Wie das russische Luftfahrtkonsortium OAK kurz vor Jahresende bekanntgab, wurden die Auslieferungen von Kampfjets an die russischen Streitkräfte 2025 mit der Übergabe zweier Suchoi Su-35S abgeschlossen. Trotz offizieller Erfolgsmeldungen bleibt die Gesamtzahl der übergebenen Maschinen aller Typen jedoch überschaubar.
Die Su-35S wird in einem Werk in Komsomolsk-am-Amur im Fernen Osten Russlands gefertigt. Dokumentiert sind heuer sieben Lieferungen, jeweils im März, Mai, Juni, August, September, November und nun im Dezember. Über die exakte Anzahl berichten russische Quellen nicht. Analysten gehen davon aus, dass es bis zu 14 Maschinen gewesen sein könnten.

Anfang Dezember hat die OAK auch die letzte Lieferung von Su-34-Jagdbombern für dieses Jahr abgeschlossen. Die Maschinen werden im Flugzeugwerk Nowosibirsk gefertigt und sind aufgrund der Prioritäten der russischen Luftstreitkräfte aktuell der am häufigsten produzierte Typ. Bei insgesamt sieben Lieferterminen wurden vermutlich 15 Maschinen an Russland ausgeliefert.
Von dem im Flugzeugwerk Irkutsk produzierten Marine-Mehrzweckkampfflugzeug Su-30SM2 wurden hingegen nur zwei Stück im November ausgeliefert. Ebenfalls nur zwei Maschinen des modernsten russischen Kampfflugzeugs Su-57 wurden an die russischen Luftstreitkräfte übergeben. Die Su-57 wird – wie die Su-35S – im Werk in Komsomolsk-am-Amur gebaut (-> Aktuell erhält die Su-57 ein neues Triebwerk). Damit beträgt die Gesamtzahl der Kampfflugzeuge, die Russland im Jahr 2025 in Dienst stellen konnte, vermutlich 33 Maschinen.

Export schwach
Hinzu kommen dokumentierte Auslieferungen an Belarus. Im Mai, August und Dezember dieses Jahres wurden jeweils zwei Su-30SM2 übergeben.
Größter Exportkunde ist aktuell Algerien. Satellitenaufklärung und weitere Quellen lassen darauf schließen, dass sich mindestens zwei Su-57E bereits in Algerien befinden. Russische Blogger geben die Zahl der Auslieferungen für Algerien mit sechs Maschinen an. Algerien erhielt zudem auch Su-34ME-Jagdbomber. Mehrere Maschinen mit sandfarbener Tarnbemalung wurden bereits in Russland fotografiert.

Die OAK spricht davon, dass das geplante Produktionsvolumen für 2025 vollständig erfüllt wurde, und bezeichnet das Jahr als ein „Rekordjahr für die Produktion von Kampfflugzeugen”. In den Jahren 2022 und 2023 lag die Produktion bei rund 20 Maschinen jährlich, für 2024 wurden von Analysten etwa 30 Maschinen geschätzt.
Inklusive Export wird die Gesamtzahl der Kampfflugzeug-Auslieferungen durch die drei russischen Kampfflugzeugwerke für das Jahr 2025 auf rund 55 Maschinen geschätzt. Dies stellt zwar eine Steigerung gegenüber den Vorjahren dar, liegt jedoch deutlich unter den Rekordzahlen der 2010er-Jahre.
Italien erhält das erste Skynex Flugabwehrsystem von Rheinmetall
Produktionssteigerungen in Russland absehbar
Betrachtet man die jüngste Vergangenheit, hat die russische Kampfflugzeugindustrie die Talsohle im Zuge des Angriffskriegs gegen die Ukraine offenbar durchschritten und dürfte mittelfristig weiter steigenden Stückzahlen entgegensehen. So ist ein Großteil des Algerien-Auftrags noch auszuliefern, ebenso die bestellten und bereits bezahlten Su-35 für den Iran.
Zudem bemüht sich Russland auf internationalen Luftfahrtmessen wieder verstärkt um neue Kunden für seine Rüstungsprodukte (-> Russischer Auftritt bei der Dubai Airshow 2025 mit großen Ambitionen).
Russlands Produktionszahlen im internationalen Vergleich
USA: Lightning II als „Brot-und-Butter“-Programm
In der westlichen Hemisphäre sind und bleiben die USA der dominante Produzent von Kampfflugzeugen. Allein die drei Varianten der Lockheed Martin F-35 Lightning II übertreffen mit ihren Fertigungszahlen sämtliche anderen westlichen Kampfflugzeuge zusammengenommen. Lockheed Martin strebte für das laufende Jahr die Auslieferung von bis zu 200 Maschinen an.

Deutlich dahinter liegen die F-16V Block 70 für den Export mit etwa 16 bis 20 Maschinen. Bei der Boeing F-15EX Eagle II waren es lediglich rund zehn Flugzeuge. Ein großer Streik von Anfang August bis Mitte November im Boeing-Werk in St. Louis (Missouri) hinterließ hier deutliche Spuren.
Produktion in Europa wächst
In Europa ist aktuell Dassault Aviation der Hersteller mit den höchsten Auslieferungszahlen. Dassault hat ein neues Werk eröffnet, um das gestiegene Auftragsvolumen bewältigen zu können. Die Produktion der Rafale wird für 2025 auf rund 24 Maschinen geschätzt. Das neue Werk soll die Produktionsrate auf 36 Flugzeuge pro Jahr erhöhen. Beliefert werden die französischen Luftstreitkräfte sowie Ägypten, Indonesien (-> Dassault liefert letzte Maschinen an Indonesien) und Indien.

Die Produktionszahl des Saab Gripen E wird für 2025 auf mindestens 17 Maschinen geschätzt. Gefertigt wird in Linköping (Schweden) sowie auf einer Endmontagelinie für die brasilianische Luftwaffe (-> Brasiliens Luftwaffe testet erstmals Meteor E-Lenkwaffe mit Gripen E) in Gavião Peixoto. Die schwedische Luftwaffe selbst hat heuer die ersten Gripen E von insgesamt 60 bestellten Maschinen erhalten. Weitere Abnehmer sind Brasilien, Kolumbien (-> Kolumbien bestellt insgesamt 17 Gripen E/F) und Thailand (-> Saab erhält Gripen E-Bestellung aus Fernost), zudem wird ein möglicher Großauftrag über mehr als 100 Maschinen für die Ukraine diskutiert.
Die Produktion des Eurofighter Typhoon liegt aktuell bei rund zwölf Maschinen pro Jahr. Eurofighter-CEO Jorge Tamarit Degenhardt kündigte an, dass die Fertigung in den vier Partnerländern hochgefahren werden soll. Geplant ist eine Steigerung auf 20 und in weiterer Folge auf 30 Maschinen jährlich. Abzuarbeiten sind Aufträge für Deutschland, Spanien, Katar, Saudi-Arabien und die Türkei (-> Megadeal: Die Türkei kauft insgesamt 44 neue und gebrauchter Eurofighter), zuletzt entschied sich auch Bangladesch für das europäische Muster.
China: Wachstum in unbekannten Größenordnungen
Unklar ist, ob die Volksrepublik China den USA bei der Kampfflugzeugproduktion bereits den Spitzenplatz abgelaufen hat oder sich noch in einem Kopf-an-Kopf-Rennen befindet. Die niedrigsten Schätzungen beginnen bei rund 150 Maschinen pro Jahr, andere Quellen sprechen von aktuell über 240 Flugzeugen jährlich.
China ist damit der undurchsichtigste Akteur am Markt – sichtbare Hinweise gibt es jedoch reichlich. Die Produktion der Chengdu J-20 Mighty Dragon wird für 2025 auf rund 100 Maschinen geschätzt. Ebenfalls in größeren Stückzahlen gebaut wird die Shenyang J-16, sowohl als Jagdbomber als auch in der neuesten Variante für die elektromagnetische Kampfführung.

Hinzu kommen die Shenyang J-15 und J-35 für die wachsenden Marinefliegerkräfte sowie die Chengdu J-10 und die Chengdu FC-1/JF-17 Thunder für den Exportmarkt.
Rest der Welt
In Südkorea läuft die Auslieferung der KAI FA-50 neben dem Eigenbedarf an Polen, die Philippinen und Indonesien. Die KAI KF-21 befindet sich noch im Hochlauf der Produktion; bislang wurden keine Serienmaschinen ausgeliefert. Diese werden derzeit für das zweite Halbjahr 2026 erwartet.
Indien fertigt die HAL Tejas ausschließlich für den Eigenbedarf (-> Indiens Luftwaffe erhält insgesamt 180 Tejas-Kampfjets) und konnte bislang keinen Exporterfolg erzielen.









