Kürzlich hat das norwegische Verteidigungsministerium im Rahmen des Ausblicks „Future Acquisitions for the Defence Sector 2026-2033” (FAF) einen groben Überblick über die Beschaffungspläne der norwegischen Streitkräfte in den nächsten Jahren gegeben. Darin wird betont, dass die Sicherheit Norwegens weiterhin eng mit jener der NATO verbunden ist. Verbindliche Partnerschaften mit Verbündeten auf industrieller Ebene würden zudem den Zugang zu Technologien und Material gewährleisten
So heißt es etwa: „Die Sicherheit Norwegens ist am besten in Zusammenarbeit mit anderen gewährleistet. Gegenseitige Verpflichtungen innerhalb eines Bündnisses sorgen für Sicherheit, Wohlstand und Handlungsfreiheit.” Gleichzeitig wird eingeräumt, dass man in Norwegen künftig mehr Verantwortung für die eigene – aber ebenso die regionale – Sicherheit übernehmen müsse.
Ebenfalls hervorgehoben wird die enge Zusammenarbeit mit den anderen nordischen Ländern. In den Bereichen Sicherheit und Verteidigung will man diese Partnerschaft weiter vertiefen. Auch mit anderen engen Verbündeten, insbesondere dem Vereinigten Königreich, Deutschland und Frankreich, soll die bilaterale strategische Zusammenarbeit in den kommenden Jahren gestärkt werden.
Das Verteidigungsministerium ging in dem Dokument weiters auf die derzeitige Geopolitik ein: „In kurzer Zeit ist die Welt gefährlicher und unberechenbarer geworden. Europa befindet sich im Krieg, der Wettbewerb zwischen den Großmächten verschärft sich, und es gibt große Spannungen in den transatlantischen Beziehungen. Norwegen steht vor der schwerwiegendsten Sicherheitslage seit dem Zweiten Weltkrieg.”
Aus diesen Punkten zieht man in Norwegen den Schluss, dass die Beschaffung mehrerer wichtiger Materialsysteme in Zusammenarbeit mit Verbündeten erfolgen solle. „Eine groß angelegte Produktion und der gemeinsame Kauf ausgereifter Lösungen können dazu beitragen, die Beschaffung schneller und kostengünstiger zu gestalten.” Als erfolgreiche Kooperationsprojekte werden die F-35-Kooperation mit den USA (-> Die letzte F-35 wurde bereits im April 2025 an Norwegen übergeben) sowie die Beschaffung von P-8-Seeaufklärungsflugzeugen und neuen U-Booten mit Deutschland genannt.
Gleichzeitig warnte das Verteidigungsministerium, „dass etablierte Partnerschaften uns nicht daran hindern, nach alternativen Lösungen zu suchen, die zu geringeren Kosten, kürzeren Lieferzeiten oder einer höheren Ausdauer führen können.” Es seien so wenige Anpassungen wie möglich geplant, um schnellstmögliche Lieferungen zum günstigsten Preis zu gewährleisten. Zudem trage der Kauf von Standardprodukten zu niedrigeren Lebenszykluskosten bei, da Skaleneffekte dazu führen würden, dass die Preise für Ersatzteile und Wartung während der gesamten Lebensdauer der Systeme niedriger seien.
Verteidigungsindustrie-Strategie
Ziel dieser neuen Strategie ist es, eine international wettbewerbsfähige lokale Verteidigungsindustrie zu erhalten und zu stärken. Verteidigungsgüter, -systeme und -dienstleistungen sollen ganz oder teilweise in priorisierten Technologie- und Fachgebieten entwickelt, hergestellt und unterstützt werden, die für den Schutz der nationalen Sicherheitsinteressen von entscheidender Bedeutung sind.
Die Verteidigungsindustrie-Strategie ermöglicht einen umfassenden Ansatz für den gesamten Lebenszyklus, von der Forschung und Entwicklung bis zur Beschaffung. Acht Bereiche technologischer Expertise definieren die Prioritäten in der strategischen Zusammenarbeit zwischen dem Verteidigungssektor und der Verteidigungsindustrie. Diese sind:
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Über 40 Prozent der finanziellen Mittel bis 2036 sollen in die norwegische Marine investiert werden. Kommando-, Kontroll-, Kommunikations-, Informations- und Gefechtsführungssysteme
- Systemintegration
- Autonome Systeme und Künstliche Intelligenz
- Raketentechnologie
- Unterwassertechnologie
- Munition, Raketenmotoren und militärische Sprengstoffe
- Speziell für militärische Zwecke entwickelte und/oder verarbeitete Materialtechnologie
- Lebenszyklusunterstützung für militärische Systeme
Priorität haben dabei bereits laufende Projekt, die zuerst abgeschlossen werden sollen, um die erforderliche Verfügbarkeit und Ausdauer bereits etablierter Kapazitäten aufrechtzuerhalten. Dann sollen sich Investitionen auf die Entwicklung zukunftsorientierter, strategischer Fähigkeiten konzentrieren, um die Lageerkennung und -kontrolle aufrechtzuerhalten.
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