Im Zuge einer parlamentarischen Anfrage des grünen Wehrsprechers David Stögmüller hat Verteidigungsministerin Klaudia Tanner die aktuellen Ausbildungskosten und -details für die Eurofighter-Piloten des Österreichischen Bundesheeres offengelegt. Demnach standen 2023 vier Piloten in Ausbildung, von denen zwei ihre Ausbildung 2024 abschlossen – die Kosten dafür beliefen sich insgesamt auf 17 Millionen Euro.

Leonardo-SImulator – ©Leonardo
Ein großer Teil der Ausbildung der zukünftigen rot-weiß-roten Kampfjet-Piloten wird schon jetzt am Simulator absolviert.

Details zu den Ausbildungskosten

Laut Anfragebeantwortung wurden für die Phase III und IV der Ausbildung (die beiden ersten Phasen können national abgedeckt werden) bei der International Flight Training School in Decimomannu, Sardinien, in Italien für 170 Flugstunden, 50 Simulatorstunden und eine nicht genau definierte Anzahl an Lehrsaalstunden knapp 6,3 Millionen Euro an Ausbildungskosten sowie 213.000 Euro an Entsendekosten aufgewendet.

Für die anschließende Phase V, die auf dem Zweisitzer-Eurofighter im norddeutschen Laage absolviert wird, beliefen sich die budgetierten Kosten auf 9,5 Millionen Euro für 25 Flugstunden und 50 Simulatorstunden sowie weitere, nicht näher spezifizierte Ausbildungsleistungen. Hinzu kamen fast 104.000 Euro an Entsendekosten sowie eine Haftpflichtversicherung in Höhe von knapp 1,1 Millionen Euro.

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Eurofighter erhalten Litening V-Kamera-Behälter

Aufmerksame Beobachter haben bereits bei der Leistungsschau am Heldenplatz im vergangenen Oktober den Litening V-Behälter unter dem ausgestellten Eurofighter-Mock-up entdeckt. Nun bestätigt Verteidigungsministerin Tanner offiziell die Beschaffung und Einrüstung des Systems zur Erlangung der Nachtidentifikationsfähigkeit.

Laut unseren Quellen wurde der erste Litening V-Behälter bereits an das Überwachungsgeschwader in Zeltweg geliefert. Insgesamt neun Systeme sollen für die Luftraumüberwachung bestellt worden sein. Alle 15 rot-weiß-roten Eurofighter (für die mit Stand Ende 2024 insgesamt 15 Piloten zur Verfügung standen) erhalten die notwendigen Modifikationen, um den Behälter an der Mittelrumpfstation tragen zu können.

Litening V-Pod – ©Martin Rosenkranz
Bei der großen Leistungsschau am Heldenplatz war im vergangenen Oktober unter dem Eurofighter-Mock-up auch bereits der Litening V-Pod zu sehen.

Am neuen Leonardo M-346 Jet-Trainer, dessen Beschaffung für das Bundesheer derzeit verhandelt wird, ist das System bereits zertifiziert. Auch das neue Transportflugzeug Embraer C-390M wird den Behälter nutzen können.

Eurofighter-Start – ©Bundesheer/Trippolt
In den Jahren 2023 und 2024 gab es insgesamt 73 Alarmstarts der österreichischen Eurofighter.

Der Litening V-Behälter des israelischen Unternehmens Rafael enthält elektrooptische und Infrarot-Kameras. Dieses hochmoderne System kann Luft- und Bodenziele bei Tag und Nacht über große Entfernungen automatisch verfolgen, deren exakte Position ermitteln und sie für Lenkwaffen markieren. Der Mehrwert für die Luftraumüberwachung liegt in der optischen Identifizierung eines Luftfahrzeugs aus mehreren Dutzend Kilometern Entfernung. Die Bilder können per Datenlink nahezu in Echtzeit an Dritte übermittelt werden – beispielsweise an die Einsatzzentrale für die Luftraumüberwachung in Salzburg.

Am Transportflugzeug montiert, kann der Behälter auch Brandherde bei Waldbränden präzise lokalisieren, um eine möglichst effektive Löschmittelabgabe zu gewährleisten.

Mehrere hundert militärische Überflüge pro Monat

Verteidigungsministerin Tanner veröffentlichte in ihrer Anfragebeantwortung auch Zahlen zu Überflügen und Alarmstarts für die Jahre 2023 und 2024. Demnach durchquerten monatlich zwischen 367 (August 2024) und 676 (September 2024) ausländische Militärluftfahrzeuge den österreichischen Luftraum. Die meisten dieser Flüge verfügten über eine entsprechende diplomatische Freigabe. Insgesamt wurden 51 Luftraumverletzungen dokumentiert, und es kam in den beiden Jahren zu 74 Alarmstarts.

Auf Fragen, an welchen Tagen keine Luftraumüberwachung stattfand und wie viele Maschinen tatsächlich einsatzfähig sind, verweigerte die Ministerin aus Gründen der militärischen Geheimhaltung eine Antwort.

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Quelle©Bundesheer/Gorup, Bundesheer/Trippolt, Martin Rosenkranz, Leonardo