgaben liegen in der Führung von Truppen bei Assistenz- und Katastropheneinsätzen sowie im sicherheitspolizeilichen Assistenzeinsatz.