Mehr als zwölf Jahre sind seit dem Beginn des Projekts der Borsuk-Panzer vergangen. Am 4. Dezember nahmen die polnischen Streitkräfte nun endlich die ersten 15 Serienexemplare der Borsuk-Infanterie-Kampffahrzeuge entgegen. In Anwesenheit des stellvertretenden Ministerpräsidenten und Verteidigungsminister, Władysław Kosiniak-Kamysz, des stellvertretenden Verteidigungsministers, Pawel Bejda, sowie des Leiters der Rüstungsagentur, Generalmajor Artur Kuptel, wurden die Fahrzeuge im Werk von Huta Stalowa Wola übergeben.

„Heute ist ein großer Tag für die polnische Armee, ein großer Tag für die Sicherheit des polnischen Staates”, so Władysław Kosiniak-Kamysz. „15 Borsuki für die 15. Mechanisierte Brigade in Giżycko – das ist nun Tatsache. Bald werden sie an unsere Soldaten ausgeliefert. Ich freue mich über die Anwesenheit der Kommandeure der 16. Division und der 15. Brigade, aber auch aller Soldaten, die diese Ausrüstung bedienen und sie zu hundert Prozent beherrschen werden, denn dann werden alle Bemühungen erst wirklich gekrönt.”

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Kosiniak-Kamysz erwähnte dann auch seine Vorgänger im Amt des Verteidigungsministers: 2013 wurde der Bauprozess von Tomasz Siemoniak, dem damaligen Verteidigungsminister, initiiert. Seine Nachfolger setzten das Projekt fort, bis es zum Jahreswechsel 2024 und 2025 beschleunigt werden konnte. Am 27. März dieses Jahres konnte schließlich der erste Ausführungsvertrag über 111 Borsuk-Panzer im Wert von 1,56 Milliarden Euro unterzeichnet werden. Inkludiert ist dabei unter anderem auch ein Schulungs- und Logistikpaket. Die Auslieferungen werden bis 2029 dauern. Derzeit werde eine weitere Bestellung der neuen Panzer vorbereitet, wie der jetzige Verteidigungsminister ausführte.

Man arbeite zudem an neuen Modifikationen und Versionen des Fahrzeuges. Beispielhaft erwähnte Kosiniak-Kamysz dabei Versionen als Kommandofahrzeuge und als Unterstützungsfahrzeuge für die Chemiewaffentruppen. Bei einem Treffen mit Soldaten und Mitarbeitern der Huta Stalowa Wola meinte er: „Wir arbeiten in all diesen Programmen an verschiedenen Modifikationen, sowohl an schwimmfähigen als auch an solchen, die keine Schwimmfähigkeit benötigen.”

Polnische Streitkräfte übernehmen erste 15 Borsuk-Panzer – ©Krzysztof Niedziela/MON
Die Freude über die Übergabe der ersten 15 Borsuk war bei allen Beteiligten sichtlich groß.

Das Infanterie-Kampffahrzeug Borsuk ist ein modernes, schwimmfähiges Kettenfahrzeug, das für den Transport und Schutz von Infanteristen vor Beschuss durch Handfeuerwaffen, Panzerabwehrgranaten und IEDs bestimmt ist. Die Bewaffnung des Borsuk besteht aus einer 30-Millimeter-Kanone Mk 44S Bushmaster, einem doppelten PPK-Spike-Werfer und einem gekoppelten Universalmaschinengewehr UKM-2000C vom Kaliber 7,62 Millimeter. Die Bewaffnung befindet sich in einem ferngesteuerten Turmsystem ZSSW-30. Zusätzlich verfügt der Borsuk über eine hohe taktische Mobilität, eine große Feuerkraft sowie eine hohe ballistische und minenresistente Widerstandsfähigkeit.

Der für die Modernisierung der polnischen Armee zuständige stellvertretende Verteidigungsminister Paweł Bejda betonte: „Der Borsuk wurde in der 15. Mechanisierten Brigade in Giżycko von Soldaten getestet, die zu einem eindeutigen Urteil kamen: Der Borsuk ist ein hervorragendes Infanterie-Kampffahrzeug. Ich danke allen, die sich seit 2013 dafür eingesetzt haben, dass die polnische Armee mit moderner und sicherer Ausrüstung ausgestattet wird. Ein großer Applaus für Sie, für die Konstrukteure, Ingenieure und alle, die Visionäre waren.”

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Quelle©Krzysztof Niedziela/MON