Die Bundeswehr hat Rheinmetall mit der Lieferung von VTAM-Ausbildungssimulatoren (VTAM = Verteilte Trainingsarchitektur der Marine) beauftragt. Das Auftragsvolumen liegt laut Angaben des deutschen Rüstungskonzerns im „mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich, das Projekt wurde mit Jänner 2025 gestartet und ist für einen Zeitraum von vier Jahren anberaumt.

Bei VTAM handelt es sich um eine vernetzte simulationsbasierte Einsatzausbildungslösung für die deutsche Marine. Dazu werden Hardware- und Software-Module durch die Rheinmetall Electronic Solutions GmbH an sechs Standorte geliefert und in Betrieb genommen.

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„Mit VTAM wird erstmalig eine Simulation zum Zusammenspiel des äußeren und inneren Gefechts eines Kriegsschiffes (Waffeneinsatz und Schadensbekämpfung) in die deutsche Marine eingeführt”, heißt es in einer aktuellen Rheinmetall-Aussendung. „Damit werden künftig verschiedenste Ausbildungs- und Übungsmöglichkeiten geschaffen, um Besatzungen von Schiffen, Booten und fliegenden Einheiten gemeinsam in einem virtuellen Szenario zu beüben.”

Durch die neuen Systeme soll zudem die Vernetzung in den Dimensionen „Simulation”, „Taktische Datenlinks”, „Sprach-Kommunikation” und „Web Services” für simulationsbasierte Übungen zwischen sechs Marine-Standorten und zu NATO-Partnern ermöglicht werden.

VTAM-Infrastruktur für die deutsche Marine – ©Rheinmetall
Die in Wilhelmshaven, Rostock-Warnemünde, Bremerhaven, Eckernförde, Kiel und Nordholz zu etablierenden VTAM-Systeme schaffen die Möglichkeit, bereits vorhandene oder zukünftige Simulationssysteme und Landanlagen an die Trainingsarchitektur anzubinden und somit die Teilnahme an gemeinsamen Übungsszenarien sicherzustellen.

Zusätzlich soll das neue System an den Stützpunkten Rostock-Warnemünde und Wilhelmshaven auch die Anbindung von Korvetten und Fregatten ermöglichen, so dass Besatzungen an Bord ebenfalls an gemeinsamen Übungen teilnehmen können. Das im Marineunterstützungskommando Wilhelmshaven beheimatete Distributed Training Center (DTC) koordiniert und überwacht künftig die technischen Vernetzungen und Übungsabläufe.

An den Stützpunkten Rostock-Warnemünde und Wilhelmshaven wird die Übungsteilnahme von Korvetten und Fregatten im Hafen durch Funk- und Taktische Datenlink-Komponenten ermöglicht. Diese „Total Ship Training”-Lösung ist angelehnt an das von Rheinmetall in 2023 gelieferte Naval Mission Training Center für einen Exportkunden. Neben der Simulation sind weitere Kernelemente die Einbindung von Korvetten und Fregatten mittels Funksystemen für Sprachkommunikation sowie Taktischen Datenlinks zum Austausch von Lagebildinformationen. Damit können die Besatzungen mittels ihrer Bordsysteme an einer vernetzten virtuellen Übung teilnehmen.

©Militär Aktuell

Über die bereits durch Rheinmetall hergestellte Trainings- und Simulationslandschaft hat VTAM strategische Bedeutung, da nun neben der Schullandschaft insbesondere die Einsatzausbildungszentren an den Stützpunkten durch Rheinmetall ausgestattet werden, um der deutschen Marine eine durchgängige, vernetzte und moderne Ausbildung und Inübunghaltung zu bieten.

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Quelle©Rheinmetall, Bundeswehr/Vennemann