In den vergangenen drei Wochen haben niederländische und kolumbianische Marineinfanteristen erstmals intensiv miteinander trainiert. Im Fokus standen Einsätze auf Flüssen im Dschungel sowie amphibische Operationen. Im Norden Kolumbiens tauschten die Soldaten dabei Wissen und Erfahrungen aus.
Gemeinsame Interessen im Karibikraum
Die enge Zusammenarbeit ist notwendig, da beide Länder strategische Interessen im Karibikraum verfolgen – insbesondere beim Kampf gegen den Drogenschmuggel. Kolumbianische Drogenkartelle exportieren weiterhin große Mengen Kokain. Dabei verlaufen viele Schmuggelrouten über Aruba und Curaçao.
Gegenseitiges Lernen
Die kolumbianische Infanteria de Marina verfügt über umfangreiche Einsatzerfahrung, da das Land noch immer von Auseinandersetzungen mit Rebellengruppen und kriminellen Banden geprägt ist.
„Kolumbien bietet mit seiner geografischen Vielfalt wertvolle Trainingsbedingungen”, erklärt Major Rik, Kommandeur des niederländischen Marinegeschwaders Karibik (MSC). „Zudem ist es aufgrund seiner Nähe zu Aruba und Curaçao ein natürlicher Partner. Im Gegenzug lernen die kolumbianischen Marinesoldaten von uns, wie man enger mit der Flotte kooperiert – hier haben wir durch unsere größere Marineflotte mehr Erfahrung.”
Unterstützung durch „Zr.Ms. Pelikaan“
Das niederländische Unterstützungsschiff „Zr.Ms. Pelikaan“ begleitete die Übung. Auch hier war laut Fregattenkapitän Max Borsboom ein Umdenken erforderlich – weg vom Friedensbetrieb hin zu einem kriegstauglichen Mindset.
„Indem wir den Druck im Training erhöhen, erkennen wir unsere Grenzen und wissen, wo wir uns verbessern müssen.” So wurden etwa erstmals verletzte Soldaten zur medizinischen Versorgung an Bord der „Pelikaan” gebracht – eine Vorgehensweise, die zuvor nicht geübt wurde. „Dabei wurde klar, dass wir mehr Personal brauchen, um zusätzliche Aufgaben zu bewältigen und gleichzeitig das Schiff einsatzbereit zu halten.”
Stärkere Partnerschaft
„Wir sind stolz darauf, unsere Erfahrungen geteilt zu haben”, sagt General Adolfo Enrique Hernandez Ruiz, Kommandeur der kolumbianischen Infanterie de Marina. Er spricht sich klar für eine Fortsetzung der Kooperation aus: „In den letzten Jahren haben wir auf diese Zusammenarbeit hingearbeitet. Dank der gemeinsamen Übungen wird unsere Partnerschaft nun weiter gestärkt.”
Neue Allianzen im Karibikraum
Die verstärkten Kontakte zwischen beiden Marinen stellen einen wichtigen Schritt dar, um die sicherheitspolitischen Beziehungen im Karibikraum auszubauen. Zwar haben viele internationale Partner strategische Interessen in der Region – ein Bündnis wie die NATO existiert dort jedoch nicht. Deshalb müssen neue Formen der Zusammenarbeit geschaffen werden, um die Sicherheit in der Region nachhaltig zu gewährleisten.
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