Einem Bericht der New York Times zufolge, verhandeln die Vereinigten Staaten von Amerika aktuell mit Dänemark über die Errichtung neuer Militärbasen auf Grönland. Demzufolge sagte General Guillot, der Chef des US-Nordkommandos, bei einer Anhörung vor dem Kongress, dass das Militär angesichts der zunehmenden Bedrohung und der strategischen Bedeutung Grönlands einen „verbesserten Zugang zu verschiedenen Stützpunkten in ganz Grönland” anstrebe.

Das Pentagon hat dabei Flugplätze mit Tiefwasserhafen im Auge. Zwei der drei in Betracht gezogenen Basen waren bereits US-Stützpunkte und wurden vor Jahrzehnten aufgegeben. Es sind dies Kangerlussuaq und Narsarsuaq.

Ein Verteidigungsabkommen von 1951 mit einer Aktualisierung aus dem Jahr 2004 verlangt von den USA nur, die Behörden in Dänemark und Grönland diesbezüglich zu „konsultieren und informieren”. „Eine Absage gebe es in der Praxis nie”, so Ulrik Pram Gad, leitender Wissenschaftler am Dänischen Institut für Internationale Studien gegenüber der New York Times.

USA planen Errichtung neuer Stützpunkte auf Grönland – ©Danish Defence/Oliver Satori
Dänische Soldaten üben die Verteidigung von Kangerlussuaq.

Noch im Jänner dieses Jahres hatte US-Präsident Trump mit der Übernahme Grönlands gedroht und den Widerstand Europas mit weiteren „Strafzöllen” vergolten. Der französische Präsident Emmanuel Macron nannte den Streit um Grönland einen „strategischen Weckruf für Europa”.

Mitte Jänner entsandten Dänemark, Niederlande, Frankreich, Deutschland, Norwegen und Schweden Truppen nach Grönland. Die Präsenz europäischer NATO-Soldaten an Land in der Luft und auf See auf und rund um Grönland wurde seither demonstrativ verstärkt. Dänische Soldaten haben in diesem Zusammenhang auch geübt, die Flughäfen Nuuk und Kangerlussuaq für US-Landungen unbenutzbar zu machen (-> Dänemark bereitete sich auf möglichen US-Angriff auf Grönland vor).

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