Somalia, das oft als „Failed State” bezeichnet wird und militärisch zu den schwächsten Ländern der Welt zählt, verhandelt derzeit mit Pakistan über den Kauf von bis zu 24 Kampfflugzeugen des Typs CAC/PAC JF-17 Thunder Block III. Darüber berichten unter anderem Defence Security Asia” und Business Insider Africa”. Der mögliche Deal soll sich auf rund 770 Millionen Euro belaufen. Angaben zu einem potenziellen Kreditgeber, der eine solche Beschaffung ermöglichen würde, liegen bislang nicht vor.

Das Bürgerkriegsland, dessen Regierung große Teile des Staatsgebiets nicht kontrolliert, könnte damit erstmals seit mehr als drei Jahrzehnten wieder über moderne Kampfflugzeuge verfügen.

Ergänzend wird berichtet, dass es sich bei dem möglichen Geschäft um die bislang ambitionierteste Modernisierungsmaßnahme der somalischen Streitkräfte seit dem Staatszerfall Anfang der 1990er-Jahre handeln würde. Die Beschaffung der CAC/PAC JF-17 Thunder Block III sei demnach Teil eines umfassenderen Plans zum Wiederaufbau einer eigenständigen Luftverteidigungs- und Luftunterstützungsfähigkeit. Neben den Flugzeugen selbst könnten auch Ausbildung, Wartung, Ersatzteilversorgung und Bewaffnung Bestandteil der Verhandlungen sein.

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Laut den Berichten gilt insbesondere die Block-III-Version als attraktiv, da sie über ein modernes AESA-Radar, verbesserte Avionik und die Fähigkeit zum Einsatz zeitgemäßer Luft-Luft- und Luft-Boden-Bewaffnung verfügt. Für Somalia wäre dies technologisch ein erheblicher Sprung. Gleichzeitig verweisen die Quellen darauf, dass Finanzierung, Infrastruktur und Pilotenausbildung zentrale Herausforderungen darstellen. Ohne externe Kreditgeber und langfristige logistische Unterstützung wäre ein nachhaltiger Betrieb einer solchen Flotte kaum realistisch.

Zuletzt gab es vermehrt Berichte, wonach es bei der JF-17 – einer Koproduktion zwischen China und Pakistan – immer wieder zu Problemen kommt (-> Pakistan als Schauraum fehleranfälliger chinesischer Militärtechnik). Besonders das Treibwerk gilt als Risikofaktor. Zudem kam es seit 2011 zu sechs nicht kampfbedingten Totalverlusten unter Routinebedingungen.

Quelle©Georg Mader