Vor wenigen Wochen wurde vom US-amerikanischen Luftwaffenstützpunkt Vandenberg Space Force Base in Kalifornien eine Trägerrakete gestartet – an Bord: der erste operationelle Satellit der niederländischen Streitkräfte. Mit diesem Schritt erhalten die niederländischen Streitkräfte erstmals eigene Aufklärungskapazitäten im All.

Bei dem Satelliten handelt es sich um das erste Exemplar von insgesamt vier geplanten SAR-Satelliten (Synthetic Aperture Radar), die in den kommenden 18 Monaten in den Orbit gebracht werden sollen. Parallel dazu planen die Niederlande auch mit dem Bundesheer ein Satelliten-Projekt.

Unabhängigkeit und globale Aufklärung

Mit dem neuen System macht sich die niederländische Armee unabhängig von externen Datenquellen und kann weltweit Regionen selbst überwachen. Gerade angesichts aktueller Bedrohungslagen ist das „ein zentraler Baustein für die nationale Sicherheit”, wie es in einer aktuellen Aussendung heißt. Das gelte insbesondere, wenn es darum geht, „Aktivitäten hinter feindlichen Linien frühzeitig zu erkennen”.

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Militärische Fähigkeiten von strategischem Wert

„Diese Satelliten verschaffen uns echte operative Fähigkeiten”, erklärte Luftwaffenkommandant Generalleutnant André Steur. „Sie helfen uns zu verstehen, was in der Welt geschieht, liefern Frühwarnungen und ermöglichen es, rechtzeitig zu reagieren. Für unsere Streitkräfte – und für die Sicherheit der Niederlande – ist das von zentraler Bedeutung.”

An der Mission beteiligt ist auch das Defence Space Security Centre unter Leitung von Oberst Bernard Buijs, der die Bedeutung des Projekts unterstrich: „Das ist ein großer Schritt nach vorn. Die Welt hat sich verändert, Bedrohungen nehmen zu. Mit diesem Satelliten haben wir künftig globale Augen und Ohren im All.”

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Teil einer langfristigen Weltraumstrategie

Die neue SAR-Konstellation ist nicht das erste Raumfahrtprojekt der niederländischen Verteidigung, aber das erste mit voller Einsatzfähigkeit. Zuvor wurden bereits drei experimentelle Satelliten gestartet:

  • BRIK-II, ein nanosatellitisches Testmodell
  • MilSpace2, zwei Aufklärungssatelliten namens Birkeland und Huygens

Die Lebensdauer der neuen SAR-Satelliten beträgt rund fünf Jahre. In den ersten Monaten nach dem Start werden die Solarmodule entfaltet und die Systeme schrittweise hochgefahren, bevor der Satellit in den regulären Betrieb übergeht. Künftig sollen alle Teilstreitkräfte der niederländischen Armee von den gewonnenen Daten profitieren.

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Quelle©Niederländisches Verteidigungsministerium