Im Rahmen der Eurosatory 2024 vor wenigen Wochen hat Hensoldt mit MUSS 2.0 (Multifunctional Self-Protection System) eine Weiterentwicklung im Bereich des fahrzeugunabhängigen Selbstschutzes vorgestellt. Das System stellt die nächste Generation des bereits bestehenden MUSS dar, welches unter anderem bereits mehr als 350-mal in den Schützenpanzer Puma integriert wurde. MUSS 2.0 ist die neueste Generation der abstandsaktiven Schutzmaßnahmen für mittelschwere gepanzerte Fahrzeuge, Selbstfahrlafetten, Artilleriefahrzeuge, Schützenpanzer und Kampfpanzer.

Gegenüber der Vorgängerversion zeichnet sich MUSS 2.0 durch ein geringeres Gewicht und eine kleinere Silhouette bei gleichzeitiger Steigerung der Fähigkeiten aus. Das System besteht aus vier passiven Sensorköpfen mit jeweils einem Raketen- und Laser-Warnsensor, einer Zentraleinheit, einem weiterentwickelten Laser-basierten Infrarot-Störsender sowie einer Gegenmaßnahmen-Einheit zum Ausstoß von pyrotechnischen Täuschkörpern. Durch diesen Sensorverbund kann das System neben Bedrohungen wie draht- und lasergelenkten Raketen nun auch Leuchtspurgeschosse, Panzerfäuste, Mündungsfeuer und Beschuss durch Wuchtgeschosse detektieren.

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MUSS 2.0 ist darüber hinaus in der Lage, Laser mit geringer Leistung, wie sie bei einer Leitstrahllenkung und Entfernungsmessern vorkommen, richtungsgenau zu erfassen und zu klassifizieren. Speziell lasergelenkte Raketen können durch den IR-Störsender gestört und damit abgewehrt werden. Die vom System gewonnenen Daten können in das „Battle Management System” eingespeist werden, um die Bedrohung besser bekämpfen zu können. MUSS 2.0 kann dabei mehrere Bedrohungen gleichzeitig erfassen, gemäß Gefährdung priorisieren und semi-, beziehungsweise vollautonom bekämpfen. Die Bedrohungsdatenbank kann von den Nutzern individuell angepasst werden, wodurch eine Anpassung an das jeweilige Gefechtsfeld ermöglicht wird und auch zukünftigen Bedrohungen begegnet werden kann.

„MUSS 2.0 bietet eine verbesserte und erweiterte Sensorik, eine signifikant verbesserte Software sowie moderne Gegenmaßnahmen”, sagt Jan Erbe, Leiter des Geschäftsbereichs Ground based Systems bei Hensoldt. Er ist überzeugt: „Das Mehrebenen-System bietet neben der Softkill-Bekämpfung von lasergelenkten Bedrohungen auch die Möglichkeit der Einbindung von Hardkill-Effektoren. Damit leistet MUSS 2.0 einen kritischen Beitrag zum Schutz der gepanzerten Plattform und deren Insassen.”

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Quelle©Hensoldt AG