Die schwedische Behörde für Verteidigungsmaterial (FMV) hat bei BAE Systems Bofors insgesamt 48 Artilleriesysteme vom Typ Archer bestellt. Aufgebaut werden die 155-Millimeter-Haubitzen auf 8×8-HX2-Fahrgestellen von Rheinmetall MAN Military Vehicles (RMMV) in Wien.

Mit der Beschaffung sollen einerseits die acht von Schweden im Frühjahr an die Ukraine gespendeten (-> hier geht es zu aktuellen News aus dem Ukraine-Krieg) Archer- Systeme sowie die zum gleichen Zeitpunkt an Großbritannien verkauften 14 Haubitzen des gleichen Typs ersetzt werden. Andererseits beabsichtigt Stockholm damit auch eine Aufwertung der Steilfeuer-Fähigkeiten seiner Armee.

@FMV
Bei der Vertragsunterzeichnung, von links nach rechts: Jonny Lindfors (Chef der Armee), Außenminister Peter Sandwall, Jonas Lotsne (Leiter der Armeematerialabteilung bei FMV), Lena Gillström (CEO BAE Systems Bofors), Jeremy Tondreault (CEO BAE Systems Platform & Services) und Charles Woodburn (CEO BAE Systems).

In Großbritannien ersetzten die Archer-Systeme die von London an Kiew gespendeten AS-90-Artillersysteme. Damit will die Armee die Zeit bis zur Einführung eines topmodernen neuen Systems überbrücken. „Diese Vereinbarung mit einem engen europäischen Verbündeten wird den Bedarf der britischen Armee decken, bis die längerfristige Mobile Fires Platform in Dienst gestellt wird – ein Programm, das wir mit Nachdruck vorantreiben”, zeigte sich der britische Verteidigungsminister Ben Wallace damals erfreut.

Schweden hatte ursprünglich 48 Archer-Systeme in seinem Bestand, zuletzt war die Hälfte davon aber bereits außer Dienst gestellt worden. Mit den nun um insgesamt 430 Millionen Euro angekauften neuen Haubitzen steigt der Bestand der Armee auf 72 aktive Systeme, die zwei verbliebenen eingelagerten Haubitzen sollen laut FMV für die Weiterentwicklung des Modells verwendet werden.

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„Die nun erfolgte Beschaffung ist sehr wichtig, die Systeme werden in unserer Armee bereits dringend benötigt”, zeigte sich Jonas Lotsne, Chef der Armeematerialabteilung in der FMV, bei der Vertragsunterzeichnung erfreut. „Wir haben Systeme an die Ukraine weitergegeben, um das Land in seinem Abwehrkampf zu unterstützen”, so Lotsne weiter. „Nun wird es aber Zeit, unsere Fähigkeiten zum Artilleriekampf wiederherzustellen und auszubauen.”

Die Lieferung des ersten Systems ist für 2025 geplant. Konventionelle Munition kann mit dem System bis zu 40 Kilometer weit gefeuert werden, mit der präzisionsgelenkten Excalibur-Munition geraten auch Ziele in mehr als 50 Kilometer Entfernung in Reichweite.

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Quelle@BAE Systems, FMV