Österreich hat den Anfang gemacht: Noch vor der Bundeswehr hat das Österreichische Bundesheer Nägel mit Köpfen gemacht und bei Rheinmetall Air Defence insgesamt 36 Skyranger-Flugabwehrsysteme bestellt – aufgebaut auf der Pandur-Evolution-Plattform von General Dynamics European Land Systems-Steyr. Nur wenige Tage später zog Deutschland nach und fixierte den Kauf von 19 Systemen auf Boxer-Basis.

Auch Dänemark hat inzwischen unterschrieben und plant die Integration des Skyranger auf Piranha-Plattformen. In Ungarn läuft ein Entwicklungsprogramm auf dem Schützenpanzer Lynx, auch die Niederlande haben den Kauf des Systems bereits offiziell angekündigt und Interesse gibt es zudem von weiteren Ländern wie beispielsweise auch Tschechien.

Airpower: GDELS-Steyr zeigt Pandur mit Skyranger-Turm

Was dieser Auftragsboom für Rheinmetall am Entwicklungs- und Produktionsstandort Zürich bedeutet? Vor allem eines: Arbeit – und zwar deutlich mehr. Wie der Schweizer Rundfunk (SRF) in einem aktuellen Radiobeitrag berichtet, soll das Personal vor Ort deshalb um bis zu 600 neue Mitarbeitende aufgestockt werden. Die Personalakquise läuft demnach bereits seit Ende des vergangenen Jahres – am Ende des Ausbaus soll sich der Personalstand am Standort Zürich verdoppelt haben.

Der Erfolg überrascht angesichts der Leistungsfähigkeit des Skyranger-Systems wenig – die Dynamik jedoch schon. Denn der sogenannte „Gepard-Moment” im Jahr 2022 hatte dem Schweizer Rüstungsstandort einen empfindlichen Imageschaden zugefügt. Damals blockierte die Schweizer Neutralitätspolitik die Weitergabe von 12.000 in der Schweiz produzierten Flak-Munitionspatronen, die Deutschland aus seinen Beständen an die Ukraine für ihren Abwehrkampf gegen Russland (-> Aktuelle Meldungen aus dem Ukraine-Krieg) liefern wollte.

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Wie SRF-Redakteurin Isabell Pfaff in ihrem mehr als vier Minuten langen Beitrag berichtet, habe dieses Veto vielen bestehenden und potenziellen Kunden deutlich vor Augen geführt, dass man sich auf Schweizer Rüstungsgüter unter Umständen nicht verlassen könne. Umso bemerkenswerter ist nun die Kehrtwende: Der Skyranger ist gefragt wie nie – und Zürich wird zum Zentrum einer neuen europäischen Flugabwehr-Dynamik.

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