Um der stetig wachsenden Bedrohung durch russische Angriffsdrohnen zu begegnen, stellt die niederländische Regierung 200 Millionen Euro für die Lieferung moderner Drohenabwehrsysteme an die ukrainischen Streitkräfte bereit. Die unbemannten Plattformen sollen feindliche Drohnen erkennen, identifizieren, verfolgen und neutralisieren können.

Das kündigte Verteidigungsminister Ruben Brekelmans während eines Besuchs in der Ukraine an, den er gemeinsam mit dem Kommandanten der Streitkräfte, General Onno Eichelsheim, absolvierte.

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Vertrag über Drohnen-Koproduktion unterzeichnet

In Kiew unterzeichnete Brekelmans zudem eine Kooperationsvereinbarung mit dem ukrainischen Verteidigungsminister Denys Schmyhal zur gemeinsamen Produktion von Drohnen und weiteren Verteidigungsgütern – im Beisein von Präsident Wolodymyr Selenskyj.

Die Vereinbarung erlaubt es ukrainischen und niederländischen Unternehmen, künftig gemeinsam zu produzieren – sowohl in der Ukraine als auch in den Niederlanden.

Russland setzt weiterhin massiv Drohnen zur Terrorisierung der Zivilbevölkerung und zur Aufklärung ein (-> Aktuelle Meldungen aus dem Ukraine-Krieg). Nahezu täglich treffen russische Shahed-Drohnen Wohnhäuser, Energieanlagen oder zivile Infrastruktur. Auch in der ersten Nacht des niederländischen Besuchs kam es erneut zu Angriffen mit Todesopfern.

Gemeinsame Sache: In Kiew unterzeichneten der niederländische Verteidigungsminister Ruben Brekelmans und sein ukrainischer Amtskollege Denys Schmyhal eine Kooperationsvereinbarung zur gemeinsamen Produktion von Drohnen und weiteren Verteidigungsgütern – ©Mediacentrum Defensie
Gemeinsame Sache: In Kiew unterzeichneten der niederländische Verteidigungsminister Ruben Brekelmans und sein ukrainischer Amtskollege Denys Schmyhal eine Kooperationsvereinbarung zur gemeinsamen Produktion von Drohnen und weiteren Verteidigungsgütern.

Mit dem neuen Hilfspaket will die Niederlande einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung leisten. „Gemeinsam mit der Ukraine verteidigen wir Freiheit und Sicherheit gegen russische Aggression”, betonte Brekelmans. „Indem wir die Ukraine unterstützen, halten wir Putin auf Distanz und verhindern, dass Russland stark genug wird, um noch mehr von der Ukraine zu zerstören – oder den Rest Europas zu bedrohen, einschließlich der Niederlande.”

„Build With Ukraine“ als Basis

Die Kooperation knüpft an das von der Ukraine im August gestartete Programm „Build With Ukraine” an. Ziel ist der Aufbau gemeinsamer Fertigungskapazitäten für ukrainische Rüstungsgüter in Europa.

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Durch die neue Vereinbarung sollen niederländische und ukrainische Firmen enger bei der Produktion von Verteidigungssystemen – insbesondere Drohnen – zusammenarbeiten. Technologien, die an der Front entwickelt wurden, können so in den Niederlanden gefertigt werden. Das steigert die Versorgungssicherheit und stärkt zugleich die niederländische Rüstungsindustrie.

Darüber hinaus eröffnet die Partnerschaft neue Möglichkeiten für gemeinsame Entwicklung, Forschung und Wissenstransfer – eine klassische Win-win-Situation für beide Seiten.

Briefing der niederländischen Delegation zur militärischen Lage in der Ukraine – ©Mediacentrum Defensie
Briefing der niederländischen Delegation zur militärischen Lage in der Ukraine.

Dutch Defence Cluster in Kiew eröffnet

Während des Besuchs erhielten Brekelmans und General Eichelsheim umfassende Lagebriefings zum Kriegsverlauf und trafen Präsident Selenskyj, Verteidigungsminister Schmyhal, Geheimdienstchef Kyrylo Budanow sowie Vertreter des ukrainischen Verteidigungsministeriums und des Ministeriums für digitale Transformation.

Auf der niederländischen Botschaft in Kiew eröffnete Brekelmans zudem offiziell das neue Dutch Defence Cluster – eine Koordinationsplattform, die niederländische Unternehmen bei ihren Aktivitäten in der Ukraine unterstützen und Synergien innerhalb der Rüstungsindustrie fördern soll.

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Besuch in Odessa

Die Delegation reiste anschließend nach Odessa, wo Gespräche mit Gouverneur Oleh Kiper und Vizeadmiral Oleksij Neischpapa, dem Oberbefehlshaber der ukrainischen Marine, stattfanden. Themen waren die Stärkung der ukrainischen Seestreitkräfte und der weitere Ausbau der maritimen Verteidigungsfähigkeiten.

Bei einem Besuch einer modernen Luftverteidigungs-Kommandostelle zeigte sich der niederländische Verteidigungsminister beeindruckt: „Ich bin tief beeindruckt, wie die Ukrainer Radare, Störsender und Luftverteidigungssysteme auf so effektive und intelligente Weise vernetzen, um ihr Luftraumverteidigungssystem gegen die anhaltenden russischen Drohnenangriffe zu optimieren. Davon können wir in den Niederlanden viel lernen.”

Hier geht es zu weiteren Meldungen rund um die ukrainischen Streitkräfte und hier zu unserem Drohnen-Themenbereich mit allen aktuellen News zum Thema.

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