Großbritannien intensiviert seine Bemühungen zum Aufbau autonom fliegender Luftkapazitäten und meldet den erfolgreichen Erstflug des unbemannten Helikopters Proteus. Der von Leonardo entwickelte Hubschrauber hob erstmals vom Flugfeld Predannack in Cornwall ab und absolvierte dort erfolgreich seinen Jungfernflug.

Der Helikopter wurde als Technologiedemonstrator für die Royal Navy konzipiert. Ziel ist es, das Potenzial unbemannter Luftfahrtsysteme zu erschließen und diese künftig Seite an Seite mit bemannten Plattformen in einem sogenannten Hybrid Air Wing einzusetzen. Langfristig könnte das System auch eine zentrale Rolle in künftigen U-Boot-Jagdoperationen im Rahmen der britischen „Atlantic Bastion”-Strategie spielen.

Nur wenige Wochen nach dem Abschluss umfangreicher Bodentests am Leonardo-Standort Yeovil – bei denen Systeme, Sensorik und Triebwerke intensiv erprobt wurden – verfolgten Vertreter von Leonardo, der Royal Navy und von UK Defence Innovation auf der Lizard-Halbinsel den historischen Erstflug. Predannack dient dabei nicht nur als Ausweichflugplatz für die nahegelegene Marinebasis RNAS Culdrose, sondern ist zugleich ein zentraler Standort für die Entwicklung autonomer Systeme als National Drone Hub.

Der erfolgreiche Erstflug erfüllt zentrale Vorgaben der Strategic Defence Review der britischen Regierung. Diese sieht den Aufbau einer „New Hybrid Navy” vor, in der autonome Hubschrauber wie dieser Demonstrator eine Schlüsselrolle in hybriden Luftverbänden sowie im Schutz des Nordatlantiks übernehmen sollen.

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Zwar setzt die Royal Navy bereits heute verschiedene Drohnensysteme ein – darunter Malloy-Octocopter oder den kleineren Hubschrauber Peregrine für Aufklärungsaufgaben –, doch übertrifft der neue Demonstrator mit dem Namen Proteus diese deutlich in Größe, Systemkomplexität und vor allem im Grad der Autonomie.

Der Proteus Technology Demonstrator wurde am traditionsreichen britischen Hubschrauberstandort Yeovil entwickelt und gefertigt. Das rund 60 Millionen Pfund schwere Programm sichert etwa 100 hochqualifizierte Arbeitsplätze und gilt als eines der weltweit ersten Projekte für einen vollständig autonomen Helikopter in Originalgröße.

Anstelle einer Besatzung befinden sich im Cockpit Sensoren und leistungsfähige Computersysteme. Gesteuert durch hochentwickelte Software ist Proteus in der Lage, seine Umgebung zu erfassen, zu analysieren, Entscheidungen zu treffen und diese autonom umzusetzen – ein bedeutender Schritt in Richtung zukünftiger unbemannter Marinefliegerei.

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Quelle©Royal Navy