Im Hinblick auf die Einsatzbereitschaft seiner Streitkräfte möchte das niederländische Verteidigungsministerium mit zivilen Logistik- und Transportunternehmen zusammenarbeiten. Zum Beispiel bei groß angelegten europäischen Übungen oder während einer Sicherheitskrise.

Dazu fand in der vergangenen Woche im Schloss Woerden eine Informationsveranstaltung für die Bereiche Straßentransport und Umschlag statt. Über 100 interessierte Logistikpartner erhielten Informationen.

Im Sommer will das Verteidigungsministerium die Ausschreibungen für diese Dienste veröffentlichen. Die Teilnehmer werden in einem sogenannten Logistik-Ökosystem zusammenarbeiten.

„Enormer Bedarf“

Der Kommandant des Verteidigungsunterstützungskommandos, Generalleutnant Jan-Willem Maas sprach über die Notwendigkeit des Logistik-Ökosystems: „Die Streitkräfte haben einen enormen logistischen Bedarf. Wir brauchen Logistikpartner, um diesen Bedarf zu decken. Durch eine intelligente Kombination aus eigener Transportkapazität und Zusammenarbeit mit zivilen Logistikpartnern sind wir immer für die Streitkräfte da, selbst unter den schwierigsten Bedingungen.”

Niederlande binden zivile Unternehmen in Logistikketten ein – ©Defensie.nl
Etwa 100 interessierte Logistikpartner erhielten im Schloss Woerden Informationen.

Interessierte Parteien können sich um die Ausschreibungen bewerben, um große militärische Transporte zu unterstützen und Truppen zu versorgen. Dabei geht es um den Transport von Lebensmitteln und Trinkwasser. Außerdem geht es um gefährliche Stoffe wie Kraftstoffe, Öle, Schmiermittel, Flugzeugkraftstoffe, Flugzeugöle und Flugzeugschmiermittel.

Darüber hinaus müssen Waffen, Munition, militärisches Material, Ausrüstung und Ersatzteile transportiert werden. Schließlich geht es auch um Kleidung, Unterbringungsgüter, Reinigungsmittel und Feldverstärkungsmaterial sowie Baumaterialien. Darüber hinaus benötigt das Verteidigungsministerium Partner für Umschlagarbeiten wie Lade-, Hebe- und Kranarbeiten für den Transport der genannten Waren.

Verträge

Um sich Kapazitäten bereits im Vorfeld zu sichern, vergibt das Verteidigungsministerium die Verträge für sieben Jahre. So soll es, sollte es zu einer Krise oder gar einem Krieg kommen, Versorgungssicherheit geben. Kleine interessierte Unternehmen können als Subunternehmer für größere Parteien tätig werden.

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Auf der Grundlage von Bedrohungsanalysen beurteilt das Militär, ob es verantwortungsbewusst ist, Transportunternehmen in bestimmten Gebieten einzusetzen. Auf dem letzten Abschnitt zur Front, der sogenannten „letzten taktischen Meile”, sorgt das Verteidigungsministerium selbst für den Transport.

„Ein Krieg in Europa ist möglich. NATO-Truppen aus dem Ausland nutzen dann die Niederlande als Transitland. Dies kann auf der Straße, auf der Schiene, auf dem Wasser oder in der Luft geschehen. Dabei sorgt das Verteidigungsministerium für logistische Unterstützung, aber bei Bedarf auch für Ersatzteile, Munition und Treibstoff”, schreibt das niederländische Verteidigungsministerium in einer Aussendung.

Quelle©Ümit Yıldırım via Unsplash, Defensie.nl