Das Österreichische Bundesheer feiert heuer am 1. April „25 Jahre Frauen im Heer”. Am 1. April 1998 rückten die ersten neun Frauen ein. In den vergangenen Jahren hat sich der Frauenanteil beim Österreichischen Bundesheer auf 645 Soldatinnen erhöht, dennoch ist der Anteil im Vergleich zu anderen europäischen Ländern nach wie vor relativ niedrig. Um den Frauenanteil zu heben, haben Frauen nun ab 1. April die Möglichkeit, freiwillig den „Grundwehrdienst” anzutreten.

„Eine wichtige Maßnahme, die wir nun ergriffen haben, ist der ,freiwillige Grundwehrdienst’ für Frauen. Nach 25 Jahren haben wir es geschafft, Frauen nicht nur einen niederschwelligen Zugang zum Bundesheer zu ermöglichen, sondern auch alle Funktionen für Frauen gleichwertig zugänglich zu machen. Wir werden weiter daran arbeiten, Frauen zu integrieren und besonders den Anteil soweit zu steigern, um mehr Frauen für das Bundesheer zu gewinnen”, sagte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner.

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Verteidigungsministerin Klaudia Tanner und Offiziersstellvertreter Karin Pirschner beim Pressegespräch „25 Jahre Soldatinnen im Bundesheer”.

Der „freiwillige Grundwehrdienst”
25 Jahre nachdem die ersten Frauen im Bundeheer einrückten, haben sie nun ab 1. April die Möglichkeit, sich über den „freiwilligen Grundwehrdienst” zu informieren und anzutreten. Damit ermöglicht das Bundesheer Soldatinnen, ohne weitere Verpflichtung, alle Waffengattungen kennenzulernen und sich im Zeitraum von sechs Monaten für den Soldatenberuf zu entscheiden. Bisher war es Frauen nur möglich, über eine Einstiegshürde den Soldatenberuf zu ergreifen. Derzeit dienen 645 Soldatinnen in verschiedenen Waffengattung – von der Jagdkommandosoldatin über die Hubschrauberpilotin bis hin zur leitenden Ärztin. „Wir haben bereits jetzt 19 Interessentinnen noch vor Projektstart und das ist ein sehr erfreuliches Zeichen”, sagte die Ministerin im Rahmen einer Pressekonferenz.

Gleiche Möglichkeiten und Chancen
Bisher konnten Soldatinnen nur direkt in eine Kaderlaufbahn zum Offizier oder Unteroffizier mittels einer eigenen Eignungsprüfung einsteigen. Sie mussten zuerst Fitnesstests absolvieren, also zuerst eine Leistung erbringen, bevor sie überhaupt das System Bundesheer näher kennenlernen konnten. Ab 1. April können sie ihre Leistungen innerhalb der ersten sechs Monate aufbauen – gleich wie ihre männlichen Kollegen – und haben dann die Chance zu entscheiden, ob sie weiterhin beim Bundesheer bleiben wollen. Tanner dazu: „Damit geben wir den Frauen mental und körperlich mehr Zeit sich auf das Bundesheer und den Beruf Soldatin vorzubereiten und schaffen gleiche Möglichkeiten und Chancen für alle.”

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Girls’ Day informiert Frauen
Insgesamt werden 142.000 Briefe an junge Frauen verschickt. Hierbei werden die Geburtsjahrgänge 2003 bis 2006 angeschrieben. Tanner dazu: „Wir laden 142.000 Frauen ein, am 27. April an unserem Girls’ Day in neun Bundesländern teilzunehmen. Bei diesem Informationsschreiben informieren wir gleichzeitig erstmals die Öffentlichkeit über den ,freiwilligen Grundwehrdienst’.”

Brief, Homepage, persönliche Information
Mit dem Informationsbrief erhalten die Adressatinnen einen QR-Code beziehungsweise gelangen diese über die Webseite girlsday.bundesheer.at automatisch auf der Soldatinnen-Informationsseite. Dort informiert das Bundesheer neben den beruflichen Möglichkeiten für Frauen erstmalig die Öffentlichkeit über das neue Ausbildungsmodell „freiwilliger Grundwehrdienst” für Frauen. Am 27. April werden interessierte Frauen dann erstmals persönlich bei einem Besuch am Girls’ Day auf diese neue Ausbildungsmöglichkeit angesprochen.

Quelle@Bundesheer/Karlovits
Bei den mit „Bundesheer” gezeichneten Beiträgen handelt es sich um offizielle Aussendungen oder Artikel der österreichischen Streitkräfte.