Leonardo wird gemeinsam mit BAE Systems das European Common Radar System (ECRS) Mk.2 Radar der Eurofighter Typhoon-Flotte der Royal Air Force (RAF) auch mit Blick auf die elektronische Kriegsführung weiterentwickeln und integrieren. BAE Systems hat den italienischen Konzern mit einem entsprechenden Subauftrag ausgestattet.

Die AESA-Antenne des sogenannten CAPTOR-E (CAPTOR-M ist die herkömmliche Version des Eurofighter-Feuerleitradars, wie beispielsweise auch bei den Bundesheer-Jets verbaut) ist zusätzlich zu ihrer aktiv-strahlschwenkenden Charakteristik auf einem nochmals „mechanisch” schwenkbaren Antennenfuss montiert. So werden nochmals größere und schnellere Schielwinkel ermöglicht. Trotz der Bezeichnung ECRS (European Common Radar System) ist das Programm so „common” nicht mehr und die schon vor fast zehn Jahren begonnene Innovation ist inzwischen entlang von aufwachsenden Fähigkeiten versus nationalen Prioritäten dreigeteilt unterwegs: Die Mk.0-Basisvariante wurde zunächst für die Exportkunden Katar (24 Maschinen) und Kuwait (28) entwickelt, die Version Mk.1 unter Federführung von Hensoldt für Deutschland (110 für das Upgrade von Tranche-2 und Tranche-3 sowie 38 für Tranche-4 Quadriga) und Spanien (20 für Halcon-I 5 für das Upgrade von Tranche-3 und eventuell nochmals 20 für erwartetes Halcon-II).

@Leonardo & BAE SystemsBAE Systems ist federführend bei der Gesamtkonzeption, Entwicklung, Herstellung und Aufrüstung des Typhoon-Flugzeugs für das Vereinigte Königreich, Leonardo ist federführend bei den wichtigsten Erkennungs- und Überlebenssystemen des Flugzeugs, darunter das Radar, das Untersystem für Verteidigungshilfen und das Infrarot-Such- und Verfolgungssystem.

Der Auftrag ist Teil der Ankündigung der britischen Regierung vom Juli 2022, insgesamt 2,75 Milliarden Euro in die kontinuierliche technologische Weiterentwicklung der Typhoon-Fähigkeiten zu investieren, um eine langfristige des Flugzeugs bei der Unterstützung der nationalen Sicherheits- und Verteidigungsprioritäten sicherzustellen. Das neue Radar wird dafür sorgen, dass die Typhoons der RAF verschiedene Ziele an Land und auf See gleichzeitig aufspüren, identifizieren und verfolgen können, und so eine größere Fähigkeit zur Luftabwehr bieten.

Rheinmetall & ACS: Caracal-Deal fixiert

Ein Prototyp hier angesprochenen ECRS Mk.2-Radars, welches von Leonardo-UK in Edinburgh und Luton entwickelt und hergestellt wurde, wurde im April ausgeliefert und wird derzeit am BAE Systems-Kampfflugzeugstandort in Warton, Lancashire, von Spezialisten getestet. Die Arbeiten werden voraussichtlich 2024 zu ersten Flugtests führen, geplant ist die Einrüstung in 40 britische Typhoon Tranche-3. In Deutschland überlegt man zur Zeit, ob man nicht für die erwähnten 38 Stück sowie für die 15 geplanten ECR (EloKa)-Eurofighter ebenfalls zum Mk.2 von Leonardo wechselt.

@Leonardo
Blick in die Eingeweide: Das ECRS Mk.2 soll in den kommenden Jahren in britischen Typhoons verbaut werden.

Mark Hamilton, Managing Director Electronics UK, Leonardo, sagte: „Das ECRS Mk2-Radarprogramm wird weltweit führende Fähigkeiten liefern. Wir sind sehr stolz darauf, auf diese Weise einen Beitrag zur Sicherheit des Vereinigten Königreichs zu leisten und sicherzustellen, dass das Vereinigte Königreich in der Lage ist, eine zentrale Rolle in den Kampfflugzeugprogrammen der nächsten Generation zu spielen. Das ECRS Mk2 wird nicht nur entscheidende Fähigkeiten für den Typhoon bereitstellen, sondern auch wichtige Fähigkeiten für andere künftige Entwicklungen und Kernprogramme im Luftbereich entwickeln und erhalten.”

Andrea Thompson, Managing Director – Europe & International, BAE Systems Air, sagte: „Der Typhoon ist ein phantastisches Flugzeug, das die Verteidigungs- und Sicherheitsoperationen auf der ganzen Welt, einschließlich der NATO-Luftpolizeieinsätze in Osteuropa, weiterhin entscheidend unterstützt. Die kontinuierliche Weiterentwicklung des Typhoon zu einem Kampfflugzeug von Weltklasse stellt sicher, dass die RAF weiterhin über die technischen Fähigkeiten verfügt, die für die künftige britische Kampfluftstrategie von zentraler Bedeutung sind.”

Abschließend hier ein sehr ausführlichen Blick auf all jene drei AESA-Bemühungen, den Kollege Jon Lake vor rund zwei Jahren zusammengefasst hat. Daran hat sich bis heute nichts Wesentliches geändert.

Hier geht es zu weiteren Meldungen rund um Leonardo, hier zu weiteren Meldungen von BAE Systems und hier zu weiteren Meldungen rund um die Eurofighter Jagdflugzeug GmbH.
Quelle@Sgt Pete Mobbs/MOD, Leonardo & BAE Systems