Wie das US Central Command (CENTCOM) über X bekannt gab, wurde im Nahen Osten das erste Einweg-Drohnen-Geschwader des US-Militärs eingerichtet. CENTCOM ist das zuständige Regionalkommando für den Nahen Osten, Ostafrika und Zentralasien. Der aktuelle Kommandant ist Admiral Brad Cooper von der US Navy.

CENTCOM startete die Task Force Scorpion Strike (TFSS) vier Monate, nachdem US-Verteidigungsminister Pete Hegseth die Beschaffung und den Einsatz kostengünstiger Drohnentechnologie beschleunigt hatte. TFSS soll den eingesetzten Truppen schnell kostengünstige und effektive Drohnenkapazitäten bereitstellen.

Die von CENTCOM eingesetzten Lucas-Drohnen verfügen über große Reichweiten und sind für den autonomen Betrieb ausgelegt. Sie können per Katapult, raketenunterstütztem Start sowie über mobile Boden- und Fahrzeugsysteme gestartet werden.

Lucas-Drohne – ©CENTCOM
Das US-Unternehmen Spektre Works setzt „Dual Use“ pragmatisch um – mit einer kostengünstigen Ziel- und Angriffsdrohne nach Shahed-Vorbild.

„Diese neue Task Force schafft die Voraussetzungen dafür, Innovation als Abschreckungsmittel einzusetzen”, sagte Admiral Brad Cooper. „Die schnellere Ausstattung unserer Soldaten mit modernsten Drohnenfähigkeiten demonstriert die Innovationskraft und Stärke des US-Militärs – und schreckt potenzielle Angreifer ab.”

Bereits im September startete CENTCOM die Rapid Employment Joint Task Force (REJTF) unter Leitung des Chief Technology Officers, um die Ausstattung der Streitkräfte mit neuen Fähigkeiten zu beschleunigen. Die gemeinsame Task Force koordiniert Innovationsbemühungen aller Teilstreitkräfte in den Bereichen Fähigkeiten, Software und Technologiediplomatie, so CENTCOM. Die Arbeiten der TFSS zur Aufstellung einer Drohnenstaffel für Einwegangriffe werden vom Special Operations Command Central geführt und entsprechen dem REJTF-Schwerpunkt „Fähigkeiten”.

Präsentation der Lucas-Drohne – ©US DoD
Das Low-Cost Uncrewed Combat Attack System (Lucas) bei der Präsentation vor dem US-Verteidigungsminister.

Wo das Einweg-Drohnen-Geschwader stationiert ist, wurde nicht bekannt gegeben. Ein möglicher Standort wäre die Al Udeid Air Base in Katar, von der aus der gesamte Persische Golf bis zur Straße von Hormus abgedeckt werden kann.

Lucas-Kamikazedrohne

Das Low-Cost Uncrewed Combat Attack System (Lucas) stammt vom US-Unternehmen Spektre Works und wurde im Juli vorgestellt. Die Drohne ähnelt stark der iranischen Shahed-136 – sie ist praktisch ein Klon. Offiziell basiert sie auf der Zieldrohne FLM 136, die Spektre Works auf seiner Website als „reverse-engineered” beschreibt, um eine realistische Bedrohungslage simulieren zu können.

MQM-172 Arrowhead – ©Archiv
Auch die MQM-172 Arrowhead ist ein Shahed-Klon – und ebenfalls als Dual-Use-System ausgelegt.

Die Zieldrohne ist 3 Meter lang, besitzt 2,5 Meter Spannweite und wird von einem 215-ccm-Motor angetrieben. Die Marschgeschwindigkeit soll bei rund 100 km/h liegen, die Höchstgeschwindigkeit bei etwa 160 km/h. Das Abfluggewicht beträgt 81,5 Kilogramm, die Nutzlast 18 Kilogramm, die Flugzeit rund sechs Stunden. Daten zur Lucas-Kamikazedrohne selbst sind nicht öffentlich. Die Kosten pro Drohne wurden bei der Präsentation vor Minister Hegseth mit umgerechnet knapp 35.000 Euro angegeben.

Im August stellte das US-Unternehmen Griffon Aerospace mit der MQM-172 Arrowhead einen weiteren Shahed-Klon vor. Die MQM-172 wird als Hochleistungs-Zieldrohne und als konfigurierbare Angriffsdrohne mit Nutzlasten bis rund 50 kg beschrieben.

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Quelle©CENTCOM, US DoD, Archiv