Die britische Royal Navy hat vor wenigen Tagen ein zweijähriges Projekt abgeschlossen, in dem der Einsatz von düsengetriebenen Drohnen untersucht wurde. Obwohl die getesteten Banshee-Drohnen nicht in den Dienst gestellt werden, hat das Projektteam des Fleet Air Arm seine Ziele erreicht.

Dazu meinte Banshee-Flugkommandant Leutnant Tony Nairn: „Obwohl das Banshee-Luftsystem nicht in Betrieb gehen wird, darf seine Bedeutung nicht unterschätzt werden. In diesem Entwicklungsbereich wird das, was als nächstes kommt, durch das bestimmt, was heute getan wurde.”

Im Jahr 2023 wurde von dem 700X Naval Air Squadron erstmals ein Flug mit den Banshee-Drohnen durchgeführt, um zu verstehen, wie diese Hochgeschwindigkeitsdrohnen mit Düsenantrieb geflogen und betrieben werden können. Mit Geschwindigkeiten von bis zu 400 Meilen pro Stunde (etwa 640 Kilometer pro Stunde) stellten die Drohnen für das Geschwader eine wesentliche Weiterentwicklung der Fähigkeiten dar.

Royal Navy schließt Projekt für düsengetrieben Drohnen ab – ©Royal Navy
Das Projektteam sah alle Ziele erfüllt – auch wenn die Banshee-Drohnen künftig nicht zum Einsatz kommen werden.

Ausgestattet mit Banshee Jet 80+-Systemen des Unternehmens Qinetiq setzte das Team die Drohnen vom Flugplatz Predannack in Cornwall aus ein, der sich in der Nähe der Royal Navy Air Station Culdrose befindet.

„Das Projekt war nicht ohne Herausforderungen, und das neuartige Konzept der Erprobung eines ferngesteuerten Düsensystems erforderte von Anfang an Belastbarkeit”, so Nairn weiter. „Das Team hat nun die Grundlagen geschaffen, auf denen künftige agile Projekte aufgebaut werden können. Dies wurde durch eine umfangreiche Sammlung und Aufzeichnung der gemachten Erfahrungen erreicht.”

Im Vorfeld des diesjährigen Flugzeugträgereinsatzes unter der Führung der „HMS Prince of Wales” wurden die Banshees als Ziele eingesetzt, um die Luftabwehr des Schiffes und seiner Flugzeuge zu testen. Im Rahmen von Übungen wurden die Drohnen durch Luft-Luft-Raketen von F35-Jets und Wildcat-Angriffshubschraubern zerstört.

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Oberleutnant Steve Cooke, der kommandierende Offizier von 700X NAS, zeigte sich zufrieden mit den Ergebnissen des Projekts und fügte hinzu, dass die Marine in der schnelllebigen Welt der Drohnentechnologie stets auf der Suche nach neuen Systemen sei. „Banshee hat uns unschätzbare Kenntnisse über den Betrieb von Hochgeschwindigkeitsdrohnen vermittelt. Es hat uns auch ermöglicht, die Streitkräfte für die Trägerkampfgruppe zu unterstützen. Wir sind jetzt bereit für die nächste Möglichkeit, die sich uns bietet.”

Im vergangenen Jahr konnte das Geschwader erfolgreich ferngesteuerte Mini-Hubschrauber namens Peregrine testen, die bereits erfolgreich auf der „HMS Lancaster” eingesetzt wurden. Heuer wird 700X NAS die Malloy T-150 testen, eine Oktokopter-Drohne zum Heben von Lasten, die zum ersten Mal für den Transport von Versorgungsgütern zwischen Schiffen während des heurigen Trägereinsatzes eingesetzt werden soll.

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Quelle©Royal Navy