Aus dem jährlichen China-Bericht des Pentagon geht hervor, dass sich China bereits auf dem Weg zur „Atom-Triade” befinden könnte. An Gesprächen zur Rüstungsbegrenzung möchte die chinesische Volksrepublik nach wie vor nicht teilnehmen.

Nach Einschätzungen des US-Verteidigungsministeriums dürfte China sein Arsenal an Atomsprengköpfen in den kommenden zehn Jahren mindestens verdoppeln. Zu diesem Schluss kommen die Autoren des China-Berichts, den das Pentagon einmal im Jahr für das US-Parlament zusammenstellt. Aktuell würde die Zahl im niedrigen 200er-Bereich liegen. Doch damit noch nicht genug: Die chinesische Volksrepublik stünde außerdem kurz vor der Vervollständigung der sogenannten „Atom-Triade”. China wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in Zukunft also auch zu Nuklearangriffen aus der Luft fähig sein. Bislang wären nur Angriffe von Festland und Meer aus möglich gewesen.

Das seien durchaus beunruhigende Zahlen, gibt Chad Sbragia, China-Experte des Pentagon, zu verstehen. Dabei sollte jedoch berücksichtigt werden, dass selbst bei einer Vergrößerung des Arsenals China immer noch weit hinter den USA zurückliegt. Mit rund 3.800 Atomsprengköpfen ist das US-Arsenal nämlich um ein Vielfaches größer. Aber auch Russland scheint über eine ähnlich große Anzahl an Sprengköpfen zu verfügen. Nachdem der letzte große atomare Abrüstungsvertrag New Start, der die Begrenzung strategischer Kernwaffen regelt, am 5. Februar 2021 ausläuft, versuchen die beiden Staaten derzeit ein neues Abkommen zur Rüstungsbegrenzung anzubahnen (Militär Aktuell berichtete). Jegliche Anläufe, auch China in diese Gespräche einzubinden, blieben bislang allerdings erfolglos. Zurückführen sei das vor allem auf die anhaltenden Streitigkeiten zwischen China und den USA.

Aus dem Bericht des Pentagon geht außerdem hervor, dass sich China in mehreren militärischen Bereichen bereits an den Modernisierungsgrad der USA angeglichen hätte. Teilweise dürfte sich die Volksrepublik sogar schon auf der Überholspur befinden. Das betrifft vor allem den Schiffsbau, ballistische Raketen und Luftwaffensysteme. Zudem besitzt China mit rund 350 Schiffen und U-Booten die größte Seeflotte der Welt. Die US Navy kommt aktuell auf „nur” 293 Schiffe. Dem Bericht zufolge sei China dazu bereit, seine Militärausgaben auch weiterhin mit hoher Geschwindigkeit zu steigern.

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Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen. Diesen Satz aus der Lehre Heraklits verfolgt Sarah auch im Berufsleben. So hat sie zum Beispiel schon über Autos, Beton, Geld, Musik und Frauen in der Wirtschaft geschrieben. Privat steigt sie ziemlich gerne in Flüsse und ist überhaupt gerne draußen unterwegs. Je mehr Action, desto besser.