Das renommierte UK Defence Journal hat den 1. April auch heuer wieder mit einer ganzen Reihe humorvoller Falschmeldungen begangen – und dabei offenbar genau den richtigen Ton getroffen: Mindestens ein Aprilscherz wurde von Russia Today (RT) für bare Münze genommen und als echte Nachricht verbreitet.

Zu schön, um wahr zu sein: In dem betreffenden Artikel hieß es, Großbritannien plane angesichts der wachsenden Bedrohung durch Russland den Bau eines dritten Flugzeugträgers der Queen Elizabeth-Klasse. Der Name des neuen Schiffs: „HMS Prince Andrew”. Spätestens bei der angegebenen Schiffslänge von 480 Metern und einem Preis von 987,6 Milliarden Pfund hätte man jedoch stutzig werden müssen – das entspricht umgerechnet rund 1,18 Billionen Euro oder etwa der Hälfte der weltweiten Rüstungsausgaben.

Doch nicht nur dieser Artikel sorgte für Verwirrung:

  • Die schottische Regierung wolle angeblich das amphibische Landungsschiff „HMS Albion” erwerben und auf dem nur bedingt schiffbaren River Clyde zwischen Cambuslang und Clydebank einsetzen – eine Strecke, die aufgrund von Brücken und geringer Wassertiefe kaum für ein Schiff dieser Größe geeignet ist.

  • Ein RAF-Stützpunkt habe mehrere F-35B-Kampfjets „verloren”, die man nun mit einem „gezielten visuellen Wiedererfassungsverfahren” suche.

  • In der „Operation Priority Boarding” sollen britische Truppen künftig inkognito mit Billigfliegern transportiert werden.

  • Die Remontowa-Werft in Gdańsk, Polen, sei angeblich nun offizielles schottisches Hoheitsgebiet – damit Fähren „im Inland” gebaut werden können.

  • Großbritannien plane, seine gesamte Panzerflotte auf Linkslenkung umzurüsten, um EU-Verkehrsvorschriften zu erfüllen – Kostenpunkt: 1,4 Milliarden Pfund (1,7 Milliarden Euro).

  • Die Royal Navy investiere in aufblasbare Tarnkappenschiffe, die schnell einsetzbar und auf Radar kaum zu orten seien.

  • Immerhin auf den ersten Blick durchaus glaubhaft: der Plan der britischen Regierung, eine kolossale Militärparade durch das Zentrum Edinburghs durchführen zu lassen. Dabei sollen auch die umstrittenen Trident-Atomraketen gezeigt werden, um Unterstützung für das Vereinigte Königreich zu gewinnen.

Nicht zu toppen: Der beste Scherz blieb laut Redaktion jedoch der des Autors selbst: Eine Meldung über die Zulassung des Eurofighters für Regenflüge nach einer 23-jährigen Testreihe. Das dazugehörige Video – das in Wahrheit eine französische Dassault Rafale zeigt – erreichte bereits über 200.000 Aufrufe.

Fazit: Das UK Defence Journal freut sich sichtlich über den versehentlichen Ritterschlag durch Russia Today – und beweist damit, wie nah Satire und Realität manchmal beieinander liegen.

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