Die alle zwei Jahre stattfindende Dubai Airshow öffnet vom 17. bis 21. November am DWC-Airport erneut ihre Tore – und verspricht einmal mehr zahlreiche militärisch relevante Höhepunkte. Die großen Hersteller haben ein beachtliches Line-up angekündigt, sowohl statisch als auch im Flugprogramm: L-39NG Skyfox, Air Tractor AT-802, AW139, King Air, DA62 MPP, KC-390, Eurofighter Typhoon, Super Mushshak, JF-17 Thunder, Rafale, Grob 120TP, AT-6, A400M sowie Maschinen der VAE-Luftwaffe.

Auch Delegationen der US Air Force und der US Navy werden – sofern es bei der bisherigen Planung bleibt – erneut vertreten sein. Überraschungen wie immer nicht ausgeschlossen.

Russische Rückkehr – diesmal prominent

Für internationale Beobachter besonders bemerkenswert: Die Rückkehr der russischen Hersteller unter dem Dach von ROSTEC. 2021 noch regulär vertreten, wurden sie nach Beginn des Angriffskrieges gegen die Ukraine auf der IDEX und in Dubai 2023 isoliert – in einem abgelegenen Pavillon. Heuer sind sie dennoch wieder präsent, und zwar deutlich sichtbarer als zuletzt. Zugpferd ist die Exportversion des Stealthfighters Su-57E (NATO: Flounder).

Russischer Su-57-Kampfjet – ©ROSTEC
Seltenes Bild: Der ROSTEC-Konzern wird in Dubai seinen Su-57-Kampfjet ins Rampenlicht rücken.

Testpilot und „Held Russlands” Sergej Bogdan traf bereits am 11. November mit dem neunten Vorserienprototyp 57-09 in Dubai ein – angeblich nonstop aus Russland und ohne sichtbare Zusatztanks. Laut Hersteller UAC wird die Maschine sowohl am Boden als auch im Flug präsentiert. Gezeigt werden sollen Rollen, Hoch-AOA-Manöver und die beworbene „Supermanövrierfähigkeit” der Su-57.

Die Su-57 selbst ist ein Problemfall der russischen Rüstungsindustrie. Rund 16 Jahre nach Beginn der Flugerprobung verfügt die russische Luftwaffe über kaum nur rund 20 Serienmaschinen. Sie wurden bisher nur punktuell in Syrien und vorsichtig gegen die Ukraine eingesetzt. Einziger bestätigter Exportkunde ist Algerien mit einer Bestellung von zwölf Su-57E, ausgeliefert wurde jedoch noch nicht. Indien – einst Partner im FGFA-Programm – wird aktuell wieder umworben.

Drohnenabwehr: Start-up Atreyd testet in der Ukraine „fliegendes Minenfeld”

Umso wichtiger ist für Russland die Dubai Airshow: Mit Blick auf Sanktionen und Engpässe bei High-End-Elektronik versucht UAC, im Nahen Osten neue Absatzmärkte zu erschließen. Der Konzern spricht von einem „rasant wachsenden regionalen Interesse an Mehrzweckplattformen mit Ausbildungs- und Kampffähigkeiten”.

Kurz vor der Überstellung veröffentlichte UAC ein Video, das die Su-57 erstmals mit geöffneten äußeren Waffenbuchten (R-73 IR-Lenkwaffen) sowie dem zentralen Schacht mit zwei „Dummy”-Kh-Luft-Boden-Flugkörpern zeigt. Was davon tatsächlich in Dubai zu sehen sein wird, bleibt spannend.

Su-57 mit geöffneten äußeren Waffenbuchten – ©Archiv
Innere Werte: Kürzlich tauchten erstmals Bilder einer Su-57 mit geöffneten äußeren Waffenbuchten auf.

Mehr russische Neuheiten – vom Trainer bis zum Hubschrauber

Neben der Su-57 präsentieren die russischen Hersteller mehrere weitere Systeme:

  • Jak-130M – die modernisierte Version des bekannten Jet-Trainers, nun ausgelegt für die Schulung von Piloten moderner 4. und 5. Generation sowie für leichte Kampfeinsätze. Bisher existieren nur zwei modernisierte Exemplare.
  • Ansat-M – ein leichter Mehrzweckhubschrauber.
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  • Ka-52 – der aus dem Ukraine-Krieg bekannte Kampfhubschrauber.
  • Il-76MD-90A(E) – die modernisierte Transportvariante mit PS-90-Triebwerken.
  • Ka-32A11M – Transport- und Mehrzweckhubschrauber.

Kampfhubschrauber Ka-52 – ©Georg Mader
Bei der Dubai Airshow mit dabei: der aus dem Ukraine-Krieg bekannte russische Kampfhubschrauber Ka-52.

Geopolitische Verschiebungen – Israel draußen, Österreich dabei

Ein weiteres politisches Detail am Rande: Nach den Abraham Accords waren israelische Rüstungsunternehmen auf IDEX und Dubai Airshow willkommen. Nach den jüngsten Gaza-Ereignissen bleiben sie nun außen vor.

Militär Aktuell ist heuer mit zwei Redakteuren vor Ort, hat bereits zahlreiche Gespräche fixiert und wird während der Airshow sowie im Anschluss umfassend berichten.

Quelle©Georg Mader, ROSTEC, Archiv