Die Ostsee mit ihren stark variierenden Tiefen, markanten Untiefen und komplexen Bodenstrukturen hat Schweden über Jahrzehnte hinweg eine besondere Expertise in der U-Boot-Jagd und U-Boot-Operationen verschafft. Genau deshalb findet in dieser Woche die NATO-Übung „Merlin” erneut vor der schwedischen Küste statt. Die Ständige Maritime Einsatzgruppe 1 (SNMG1, -> Die niederländische Fregatte „Zr.Ms. Van Amstel” ist das neue Flaggschiff des NATO-Verbandes) verlegt hierzu in den Ostseeraum, um gemeinsam mit Einheiten der schwedischen Marine die Fähigkeiten der Allianz im Bereich der Unterwasserkriegsführung weiter auszubauen.
Dass „Merlin” in schwedischen Gewässern stattfindet, ist kein Zufall. Die unebene Meeresbodentopografie – oft mit einem Gebirge unter der Wasseroberfläche verglichen – bietet zahlreiche Spalten, Kanten und Hohlräume, in denen sich U-Boote verbergen können. Gleichzeitig stellt diese Umgebung höchste Anforderungen an Sensorik, Taktik und navigatorische Präzision. Wer hier operieren kann, beherrscht auch die Kontrolle im gesamten Ostseeraum.
„Schweden spielt eine entscheidende Rolle für die maritime Sicherheit in der Ostsee”, betont Konteradmiral Bret Grabbe, Kommandeur der NATO-U-Boot-Operationen.
Gemeinsames Schärfen der Fähigkeiten
Die NATO-Übung wird heuer zum zweiten Mal durchgeführt und soll ab kommendem Jahr zu den festen Übungsformaten der Allianz gehören. Schwedische Korvetten trainieren dabei gemeinsam mit Fregatten, Unterstützungsschiffen, U-Booten und Marinenhubschraubern, um die Verteidigungsfähigkeit im nördlichen Ostseeraum weiter zu erhöhen.
Schweden übernimmt als Gastgeber erneut die Leitung und Detailplanung. Jedes Szenario ist so ausgelegt, dass alle beteiligten Einheiten maximalen Ausbildungswert erzielen. Trotz ihrer vergleichsweise kleinen Flotte übernimmt die schwedische Marine damit weiterhin eine Schlüsselrolle innerhalb der NATO. Auf schwedischer Seite beteiligen sich die Korvetten „HMS Helsingborg”, „HMS Karlstad”, „HMS Gävle” und „HMS Sundsvall”, dazu kommen U-Boote aus Schweden und von der deutschen Marine.
„Als jüngstes NATO-Mitglied sind wir stolz, erneut Gastgeber der Übung ,Merlin’ zu sein. Mit unserem Know-how über die Ostsee leisten wir einen zentralen Beitrag zu Sicherheit und Stabilität – und stärken gleichzeitig die Nato, um den heutigen Bedrohungen besser begegnen zu können”, erklärt Marinechef Johan Norlén.
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