Andrius Kubilius, EU-Kommissar für Verteidigung und Raumfahrt, hat bei der Europäischen Raumfahrtkonferenz in Brüssel den Start von GOVSATCOM bekannt gegeben. Damit haben seit letzter Woche alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union Zugang zu einer in Europa hergestellten „sicheren und verschlüsselten” Satellitenkommunikation.

Kubilius: „Das bedeutet, dass alle Mitgliedstaaten nun Zugang zu souveräner Satellitenkommunikation haben. Für Militär und Regierung. Sicher und verschlüsselt. In Europa entwickelt, in Europa betrieben, unter europäischer Kontrolle.”

Der Litauer Kubilius bezeichnete dies als einen ersten Schritt. Bereits für nächstes Jahr ist eine erweiterte Abdeckung und höhere Bandbreite geplant. Ab Ende des Jahrzehnts wird dann auch die IRIS²-Konstellation bereitstehen. Die „Infrastruktur für Resilienz, Interkonnektivität und Sicherheit durch Satelliten” wird aus 290 Satelliten bestehen, die sich in verschiedenen Orbits um die Erde bewegen.

Ziel von IRIS² ist eine sichere, unabhängige und flächendeckende Internet- und Kommunikationsinfrastruktur für Regierungsorganisationen, Unternehmen und Bürger in Europa. IRIS² soll Europas strategische Autonomie in Bereichen wie Krisenmanagement und der Vernetzung kritischer Infrastruktur stärken und die Abhängigkeit von nicht-europäischen Anbietern wie Starlink verringern. IRIS² gilt als die dritte Säule der europäischen Weltrauminfrastruktur.

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Eine der drei Säulen ist das globale Satellitennavigationssystem der Europäischen Union, genannt Galileo. Das europäische Galileo-System ist präziser als das US-amerikanische GPS. Es ist seit 2016 operationell und seit 2019 voll einsatzbereit.

Eine weitere Säule ist das Erdbeobachtungsprogramm Copernicus. Es ist das weltweit größte seiner Art. Ziel von Copernicus ist die Sammlung und Analyse von Umweltdaten, um den Zustand unseres Planeten zu überwachen und Entscheidungen in den Bereichen Umwelt, Klima, Sicherheit und Katastrophenmanagement zu unterstützen. Die Flotte besteht aus Radarsatelliten sowie Satelliten für hochauflösende optische Bilder zur Ozean- und Landüberwachung. Die gesammelten Daten sind frei zugänglich und werden von Wissenschaftlern, Behörden, Unternehmen und der Öffentlichkeit genutzt.

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