Angesichts der akuten und wachsenden Bedrohung durch Drohnen will das niederländische Verteidigungsministerium schneller in die Abwehr der unbemannten Flugsysteme (UAS) investieren. Dies sei notwendig, um die Sicherheit der Militärangehörigen gewährleisten zu können, wie der Verteidigungsstaatssekretär Gijs Tuinman an das Repräsentantenhaus schrieb.
In seinem Schreiben erläutert Tuinman die Bedarfsanalyse für das Projekt „Acquisition eAAAD Toolbox”. Bei diesem Projekt geht es um die Entwicklung von Fähigkeiten für die erweiterte All Arms Air Defence (eAAAD). eAAAD konzentriert sich speziell auf den Selbstschutz gegen kleinere Drohnentypen. Diese wiegen bis zu 20 Kilogramm und haben eine Reichweite von mindestens 1.000 Meter. Durch die Ausstattung der Soldaten mit zusätzlichen Hilfsmitteln, wie einfachen persönlichen Sensoren, wird die Drohnenbedrohung schneller erkannt und abgewehrt. So soll es eAAAD den Soldaten ermöglichen, sich selbständig zu verteidigen – ohne das Eingreifen von spezialisierten Flugabwehreinheiten.
Akute Bedrohung, begrenzte Ressourcen
Die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten und in der Ukraine (-> aktuelle Meldungen aus dem Ukraine-Krieg) zeigen, dass Drohnen eine akute und wachsende Bedrohung darstellen. Auch in der Niederlande hat man diese Entwicklung wahrgenommen und will sich nun besser darauf vorbereiten. Derzeit verfügt der Verteidigungsbereich nur über sehr begrenzte Ressourcen. Die Einheiten sind zu diesem Zweck weitgehend auf persönliche Waffen oder verfügbare Standardwaffensysteme angewiesen. Die Trefferwahrscheinlichkeit dieser Systeme auf kleine, hochmobile Drohnen ist zudem begrenzt.
Deswegen unterstreicht der Staatssekretär in dem Schreiben an das Repräsentantenhaus die Notwendigkeit, schnell über mehr Kapazitäten zu verfügen. Dies gilt insbesondere für die niederländischen Einheiten, die an der Ostflanke der NATO eingesetzt werden. Das Verteidigungsministerium beabsichtigt, die Verträge für diese Systeme im ersten Quartal dieses Jahres abzuschließen.
eAAAD Toolbox
Die zu beschaffende eAAAD-Toolbox besteht aus drei Systemen, die sich gegenseitig ergänzen. Mit ihnen sollen sich die Militärangehörigen selbständig verteidigen können.
- Mit elektro-optischen Zielgeräten für persönliche Waffen soll die Treffsicherheit auf kleine Drohnen auf eine Entfernung von mindestens 200 Meter verbessert werden.
- Tragbare leichte Störsender sorgen dafür, dass die Signale feindlicher unbemannter Systeme gestört werden. Sie haben eine Reichweite von mehr als 1.000 Meter.
- Als drittes System tragen tragbare Hochfrequenzsensoren (RF) zur Erkennung gegnerischer unbemannter Systeme in einer Entfernung von mindestens 1.000 Meter bei.
Kosten und Planung
Für die eAAAD-Toolbox ist eine Investition zwischen 50 und 250 Millionen Euro erforderlich. Zusätzlich stellt das Verteidigungsministerium Mittel bereit, um die eAAAD-Anlagen nach zehn Jahren durch die dann neueste Technologie zu ersetzen. Wie bereits erwähnt, soll der Vertrag im ersten Quartal 2025 abgeschlossen werden, 2028 soll das Projekt nach derzeitigem Stand abgeschlossen werden. Die ersten Systeme werden bereits kurz nach Vertragsabschluss geliefert und sind sofort einsatzbereit.
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