Am 18. Dezember wurde während eines Arbeitsbesuchs des stellvertretenden Verteidigungsministers der Russischen Föderation, Alexei Kriworutschko, in Uljanowsk im dort ansässigen Flugzegwerk Aviastar-SP, ein Vertrag über die Produktion und Lieferung von zehn neu gebauten Iljuschin Il-78M-90A Luftbetankungsflugzeugen für das russische Verteidigungsministerium unterzeichnet. Gegengezeichnet wurde das Dokument von Seiten der OAK-Holding (zu der Aviastar gehört) vom ersten stellvertretenden Generaldirektor und Geschäftsführer von Iljuschin Sergei Jarkowoj.

Der neue Tanker – manchmal auch Il-478 (NATO-Rufname Midas, Video vom Erstflug ganz unten) genannt – basiert konstruktiv auf dem neuen militärischen Transportflugzeug Il-76MD-90A, welches mit neuen Tragflächen, Triebwerken und neuer Elektronik auf den neuesten Stand der Technik gebracht worden ist. Das überarbeitete Flugzeug ist mit vier Triebwerken neuer Generation ausgestattet. Die Zweiwellen-Mantelstromturbofans PS-90A-76 mit hohem Nebenstromverhältnis wurden bereits 2003 erstmals zertifiziert und erfüllen die aktuellen ICAO-2006-Emissions- und Lärmgrenzwerte. Im Vergleich zu den „dünnen” Solowjew D-30KP/2 Trieblingen des Vorgängermodells – deren vier markante Rauchfahnen sind damit Geschichte – verbrauchen die von der PERM Engine Company im russischen Perm unter Chefkonstrukteur Pawel Solowjow gebauten PS-90 zwischen 13 und 17 Prozent weniger Treibstoff, das ergibt eine 1,7-fache Kostenersparnis und kommt sowohl der eigenen Reichweite als auch der abzugebenden Kerosinmenge zugute.

@VKSDaraus ergibt sich eine beträchtliche Kapazitätssteigerung auf 85.720 Kilogramm, von denen 28.000 aus einem Paar Tanks mit je 18.230 Liter transferiert werden können. Im Vergleich zur „Ur-Il-78” von 1982 beziehungsweise der M-Version aus 1987 können nun 65 Tonnen Kerosin in 1.800 statt in 1.000 Kilometer oder 35 Tonnen in 4.000 statt 2.500 Kilometer Entfernung abgegben werden. Dies erfolgt mittels drei UPAZ-1M Schlauchtrommelbehältern (hergestellt von ZVEZDA Scientific & Production Company) unter den Flügeln, welche die gleichzeitige Betankung von zwei Kampfflugzeugen erlauben. Von dem einen seitlichen Schlauchsystem links am Heck werden Langstreckenbomber und Spezialflugzeuge mit großer Durchflußmenge versorgt. Als eingeflogene beziehungsweise vorgeschobene Tankstelle können am Boden vier Flugzeuge gleichzeitig aufgetankt werden, wenn es vor Ort keine Treibstoffvorräte gibt. Bei Bedarf kann der Tanker auch als Frachtflugzeug verwendet werden – die im Laderaum befindlichen Kraftstofftanks können ohne großen Arbeitsaufwand demontiert werden.

@UAC
Ein komplett neues Flugsteuerungs- und Navigationssystem und ein Glascockpit, reduziert die Belastung der Besatzung und erhöht die Flugsicherheit.

Eine weitere wichtige Änderung ist der neue Flügel: Er ist leichter, nimmt mehr Treibstoff auf und ist für ein erhöhtes Startgewicht des Flugzeugs ausgelegt. Auch hat Iljuschin die Bordsysteme fast vollständig ersetzt. Ein komplett neues Flugsteuerungs- und Navigationssystem und ein Glascockpit, reduziert die Belastung der Besatzung und erhöht die Flugsicherheit. Die neue Version kann nun auf allen internationalen Strecken gemäß den zivilen „Stage-4”-Anforderungen fliegen.

Angesichts des flächenmäßig größten Landes der Welt sowie den stark gesteigerten Patrouillen von Bombern und ELINT/SIGINT der VKS (russische Luft- und Weltraumwaffe) ums Nordkap bis um England und in die Nordsee oder rund um Japan wird erwartet, das diese zehn neuen „Multiplikatoren” nicht ausreichen werden. Im Endausbau werden wohl um die 30 Stück der neuen Tanker die Il-78/Il-78M des 203. Orlovski-Regiments in Rjazan-Djagilewo ersetzen (müssen).

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Quelle@VKS, UAC