Auf dem Flugplatz Ursel hat die belgische Marine in den vergangenen Wochen erfolgreich die ersten Trainingsflüge mit dem unbemannten Hubschrauber Skeldar V-200 des schwedischen Rüstungskonzerns Saab durchgeführt. Die Drohne soll den neuen Minenabwehrschiffen deutlich erweiterte Fähigkeiten zur Ortung und Neutralisierung von Seeminen verleihen.
Der Skeldar V-200 ist ein unbemannter Hubschrauber mit einer Breite von rund 4,5 Metern und einem Gewicht von etwa 250 Kilogramm. Abhängig von der Nutzlast kann das System bis zu vier Stunden in der Luft bleiben.
Schlüsselrolle in der Minenabwehr
„Dank der Datenverbindung können wir mit dem Skeldar Minenabwehroperationen aus deutlich größerer Entfernung durchführen”, erklärt Kapitän zur See Kristof Van Belleghem, Stabschef der Marine. „Darüber hinaus lässt sich das System auch zur Aufklärung treibender Seeminen einsetzen, was die Sicherheit des Mutterschiffs erheblich erhöht.” Künftig können Minenabwehrfahrzeuge damit außerhalb des eigentlichen Minenfeldes verbleiben – ein entscheidender Sicherheitsgewinn für die Besatzungen.
Der Schwerpunkt der aktuellen Trainingsflüge lag zunächst auf dem reinen Flugbetrieb: dem Erlernen der Flugsteuerung, dem Aufbau von Routine bei den Operateuren sowie dem Erhalt der erforderlichen Flugstunden. Das System kann dabei auf drei Arten betrieben werden: Entweder manuell mit direkter Vorgabe von Kurs, Geschwindigkeit und Höhe, automatisch entlang einer vorprogrammierten Route oder durch das Abfliegen definierter Such- und Einsatzmuster.
Von Land und See einsetzbar
Gesteuert und überwacht wird der Skeldar V-200 über ein Remote Pilot System (RPS). Die ersten Erprobungen erfolgten noch mit Steuerstationen des Herstellers, künftig erhalten die belgischen Streitkräfte eigene RPS-Systeme. Diese sind auch in Containerbauweise verfügbar, sodass der Skeldar sowohl von See als auch von Land aus eingesetzt werden kann.

Die derzeit zwei Skeldar-Drohnen sollen in den kommenden Jahren auf eine Flotte von zehn Systemen erweitert werden. Sie sind Teil der modularen Drohnen-Toolbox der neuen Minenabwehrschiffe, die je nach Auftrag unterschiedlich zusammengestellt und sowohl von See als auch von Land aus eingesetzt werden kann. Das erste neue Minenabwehrfahrzeug, die M940 Oostende, ist kürzlich in Zeebrugge eingetroffen.
Binationale Zusammenarbeit als Innovationsmotor
Die Integration des Skeldar V-200 ist nicht nur ein belgischer Meilenstein, sondern auch ein Beispiel für die enge belgisch-niederländische Zusammenarbeit im Rahmen des rMCM-Programms (Replacement Mine Countermeasures). Ziel dieses binationalen Vorhabens ist die vollständige Erneuerung der Minenabwehrfähigkeiten beider Marinen.
Insgesamt entstehen zwölf Schiffe – sechs für die belgische Marine und sechs für die Koninklijke Marine. Alle Einheiten sollen bis 2030 einsatzbereit sein. Das Programm wurde 2019 an Belgium Naval & Robotics, ein Konsortium aus Naval Group und Exail, vergeben. Die Testflüge in Ursel erfolgten in enger Abstimmung mit der niederländischen Marine und stellen einen wesentlichen Schritt in der Vorbereitung beider Marinen auf die zukünftige Minenabwehr dar.
Hier geht es zu weiteren Meldungen rund um die belgischen Streitkräfte, hier zu weiteren Meldungen rund um Saab und hier zu unserem Drohnen-Themenbereich mit allen aktuellen News zum Thema.









