L3 Harris Technologies hat von Italien einen Auftrag im Wert von 255 Millionen Euro zur Lieferung von zwei Gulfstream-G550-Flugzeugen erhalten. Der Zuschlag erfolgte nach Genehmigung durch die US-Regierung. L3 Harris arbeitet bei dieser Lösung mit BAE Systems zusammen.
Die modifizierten Gulfstream G550, die in ihrer militärischen Konfiguration als EA-37B Compass Call II bezeichnet werden, verleihen der italienischen Luftwaffe eine luftgestützte Plattform mit elektromagnetischen Angriffsfähigkeiten. Die EA-37B ist in der Lage, gegnerische Führungs- und Kommunikationsverbindungen, Radarsysteme sowie Navigationsinfrastruktur über große Distanzen zu stören.

„Wir stärken unsere Unterstützung für die italienischen Streitkräfte, indem wir sie mit moderner Einsatztechnologie ausstatten, die auf die Anforderungen eines dynamischen globalen Umfelds vorbereitet ist”, erklärte Jason Lambert, President Intelligence, Surveillance and Reconnaissance bei L3 Harris. „Unser Team wird Italien Lösungen liefern, die sowohl zur nationalen Sicherheit als auch zur Interoperabilität mit den USA und strategischen Partnern beitragen.”
Nach Abschluss der Modifikationen sollen die Flugzeuge – gemeinsam mit dem EC-37B Compass Call – Teil des sogenannten „Joint Airborne Multi-Mission Multi-Sensor System” (JAMMS) werden und in die Spezialflugzeugflotte des italienischen Verteidigungsministeriums integriert werden. L3 Harris modifiziert derzeit zwei G550-ISR-Plattformen im Rahmen dieses Programms.
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JAMMS beschreibt die Beschaffung, den Betrieb und die logistische Unterstützung einer luftgestützten Multi-Missions- und Multi-Sensor-Plattform zur Lageerfassung, Entscheidungsunterstützung auf strategischer und operativer Ebene, domänenübergreifenden Führung, Kommunikation (C3) sowie zur Durchführung elektronischer Schutzmaßnahmen.

Hochmoderne italienische Force-Multiplier-Flotte
Italien hat bereits im November 2016 und im Dezember 2017 je ein luftgestütztes Frühwarnsystem vom Typ E-550A Conformal Airborne Early Warning (CAEW) bei der 71. Gruppe des 14. Geschwaders in Pratica di Mare in Dienst gestellt. Zusätzlich wurden sechs weitere Gulfstream G550 in einer Basisversion beschafft.
Dieses Vorhaben bildete Phase eins eines mehrjährigen Beschaffungsprogramms mit einem Gesamtvolumen von 1,2 Milliarden Euro. Im Dezember 2021 genehmigte das italienische Parlament Phase zwei, welche die Modifikation, Beschaffung und Integration von Missionspaketen für vier der sechs zusätzlichen G550 vorsieht. Diese Phase wurde mit 925 Millionen Euro budgetiert. Weitere 900 Millionen Euro wurden für Phase drei vorgesehen, die die Umrüstung der beiden verbleibenden G550 sowie weitere Maßnahmen umfasst.

Im März 2022 beauftragte das italienische Verteidigungsministerium das israelische Unternehmen IAI/Elta Systems mit der Umrüstung der zwei verbleibenden G550 zur E-550A CAEW, im Auftragswert von 208,9 Millionen Euro. Im Juni 2023 erhielt IAI/Elta Systems zudem den Auftrag zur Umrüstung einer weiteren G550, die separat durch Italien bereitgestellt wurde, auf denselben Standard.
Die italienische Spezialflugzeugflotte auf G550-Basis wird damit künftig insgesamt fünf E-550A CAEW, zwei EC-37B Compass Call und zwei EA-37B Compass Call II umfassen.
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