Im Rahmen des „Aufbauplans 2032+” und der „Mission Vorwärts” investiert das Österreichische Bundesheer bekanntlich Milliarden in Personal, Gerät und Infrastruktur. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner und Rüstungschef Generalleutnant Harald Vodosek betonten nun in einer Pressekonferenz den Anspruch, diese Investitionen stärker auf heimische Wertschöpfung auszurichten.
„Unser Ziel ist es, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten möglichst viel Wertschöpfung im eigenen Land zu halten”, erklärte Tanner (-> Interview mit Militär Aktuell). Bereits jetzt verblieben rund 60 Prozent der Ausgaben des Bundesheeres in Österreich – von Personalkosten bis zu Beschaffungen. Dieses Prinzip solle künftig noch stärker berücksichtigt werden.
-> Apple Podcast
-> Spotify
-> Podigee
-> Deezer
-> Youtube-Version
Vodosek unterstrich dabei die Notwendigkeit, vor allem „marktverfügbares und markterprobtes Gerät” zu beschaffen. Der Zeitfaktor sei entscheidend, betonte er: „Das Gerät muss Zukunftspotenzial haben, und idealerweise beschaffen wir in Kooperation mit anderen Ländern.” Neben Geschwindigkeit gehe es auch darum, Versorgungssicherheit durch den Erhalt technologischer Kompetenz in Österreich und Europa sicherzustellen.

Zwischen 2020 und 2026 belaufen sich die Ausgaben des Bundesheer laut Vodosek auf insgesamt 24,8 Milliarden Euro: 10,6 Milliarden Euro für Personal (100 Prozent in Österreich), 7,7 Milliarden Euro für neues Gerät (50 Prozent in Österreich), 4 Milliarden Euro für Basisleistungen (60 Prozent in Österreich), 1,6 Milliarden Euro für Infrastruktur (100 Prozent in Österreich), 500 Millionen Euro für Munition (30 Prozent in Österreich) und 400 Millionen Euro Sachaufwand (60 Prozent in Österreich).
Wichtige Rüstungsvorhaben
- Pandur Evolution: Nach der Beschaffung von 100 Fahrzeugen ab 2018 wurden Anfang 2024 weitere 225 Pandur in zwölf Varianten bestellt. Produktion und Endmontage erfolgen bei General Dynamics European Land Systems-Steyr (GDELS-Steyr) in Wien.
- Ulan-Modernisierung: Ebenfalls bei GDELS-Steyr läuft im Rahmen des sogenannten „Mech-Pakets” die Überholung von 112 Schützenpanzern.
- Leopard 2: Teil des angesprochenen „Mech-Pakets” ist auch die Modernisierung von 58 Kampfpanzern bei KNDS in Bayern.
- Lkw-Flotte: Neue Fahrzeuge stammen von Rheinmetall MAN Military Vehicles in Wien-Liesing, mit Ausbauten von Palfinger und Empl.
- Lufttransport: Fix ist die Beschaffung von vier Embraer C-390M-Transportflugzeugen (-> Embraer startet Bau der ersten C-390M des Bundesheeres) samt Infrastrukturmaßnahmen im Umfang von rund einer Milliarde Euro. Mehrere österreichische Firmen beliefern Embraer bereits, mit einem jährlichen Volumen von rund 100 Millionen Euro.
- Helikopter: Von 36 bestellten AW169 sind bereits elf in Österreich eingetroffen. Verzögerungen gibt es bei der bewaffneten MA-Variante. Zusätzlich wird die Black-Hawk-Flotte von neun Maschinen aufgestockt: drei gebrauchte, modernisierte sowie eine neue Staffel mit zwölf Maschinen.
- Führungsfähigkeit: Rund 100 Millionen Euro kostet die Einführung des Tactical Communication Network (TCN). Insgesamt 388 Sätze werden in Wechselaufbauten und Containern verbaut und sollen eine moderne, robuste Daten- und Sprachkommunikation ermöglichen.
- Kampfjets: Dringend wird die Nachfolge der 15 Eurofighter gesucht (-> Interview mit Air Chief Generalmajor Gerfried Promberger zum Thema). Erste Maschinen müssen ab 2033 ausgemustert werden, weshalb Tanner auf eine Entscheidung in der laufenden Legislaturperiode drängt. Dafür werde es ein Sonderbudget benötigen.
Tanner mit Blick auf potenziell steigende Verteidigungsinvestitionen in heimische Firmen abschließend: „Nicht alles, was das Bundesheer braucht, kann in Österreich produziert werden. Daher ist es notwendig, auch europäische Beschaffungsgemeinschaften zu unterstützen, um rascher zu einer modernen Armee zu kommen.“
Hier geht es zu weiteren Meldungen rund um das Bundesheer.









