In seinem ersten von drei angekündigten Videos zur neuen, zweistelligen deutschen Millionenproduktion von MGM (jetzt unter Amazon) – „Der Tiger”– analysiert Ralf Raths, der sehr aktive und medial präsente Direktor des Deutschen Panzermuseums in Munster, den offiziellen Trailer.

Raths ist auch in Fragen heutiger Kriege und Technik ein gefragter Experte. Er war – ebenso wie David Wills vom britischen Pendant in Bovington – von Regisseur Dennis Gansel in die Entstehung des finalen Drehbuchs eingebunden und brachte nach eigenen Angaben rund 400, teils sehr kritische Kommentare ein.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

In seiner Analyse erklärt er, dass in einer vierstündigen Sitzung manches berücksichtigt wurde, anderes jedoch nicht. Wenn sein fachlich fundierter Input unberücksichtigt blieb, lag dies, so Raths, jedoch nicht an Unwissenheit, sondern meist an filmisch-dramaturgischen Gründen, etwa um Figuren und Handlung besser zu verdeutlichen. Dies reichte von Uniformdetails bis zu MG-Hülsen auf dem Panzerboden.

Tiger-Kampfpanzer im Panzermuseum Bovington – ©Georg Mader
In „Fury” kam der einzige noch fahrbare Tiger-Kampfpanzer (zu sehen im Panzermuseum Bovington) zu Filmehren, in „Der Tiger” setzten die Macher hingegen auf Leopard-Umbauten.

Gleichzeitig weist er aber klar darauf hin, wenn etwas im damaligen Kontext völlig unsinnig ist, wie etwa die der Story zugrunde liegende Prämisse eines Geheimauftrags, einen Oberst hinter der Front zu finden und zurückzubringen. „Völliger Quatsch, diese Prämisse”, meint Raths, wobei es hierfür jedoch einen guten Grund gebe. Da im Trailer dieser „Auftrag” stark betont wird, brachte das dem Film bereits vorab viele negative Kommentare aus der Community ein. Raths mahnt jedoch: Ein Spielfilm, noch dazu einer mit deutschem Geld und deutschen Schauspielern zu einem sehr „deutschen” Thema, ist keine Dokumentation. Und selbst in solchen finde er regelmäßig Fehler, wie er betont: „Immer 100 und mehr”.

Nach dem Kinostart will Raths auf dem Youtube-Kanal des Panzermuseums eine ausführlichere Rezension veröffentlichen und einige Monate später gemeinsam mit dem Regisseur eine dritte Folge produzieren, in der Hintergründe, Kritikpunkte und filmische Entscheidungen besprochen werden. Vergleichbares hatte er bereits zur Hollywood-Produktion „Fury” mit Brad Pitt getan, dem bisher letzten großen „Panzerfilm”, an dem Bovington mit dem weltweit einzigen fahrbereiten Tiger-1 entscheidend beteiligt war. Militär Aktuell war dazu damals bei David Wills in den Werkstätten von Bovington zu Gast.

Niederlande entsenden Luftverteidigungssysteme nach Polen

Infokasten: Das erwartet uns in „Der Tiger”

Im Zentrum des Films stehen fünf deutsche Soldaten in einem Tiger-Panzer, die einen streng geheimen Befehl erhalten: Sie sollen sich auf eine gefährliche Rettungsmission weit hinter die feindlichen Linien begeben. Während sie immer tiefer in sowjetisches Gebiet vordringen, werden sie nicht nur mit der Brutalität des Krieges konfrontiert, sondern auch mit ihren eigenen inneren Dämonen.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Die Dreharbeiten fanden von September bis Dezember 2024 an mehreren Schauplätzen in Deutschland (Babelsberg, Potsdam für Bahnszenen, Torgelow, Lausitz) und Polen (Masowien) statt. In letzterem wurden ganze Dörfer temporär in Ruinenlandschaften verwandelt. Im Gegensatz zu „Fury” kamen für „Der Tiger” keine Originalpanzer zum Einsatz. Alle sichtbaren Kampfsequenzen wurden mit maßstabsgetreuen Nachbildungen umgesetzt, die auf Leopard-1-Fahrgestellen oder anderen Plattformen basierten, welche mit passgenauen Außenhüllen aus Aluminium und Fiberglas versehen wurden. Für komplexe Bewegungsabläufe nutzte man fahrbereite Modelle, deren Motoren- und Abgasgeräusche über Lautsprechersysteme simuliert wurden.

Kino-Start ist am 18. September, das Streaming auf Amazon Prime wird noch in diesem Jahr möglich sein.