„Frauen sind nicht nur Betroffene von Konflikten, sondern aktive Gestalterinnen von Frieden und Sicherheit”, sagte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner bei der Eröffnung der „Women, Peace and Security Week 2025” in Wien. Zum 25-jährigen Jubiläum der UN-Resolution 1325 wurde die Stadt zum Treffpunkt für führende, vor allem weibliche, Persönlichkeiten aus Militär, Politik und Diplomatie. Militär Aktuell nahm teil und sprach mit Expertinnen aus aller Welt.

Von 1. bis 4. Dezember fand in Wien erstmals die „Women Peace and Security Week” statt. Anlass war das 25-jährige Jubiläum der Resolution 1325 des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen, die Frauen, Frieden und Sicherheit erstmals als gemeinsame Verantwortung der internationalen Gemeinschaft festschrieb. Die Agenda ist ein unverzichtbarer Bestandteil internationaler Stabilität. Frauen sind nicht nur Betroffene von Konflikten sondern aktive Gestalterinnen von Frieden und Sicherheit.

Die Veranstaltung wurde vom Bundesministerium für Landesverteidigung ausgerichtet und stand auch im Zeichen der österreichischen Kandidatur für den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in den Jahren 2027 und 2028. Österreich war bereits dreimal nicht ständiges Mitglied des Sicherheitsrats (1973/74, 1991/92 und 2009/10) und strebt nun eine vierte Mitgliedschaft an.

„Frauen sind nicht nur Betroffene von Konflikten, sondern aktive Gestalterinnen von Frieden und Sicherheit.“

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner in ihrer Eröffnungsrede

Zwei zentrale Orte prägten die Woche: Das „Bruno Kreisky Forum für Internationalen Dialog” im Wiener Bezirk Döbling, wo Workshops und Gespräche stattfanden sowie die abschließende Konferenz im Verteidigungsministerium bei der internationale Spitzenvertreterinnen ihre Erfahrungen und Strategien präsentierten.

Im Rahmen der „WPS Woche” führte Militär Aktuell exklusive Interviews mit führenden Persönlichkeiten aus der internationalen Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Der gemeinsame Fokus: Führung, Gleichstellung, Verantwortung und die Zukunft der Friedenssicherung. So erklärte etwa Irene Fellin, die Sonderbeauftragte des NATO Generalsekretärs Mark Rutte: „Frieden ist nachhaltiger, wenn Frauen gleichberechtigt beteiligt sind” und Major General Anita Asmah, Force Commander der Vereinten Nationen auf den Golanhöhen stellte klar: „Frauen sind keine Dekoration in Uniform, sie sind operative Notwendigkeit.” General Maria Swaan Wrede von den schwedischen Streitkräften wiederum beschrieb Führung als eine Frage der Haltung und nicht des Geschlechts. Und Major General Cheryl Pearce von den Vereinten Nationen in New York meinte: „Gleichstellung ist keine Frage des Idealismus, sondern der Einsatzfähigkeit.”

Die Interviews werden nach und nach auf der Homepage von Militär Aktuell veröffentlicht.

Gesprächspartnerinnen:
Irene Fellin, Sonderbeauftragte des NATO Generalsekretärs für Women Peace and Security
Anita Asmah, Generalmajor der Streitkräfte Ghanas, Force Commander der Vereinten Nationen auf den Golanhöhen UNDOF
Maria Swaan Wrede, General der schwedischen Streitkräfte, ehemalige Kommandeurin der schwedischen Leibgarde
Cheryl Pearce, Generalmajor, Militärberaterin im Office of Military Affairs der Vereinten Nationen in New York
Ella van der Heuvel, Principal Gender Advisor der niederländischen Streitkräfte
Deborah Warren Smith, Lieutenant Colonel a. D. bei der australischen Armee und heutige Leiterin des Elsie Initiative Fund der Vereinten Nationen.
• Annika Hilding Norberg, Leiterin des Programms für Friedensoperationen und Friedenskonsolidierung am Geneva Centre for Security Policy GCSP
Iryna Trokhym, Gender Advisor im ukrainischen Verteidigungsministerium und Vertreterin des Women Veterans Movement

„Frauen sind keine Dekoration in Uniform, sie sind operative Notwendigkeit.“

Major General Anita Asmah aus Ghana

Zum Hintergrund der Veranstaltung

Die Resolution 1325, die im Jahr 2000 vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verabschiedet wurde, verpflichtet die Mitgliedstaaten Frauen in allen Phasen von Friedensprozessen einzubeziehen. Von der Prävention über die Konfliktlösung bis zum Wiederaufbau. Sie beruht auf vier zentralen Säulen: Schutz von Frauen und Mädchen in Konflikten, Förderung der Beteiligung von Frauen in Friedensprozessen, Prävention von Gewalt und Unterstützung beim Wiederaufbau nach Konflikten. Österreich engagiert sich seit vielen Jahren in diesem Bereich, etwa durch den Nationalen Aktionsplan 1325, die Integration von Genderperspektiven in Ausbildung und Einsatzführung sowie der Entsendung von Gender Advisors in internationale Missionen.

Mit der Ausrichtung der „WPS Woche” hat Österreich ein deutliches Zeichen gesetzt. In Wien kamen Frauen (vereinzelt auch Männer) aus aller Welt zusammen, die in militärischen Führungspositionen, in der Diplomatie, in internationalen Organisationen und in der Wissenschaft Verantwortung tragen. Gemeinsam arbeiteten sie daran, künftige Friedensprozesse inklusiver, gerechter und nachhaltiger zu gestalten.

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QuelleBundesheer/Carina Karlovits