Die Niederlande und mehrere NATO-Partner haben das gemeinsame Vorhaben beendet, sechs Boeing E-7 Wedgetail als Ersatz für die betagte E-3A Sentry-Flotte zu beschaffen. Der Ausstieg der USA entzog dem Programm die strategische und finanzielle Basis – damit kippte die bisherige Lösung des Allied Future Surveillance and Control (iAFSC)-Projekts.
Die im Support Partnership Committee vereinten Nationen haben die Wedgetail-Beschaffung daher formell gestoppt und prüfen nun alternative Muster sowie neue Partner. NATO-Generalsekretär Mark Rutte bestätigte, dass der Prozess zur E-3A-Nachfolge weiterläuft und beschleunigt werden müsse.
Der Rückzug der USA aus dem E-7-Programm – offiziell wegen steigender Kosten und Bedenken hinsichtlich der Überlebensfähigkeit – unterstreiche laut Staatssekretär Gijs Tuinman die Notwendigkeit, stärker auf europäische Industrie zu setzen. Ziel bleibt, spätestens 2035 leisere und modernere Luftraumüberwachungsplattformen verfügbar zu haben.
Mögliche Alternativen
Konkrete Kandidaten als Alternative zum Boeing-Modell nannten die Niederlande nicht, doch frühere iAFSC-Bewerber sind wieder im Gespräch – darunter Saab Global Eye, Northrop Grumman E-2D sowie L3 Harris’ Global 6500-Lösung mit CAEW-System. Sowohl Saab als auch L3 Harris signalisierten umgehend Bereitschaft, an einem möglichen neuen NSPA-Wettbewerb teilzunehmen.
Strategische Bedeutung
Die NATO betreibt derzeit 14 E-3A, die seit dem russischen Angriff auf die Ukraine durchgehend an der Ostflanke eingesetzt werden. Sechs Ersatzflugzeuge galten bislang als Minimum, um die Fähigkeit zur luftgestützten Frühwarnung und Gefechtsführung aufrechtzuerhalten.
Mit dem Rückschlag für die Wedgetail verschärfen sich auch die Herausforderungen für andere Anwender: Das britische E-7-Programm kämpft ebenfalls mit Verzögerungen und Kostensteigerungen.
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