Aufsehenerregender Zwischenfall im Pazifik: Ein russisches Seefernaufklärungs- und U-Boot-Jagdflugzeug vom Typ Il-38N näherte sich dem atomgetriebenen Flugzeugträger „USS Carl Vinson” (CVN-70) bis auf kurze Distanz. Dabei wurde die Il-38N von US-Kampfflugzeugen des Typs F/A-18F und F-35C begleitet.
Zwar dürfte der russische Aufklärer abgefangen worden sein – abdrängen ließ er sich offenbar jedoch nicht.
Russian media published the escort video from the Il-38N maritime patrol aircraft in a visual of the F-35C fighter jet to its left/port side.
American F-35C and F/A-18F jets shadowed Russian Il-38N maritime patrol aircraft flying near the USS Carl Vinson aircraft carrier, in a… pic.twitter.com/A8CuO5km7X
— FL360aero (@fl360aero) March 29, 2025
Faktisch durchquert die Il-38N die Aerodrome Traffic Zone (ATZ, Flugplatzverkehrszone) der „USS Carl Vinson” – und zwingt den Träger damit zur Einstellung des Flugbetriebs.
Aus Sicherheitsgründen können weder Starts noch Landungen erfolgen, solange sich andere Flugzeuge in unmittelbarer Nähe befindet.
Eine international verbindliche Rechtsnorm existiert hierfür nicht. Die ATZ „wandert” mit dem Flugzeugträger mit, der sich in internationalen Gewässern bewegt. Der russische Seefernaufklärer wiederum operiert im internationalen Luftraum – ein rechtlich grauer Bereich.
Zwar gibt es globale Regeln zur Kollisionsvermeidung zwischen Schiffen und auch zwischen Flugzeugen – doch für Flugzeugträger, deren ATZ flexibel mitgeführt wird, existieren keine standardisierten Luftfahrtkarten.
Problematisch wird das, wenn sich Flugzeuge mit knappem Treibstoffvorrat in der Luft befinden: Sie müssten vorrangig landen – wofür jedoch ein freier Luftraum um den Träger nötig wäre. Alternativ könnte ein Tankflugzeug starten, um die Maschinen in der Luft zu versorgen – aber auch das erfordert gesicherten Luftraum.

Eindrucksvolle Leistung der Il-38N
Für die inzwischen mehr als 50 Jahre alte Iljuschin Il-38N ist der Flug nach Guam zweifellos eine bemerkenswerte Leistung. Die „USS Carl Vinson” muss sich zum Zeitpunkt des Überflugs im Westpazifik befunden haben.
Der nächste russische Militärflugplatz, von dem diese Maschine gestartet sein könnte, befindet sich bei Wladiwostok. Von dort aus führt der Flug im internationalen Luftraum durch die Koreastraße, südlich an Japan vorbei – rund 4.000 Kilometer bis Guam. Ein weiterer Beweis dafür, dass die russische Aufklärung funktioniert.
New Russian MoD video showing Pacific Fleet Naval Aviation Il-38 & Il-38N ASW & MP aircraft conducting training sorties out of Yelizovo in Kamchatka as part of the „Okean-2024“ exercise. At the beginning we also see an An-12BK medium-sized transport aircraft taxiing at the base. pic.twitter.com/xbRfspTkMl
— Guy Plopsky (@GuyPlopsky) September 16, 2024
Die Iljuschin Il-38N fliegt mit einer Besatzung von bis zu zwölf Soldaten, darunter bis zu neun Missionsspezialisten, bis zu 9.500 Kilometer weit. Sie kann mit bis zu 9.000 Kilogramm an Wasserbomben, Minen, Torpedos, Anti-Schiff-Raketen sowie Sonarbojen bewaffnet werden.
Die primären Sensoren bestehen aus 360-Grad-See- und Luftraumüberwachungsradaren sowie einem Magnetanomaliedetektor zur Ortung von U-Booten.
Marschieren die USA gegen den Iran auf?
Die „USS Carl Vinson” (CVN-70) befindet sich derzeit auf dem Weg ins Arabische Meer. Am 24. März 2025 lief der atomgetriebene Flugzeugträger die Insel Guam im Westpazifik an und verließ den Hafen am 28. März wieder.
Die Trägerkampfgruppe nimmt nun Kurs nach Westen, um sich im April im Verantwortungsbereich des US Central Command (CENTCOM) der Carrier Strike Group der „USS Harry S. Truman” anzuschließen.

Indessen wächst die militärische Präsenz im Indischen Ozean: Auf der Naval Support Facility Diego Garcia sind mehrere B-2 Spirit Stealth-Bomber eingetroffen.
Die vorhandenen vier „B2SS” Extra Large Deployable Aircraft Hangar Systems reichen offenbar nicht mehr aus, um alle Maschinen unterzubringen. Jüngste Satellitenbilder vom 25. März zeigen zunächst drei, inzwischen möglicherweise fünf B-2-Bomber, die ungeschützt im Freien stehen – ein mögliches Indiz für eine bevorstehende großangelegte Luftoperation?
Diego Garcia, March 25 2025. 3 (or possibly 7) B-2 Bombers & 9 KC-135. Hardened shelters are essential for the security of US MIL assets. Strategic power display can work to deter enemies, but we must have adequate shelters, especially hardened shelters at Diego, Kadena,… pic.twitter.com/TccJxVXq2r
— IPWC (@IndoPacWatch) March 26, 2025
US-Präsident Donald Trump hat unterdessen ähnlich scharfe Drohungen gegen den Iran ausgesprochen wie zuvor gegenüber den Huthi-Rebellen vor dem Angriff auf den Jemen. „Ich habe ihnen einen Brief geschickt: Redet – oder stellt euch schlimmen, sehr schlimmen Dingen”, so Trump.
Q: Iranian drones are killing Ukrainians every day. Why aren’t you doing something about that?
Trump: Iran makes a lot of drones. Very effective drones.
I sent them a letter: Talk—or face bad, bad things. 1/ pic.twitter.com/jkPBM2ybXO
— Tymofiy Mylovanov (@Mylovanov) March 28, 2025
Fachleute schlagen Alarm
Mindestens ein Drittel aller B-2-Stealth-Bomber der USA – und wohl rund die Hälfte der einsatzbereiten Maschinen – wurden auf der abgelegenen US-Basis Diego Garcia zusammengezogen. Noch nie zuvor wurde eine derart große Zahl dieser hochsensiblen und derzeit unersetzbaren Flugzeuge so exponiert stationiert: direkt an der Grenze zur 12-Meilen-Zone, die die Basis von internationalen Gewässern trennt. Das wirft zwangsläufig die Frage auf: Wozu diese massive Konzentration von Feuerkraft?
Generalleutnant Hofbauer: „Sky Shield ist keine Raketenabwehr“
Zwei Trägerkampfgruppen und eine beträchtliche Anzahl der besten strategischen Bomber der USA – das ist deutlich mehr, als für begrenzte Luftschläge gegen die Huthi im Jemen notwendig wäre. Steht der Iran als nächstes im Visier der Trump-Regierung?
Der Iran gilt als Erzfeind Israels – und Israel wiederum ist unter Donald Trump der mit Abstand engste Verbündete der USA. Im Gegensatz zur Ukraine oder den NATO-Partnern erhält Israel von der aktuellen US-Regierung uneingeschränkte Unterstützung – ohne öffentliche Kritik aus Washington.









