Selbst als „Einäugiger” ließ es sich Brigadier Klaus Jäger nicht nehmen, vor wenigen Tagen das diesjährige, inzwischen traditionelle Publikumsschießen der Heereslogistikschule am Schießplatz Stammersdorf persönlich zu eröffnen. Nur zwei Tage zuvor am linken Auge operiert – und dieses daher „piratenmäßig” abgedeckt –, begrüßte der neue und alte Kommandant der vielschichtigen Ausbildungseinrichtung „in den Gabrissen” rund 110 Teilnehmer sowie zahlreiche Gäste und Freunde.
Brigadier Jäger ist vor Kurzem als Kommandant an seine Wurzeln zurückgekehrt: 1985 begann er seine Laufbahn als Zugsführer an der damaligen Heeresversorgungsschule. 15 Jahre später, bis 2006, kehrte er als Wirtschaftsoffizier unter Brigadier Jocham zurück. Seit dem 1. Mai, nach abgeschlossener Generalstabsausbildung, führt er nun zum dritten Mal – diesmal als Kommandant – die mittlerweile in Heereslogistikschule umbenannte Einrichtung.
Gegenüber Militär Aktuell betonte er am Rande der Veranstaltung, wie sehr es für ihn „eine Freude und Ehre” sei, hier wirken zu dürfen. Die Mitarbeiter seien „vom Feinsten”, die Herausforderung zu lehren „grundsätzlich positiv”, da man „die Erfolge praktisch sehen kann”.
Ein gut etablierter Fixpunkt
Das Jahresschießen wurde einst von Brigadier Jocham ins Leben gerufen und hat sich seither – wie Brigadier Jäger ausführt – „zu einem gut etablierten Fixpunkt in der Logistiklandschaft, insbesondere in der Militärlogistik” entwickelt. Dabei gehe es „nicht nur ums Schießen, sondern auch um Kommunikation innerhalb eines logistischen Netzwerks. Es sind Partner aus anderen Ressorts dabei, ebenso Vertreter der Zentralstelle. Man schießt vielleicht eine Viertelstunde, kann aber in den verbleibenden drei Stunden hervorragend netzwerken – oft mit 100 bis 200 Anwesenden.”
Eingeladen wurde Militär Aktuell von einem langjährigen Mitarbeiter der Schule, Wolfgang Frühwirth, der zugleich Präsident des assoziierten Vereins „Freunde der Heereslogistik” ist. In diesem Verein sind Vertreter verschiedenster Ressorts und Unternehmen aktiv, und er organisiert ein bis zwei Veranstaltungen pro Halbjahr.
Drei Stationen
Wie üblich versuchten sich die rund 110 teilnehmenden Gäste an drei Stationen:
- 9-Millimeter-Glock-Pistole auf 10 Meter,
- Sturmgewehr 77 auf 200 Meter,
-
Eierhandgranatenwurf auf 15 Meter (für Damen auf 10 Meter).
Für Teilnehmer mit Waffenbesitzkarte wurde eine Bestätigung ausgestellt, die als verpflichtende Schulung anerkannt wird. Militär Aktuell selbst landete im soliden Mittelfeld der Teilnehmer – am Ende unterschätzte man allerdings etwas das Gewicht der Übungshandgranaten.
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