Bei seinem Treffen mit Wolodymyr Selenskyj hat der Präsident der Tschechischen Republik, Petr Pavel, bekannt gegeben, dass Prag „in relativ kurzer Zeit” mehrere mittelgroße Kampfflugzeuge liefern könne, die er als wirksam gegen Drohnen bezeichnete. Petr Pavel, der als unverbrüchlicher Unterstützer der Ukraine gilt, nannte weder Zeitplan noch Typ und spezifizierte auch keine Stückzahl – vermutet werden darf allerdings, dass es sich dabei um einige der insgesamt 24 Aero L-159 der tschechischen Luftstreitkräfte handelt.

Zudem wird in Prag auch die Lieferung von Frühwarnsystemen erwogen, darunter passive Radartechnologie wie das System Vera von ERA. Die Ukraine könnte damit ihre mehrschichtige Verteidigung gegen Langstrecken-Drohnenangriffe weiter ausbauen. Die tschechische Luftfahrtindustrie bewirbt seit mehreren Jahren wieder intensiv die Trainingsflugzeuge von Aero Vodochody, deren Wurzeln in der L-39 Albatros aus der Zeit des Kalten Krieges liegen.

Aero L-39 Skyfox auf der Dubai Air Show – ©Martin Rosenkranz
Eine Aero L-39 Skyfox vor wenigen Wochen auf der Dubai Air Show.

Die tschechischen Luftstreitkräfte betreiben 24 Aero L-159 (-> Das Muster feierte kürzlich 25.-jähriges Jubiläum bei den tschechischen Luftstreitkräften) neben 14 geleasten Saab JAS 39C/D Gripen. Zudem sind 24 Lockheed Martin F-35A Lightning II bestellt, deren Indienststellung für das Jahr 2031 geplant ist. Der Hersteller Aero bewirbt die L-39NG unter der Bezeichnung L-39 Skyfox. Zuletzt wurde die Aero L-39 Skyfox auf der Messe in Dubai als Drohnenjäger vorgestellt.

Das leichte Kampfflugzeug Aero L-159 verfügt über ein Grifo-L-Bordradar und kann an sieben Aufhängungspunkten gelenkte und ungelenkte Luft-Luft- und Luft-Boden-Waffen sowie Zielbeleuchtungsbehälter und Zusatztanks mitführen.

Passives Radarsystem Vera von ERA – ©Martin Rosenkranz
Vera ist als „passives Radarsystem“ zu kategorisieren.

Das passive Überwachungssystem Vera

ERA aus Pardubice produziert das passive Überwachungssystem Vera (-> ERA-Radar für die tschechische Armee). Das System nutzt die Zeitdifferenz der Ankunft elektromagnetischer Signale an drei oder vier Standorten, um anhand der elektronischen Emissionen von Luftfahrzeugen oder deren Reflexion an diesen Luftfahrzeugen deren Position zu bestimmen. Das aktuelle Vera-NG soll zur Erkennung, Ortung, Verfolgung und Identifizierung von Luft-, Boden- und Seezielen sowie zur Analyse von Impuls- und Dauerstrichsignalen in der Lage sein.

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Quelle©Militär Aktuell/Rosenkranz