Mit der Übergabe der ersten vier Lynx-Schützenpanzer an das italienische Heer ist das neue A2CS-Programm (Army Armoured Combat Systems) offiziell angelaufen. Die Fahrzeuge wurden am Multifunktionalen Erprobungszentrum des Heeres (Ce.Poli.Spe) in Montelibretti durch das deutsch-italienische Joint Venture Leonardo Rheinmetall Military Vehicles (LRMV) an die Streitkräfte übergeben.
Die erste Auslieferung folgt auf einen Ende des vergangenen Jahres unterzeichneten Initialvertrag über 21 neue A2CS-Combat-Fahrzeuge und markiert den operativen Start des Modernisierungsvorhabens im Bereich der schweren Gefechtsfahrzeuge des italienischen Heeres.
An der Übergabezeremonie nahmen unter anderem Verteidigungsminister Guido Crosetto, der Generalstabschef der Streitkräfte General Luciano Portolano, der Chef des Heeres General Carmine Masiello, Leonardo-CEO Roberto Cingolani sowie Björn Bernhard, Leiter der Rheinmetall-Division Vehicle Systems Europe, teil. Ebenfalls anwesend waren der LRMV-CEO Laurent Sissmann und der Executive Chairman David Hoeder.

Verteidigungsminister Crosetto betonte die sicherheitspolitische Dimension des Programms: „Das internationale Umfeld verlangt eine sich ständig weiterentwickelnde Verteidigung, die nationale Sicherheit und Interessen wirksam schützen kann. Dazu braucht es moderne, flexible und glaubwürdige Streitkräfte mit hoher Einsatzbereitschaft und technologischer Leistungsfähigkeit. Die Einführung des Lynx, Ergebnis einer italienisch-deutschen Industriekooperation, stärkt die Landstreitkräfte mit einer hochmodernen Plattform.”
Auch Heereschef General Masiello hob die Bedeutung der neuen Fahrzeuge hervor: „Mit dem heutigen Tag beginnt konkret der Weg zur weiteren Mechanisierung des Heeres. Nach drei Jahrzehnten anspruchsvoller Auslandseinsätze wird diese Plattform die Art und Weise, wie das Heer kämpft, grundlegend verändern.”
Risikobild 2026: „Ende der Ordnung“ – und die USA als Gefahr
Leonardo-CEO Roberto Cingolani bezeichnete den Beginn der Auslieferungen als Meilenstein: „Die Kooperation zwischen Leonardo und Rheinmetall ist ein zentraler Baustein zur Stärkung der nationalen Verteidigung und einer wettbewerbsfähigen europäischen Rüstungsindustrie – ein entscheidender Faktor für strategische Autonomie in Europa.“
Auch Rheinmetall-CEO Armin Papperger ordnete die Übergabe strategisch ein: „Mit der Auslieferung an die italienischen Streitkräfte beginnt ein neues Kapitel für die Lynx-Fahrzeugfamilie. Als Gefechtsfahrzeug der nächsten Generation setzt Lynx Maßstäbe in Vielseitigkeit, Schutz, Skalierbarkeit und europäischer Rüstungskooperation.”
Modulares Plattformkonzept
Der Lynx ist als hochgradig modulare Plattform ausgelegt und kann unter anderem als Schützenpanzer, Truppentransporter, mobiles Gefechtsstandfahrzeug oder Sanitätsfahrzeug eingesetzt werden. Die nun übergebenen Fahrzeuge sind mit dem Lance-Turm von Rheinmetall (30 Millimeter) ausgestattet. In der Serienausstattung wird dieser jedoch durch den Hitfist-30-Millimeter-Turm von Leonardo ersetzt, der künftig alle weiteren Fahrzeuge dieses Loses ausrüsten soll.
Kernprojekt der Heeresmodernisierung
Das A2CS-Programm – ursprünglich als AICS (Armoured Infantry Combat System) bezeichnet – bildet gemeinsam mit dem neuen Kampfpanzerprogramm das Rückgrat der Erneuerung der schweren Fahrzeugflotte des italienischen Heeres. Ziel ist die Einführung hoch digitalisierter, vernetzter Systeme, die für multidimensionale Gefechtsräumeausgelegt sind.
Über die nationale Bedeutung hinaus sehen Leonardo und Rheinmetall in dem Programm auch Export- und Kooperationspotenzial für internationale Partner, wie es in einer aktuellen Aussendung heißt.
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