Österreichs Sicherheits- und Verteidigungsindustrie wächst dynamisch – ein Rundgang auf der Enforce Tac zeigt die starke Präsenz rot-weiß-roter Unternehmen im globalen Verteidigungssektor.

Österreichs Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft wächst und gedeiht. Im Land werden Fahrzeuge und Luftfahrtkomponenten ebenso gefertigt wie Schutzausrüstung und Waffen. Nicht zu vergessen die immer mehr werdenden Lösungen im Bereich der Cybersicherheit, der Kommunikation und im Trainingsbereich. Und das alles hochqualitativ, eng beim Kunden und mit höchstmöglicher Flexibilität bei der Produktgestaltung und der Auftragsabwicklung.

©Militär Aktuell

Lösungen „made in Austria“

Viele österreichische Unternehmen der Branche sind auch auf der Enforce Tac (-> Die Enforce Tac 2025 ist so groß wie noch nie) präsent. Bei einem Rundgang hat Militär Aktuell bei den rot-weiß-roten Betrieben nachgefragt: Worauf liegt euer aktueller Fokus? Welche Highlights und Neuigkeiten bekommen wir bei der Enforce Tac 2025 zu sehen und was wird schon bald im weltweiten Einsatz stehen?

Die Unternehmen präsentieren ein durchaus spannendes Portfolio, das wir uns nun gemeinsam etwas genauer ansehen wollen.

Carinthia: Extrem zuverlässig

Wir beginnen unseren Rundgang bei Carinthia in Halle 7. Das Unternehmen ist seit Jahrzehnten führend in der Entwicklung und Produktion von Kälteschutzbekleidung und -ausrüstung. Bereits 1975 erkannte Firmengründer August Mayer das Potenzial synthetischer Fasern für Füllmaterialien, 1981 ging dann die erste Produktionsanlage für synthetische Isolationsfasern in Betrieb. Durch die Nachbildung der Daunen­struktur und mit Fokus auf Funktionalität und Qualität wurde G-Loft zum Kern der Marke und verhalf dem Unternehmen zum Aufstieg als global führender Kälteschutzexperte. Die Produkte werden heute in 70 Länder exportiert.

Carinthia Produkte – ©MILPictures/Tom Weber
Qualität trifft Innovation: Die Produkte von Carinthia kommen weltweit bei zahlreichen Streitkräften und Behörden zum Einsatz.

„Durch kontinuierliche Innovation und den Einsatz modernster Materialien und Fertigungstechnologien gewährleisten wir höchste Leistung und Zuverlässigkeit unter extremen Bedingungen”, teilt Carinthia mit. „In unserer hauseigenen Innovationswerkstatt bündeln wir jahrzehntelange Erfahrung mit modernsten Technologien, um zukunftsweisende Produkte für Kälteschutz, Bekleidung, Schlafsysteme und Nässeschutz zu entwickeln.”

Die Produkte von Carinthia trotzen ex­tremen Wetterbedingungen und erfüllen zudem die höchsten Anforderungen an militärische Spezifikationen, was bei den vielen Funktionshosen, -jacken und weiterem Equipment auf dem Messestand zu sehen ist, aber auch ausprobiert werden kann.

Corvus Defensio: Das AUG ins 21. Jahrhundert gebracht

Besonders spannend geht es dann in Halle 7A bei Corvus Defensio zu. Erst 2016 trat das kleine Team des Unternehmens mit seinen ersten Produktentwicklungen an die Öffentlichkeit, schon ein Jahr später hat die österreichische Polizei das Upgrade für das Steyr AUG begeistert angenommen: Zahlreiche Montageoptionen für das Waffenlicht und andere taktische Hilfsmittel, eine verlängerte Schiene, ein näherer Griff, Hülsendeflektor und vieles mehr – Corvus Defensio nutzte das Potenzial des AUG gekonnt, um eine kleine, aber feine Nische am Weltmarkt zu besetzen. „Unser Anspruch: Stets hohe Qualität ,made in Europe’ anzubieten und eine uneingeschränkte Verwendung von Zubehör am AUG zu ermöglichen”, so Geschäftsführer Florian Schrom.

©Corvus Defensio
Alles für das AUG: Corvus-Defensio-Anbauteile maximieren die Modularität einer bewährten Plattform.

Bei der Enforce Tac präsentiert Corvus Defensio seine gesamte AUG-Zubehör-Produktpalette. Diese erstreckt sich von speziellen Gehäuseschienen für die Modellreihen A2, A3 und M1/SE über daran montierbare Handschutzsysteme und diverse Laufschienen bis zu Anbauteilen, die die Handhabung und taktische Einsetzbarkeit verbessern. Corvus Defensio bietet mittlerweile auch abseits des AUG Lösungen im taktischen Bereich an und konzentriert sich dabei auf Nischen im Bereich von Optik-Montagen und Holstern für das tief verdeckte Führen von kompakten Slim-Line-Pistolen.

Zero Compromise Optic: Kompromisslos!

Ebenfalls in Halle 7A hat Zero Compromise Optic (ZCO) seine Enforce-­Tac-Präsenz aufgebaut. Das Unternehmen schaffte es in kürzester Zeit weltweit sportliche wie behördliche Anwender von seinen in Österreich produzierten hochqualitativen Zielfernrohren zu überzeugen. Erst 2018 gegründet und parallel auf den europäischen und US-amerikanischen Markt ausgerichtet, kam schon ein Jahr darauf der erste behördliche Auftrag von einer militärischen Einheit, die die Zielfernrohre am schweren Kaliber .50 BMG einsetzt – ein Ritterschlag. Weitere Aufträge ließen nicht lange auf sich warten.

Ein aktuelles Highlight von ZCO ist das erst seit dem vergangenen Herbst in Serie produzierte DMR-Zielfernrohr ZC 210. Nicht nur bei anspruchsvollen Sportschützen ist das robuste Zielfernrohr mit einer Vergrößerung von 2–10× und Parallaxenausgleich von acht Metern aufwärts beliebt. „Es befindet sich derzeit weltweit bei namhaften Special Forces in Testung”, verrät uns Geschäftsführer Robert Artwohl im Interview.

C 210 DMR-Zielfernrohr – ©Zero Compromise Optics
Im Detail – Das ZC 210 DMR-Zielfernrohr von Zero Compromise Optics haben wir auch bereits auf militaeraktuell.at vorgestellt.

Kahles: Präzision im Fokus

Das Traditionsunternehmen produziert seit nunmehr 127 Jahren hochwertige optische Zielfernrohre. Die aktuellen Innovationen werden in Halle 7A präsentiert. Zahlreiche internationale Wettkampfschützen, Jäger und anspruchsvolle Waffenanwender vertrauen auf die Optiken aus Niederösterreich. „Insbesondere das dynamische Sportschießen ist Treiber der Innovation”, führt Josef Kampfer, Leiter Kommunikation bei Kahles, aus. „Sportschützen gehen immer an die Grenzen des Machbaren. Diese Auslotung ist für uns in der Entwicklung der Zielfernrohre besonders wichtig. Dadurch entstehen Produkte, die diese Grenzen überschreiten können.”

Erst vergangenes Jahr präsentierte Kahles einen revolutionären Neuzugang im Portfolio der Zielfernrohre für den sportlichen Einsatz: das K328i/K328i DLR (-> Zum Militär Aktuell-Test) mit 40 Prozent mehr Sehfeld als sein Vorgänger, Achtfach-Zoom, außergewöhnlich komfortabler Eyebox, 50 Millimeter Objektivdurchmesser und mit perfekter optischer Leistung über den gesamten Stellweg hinweg.

Im Frühjahr 2025 erhält dann auch die K-Reihe Zuwachs: Das K540i/K540i DLR basiert auf der gleichen Plattform und bietet nun idente Vorteile wie das K328i, allerdings mit einem Vergrößerungsbereich von 5–40×. Der Höhenturm der speziellen Version K540i DLR weist wie auch beim K328i DLR eine besonders große und leicht ablesbare Beschriftung auf. Mit dem Objektivdurchmesser von 56 Millimeter „performt das K540i selbst bei geringstem Licht ausgezeichnet und in Kombination mit allen anderen Produktspezifikationen ergeben sich selbstredend weite Anwendungsfelder”, ergänzt Vertriebsleiter Peter Aichberger.

©Kahles
Kahles zeigt seine Produkte auf der Enforce Tac in Halle 7A.

Alle K-Modelle für das Schießen auf lange Distanzen bieten eine Parallaxenverstellung im Höhenturm integriert (patentiert). Dies ermöglicht Kahles als einzigem Hersteller, die Positionierung sowie Auswahl der Seitenverstellung links oder rechts anzubringen. Was wiederum einen erheblichen Vorteil in der Bedienung des Geräts mit sich bringt. Ausgestattet sind alle Produkte in diesem Segment mit speziell abgestimmten Leuchtabsehen in der ersten Bildebene.

Gloryfy: Die einfach besseren Brillen

Wir setzen unseren Rundgang beim neuen Austrian Pavilion in Halle 10 fort. Dort treffen wir Gloryfy-Geschäftsführer Christoph Egger, der beginnend mit 2004 mit nur fünf Worten einen ganzen Markt revolutionierte: „Lass uns unzerbrechliche Brillen machen!” Gesagt, getan, ging das Produkt 2011 in Serie. Mehr als 850.000 der Hightech-Brillen mit den unzerbrechlichen Gläsern und Rahmen wurden seither verkauft.

Gloryfy hat auf der Enforce Tac auch seine Guardian-Brillen im Gepäck – ©Gloryfy
Gloryfy hat auf der Enforce Tac auch seine Guardian-Brillen im Gepäck.

Die Brillen aus dem Tiroler Zillertal sind nicht nur für ihre hohe Widerstandskraft bekannt. Die patentierte Inclinox-Technologie ermöglicht eine individuelle Anpassung der Bügel in kürzester Zeit, was den Tragekomfort – auch in Kombination mit Helmen – erhöht. Es überrascht daher nicht, dass sich die Brillen längst im fordernden Dienstalltag von Polizei, Spezialeinheiten oder dem Militär beweisen. „Unsere Brillen sind seit Jahren bei vielen Einsatzkräften, etwa der österreichischen Polizei, ein sehr beliebtes Produkt”, hält Christoph Egger im Militär Aktuell-Interview mit Stolz fest.

Die neuen Sonnenbrillen der Guardian-Serie sprechen gezielt den Behördenmarkt an. Sie übertreffen die strenge ­NATO-Standardrichtlinie STANAG 2920 für ballistische Widerstandsfähigkeit, sind dabei aber sehr leicht und haben selbsttönende Gläser mit Kontrastverstärkung und UVA-/UVB-Schutz. Bei der Enforce Tac stellt Gloryfy im Austrian Pavilion in Halle 10 mit der G34 APEX einen Neuzugang in der Guardian-Serie vor. Co-CEO und Leiter des Guardian-Programms, Maximilian Egger, verrät Militär Aktuell: „Die G34 APEX wurde mit vollem Fokus auf den militärischen Bereich entworfen und entwickelt.”

ArmyBug: Camouflage Beanies und mehr

Im Austrian Pavilion gibt es – nomen est omen – noch mehr rot-weiß-rote Aussteller. Zum Beispiel ArmyBug. Entwickelt in Vorarlberg und in Handarbeit in Deutschland gefertigt, bestechen die Hauben und Stirnbänder des Unternehmens mit einem unsagbaren Tragegefühl. Die hohe Materialqualität und das Innenfutter aus Fleece machen die Kopfbedeckungen zu einem kratzfreien Begleiter im Alltag und auch im Dienst.

©ArmyBug
ArmyBug bietet hochwertige Headware an.

Aus einer Notwendigkeit gründeten die Vorarlberger Angi und Stephan Moser 2021 ArmyBug: „Stephan war damals im Jagdkommando und brauchte für seine Multicam-Uniform eine passende Mütze. Nach langer Suche im Internet und langem Hin und Her entschieden wir uns: Die machen wir selber!” Rasch bildete sich eine treue und begeisterte Community um das Vorarlberger Headwear mit dem prägnanten Hirschkäfer-­Logo und den vielen Tarnmustern. Angi ergänzt im Interview mit Militär Aktuell: „Für Unternehmen produzieren wir auch Mützen, Kappen und T-Shirts nach eigenen Wünschen.”

Passgenaue Dienstleistungen und Sicherheit vor Ort: SF Consulting

Ebenfalls im Austrian Pavilion ist Security Fire Consulting, kurz SF Consulting, zu finden. „Sicherheit fängt bei der Krisen- und Gewaltprävention an”, weiß Geschäftsführer Florian Tschernitschek. Mit mehr als 20 Jahren aktivem Feuerwehrdienst, Dienst in einer Spezialeinheit und praktischem Erfahrungsschatz in Not- und Krisensituationen ist er mit seinem Team weltweit für Schulungen und Beratungen unterwegs. Der Fokus liegt in der Vermittlung von Wissen zur Gewaltdeeskalation, Überfallprävention und anderen sicherheitsrelevanten Themen. Die Seminare werden laufend aktualisiert und angepasst und richten sich an bereits geschultes oder noch ungeschultes Personal von Institutionen, Behörden und privaten Unternehmen.

Florian Tschernitschek – ©SF Consulting
Geschäftsführer Florian Tschernitschek bietet unterschiedlichste Schulungen und Beratungen im Sicherheitsbereich an.

SF Consulting bietet außerdem Sicherheitsdienstleistungen von der Erstellung von Sicherheitskonzepten, dem Objekt- und Veranstaltungsschutz bis hin zum Personenschutz. Das Unternehmen setzt auf Qualität in der Aus- und Fortbildung der eigenen Mitarbeiter, an die hohe Anforderungen gestellt werden. „Wir passen uns an die Wünsche und Gegebenheiten des Kunden an und bieten individuelle Lösungen”, ergänzt Tschernitschek im Militär Aktuell-Interview.

Black Trident: Höchste Qualität für den Einsatz

Wir wechseln wieder in Halle 7A und besuchen dort Black Trident. Das Unternehmen hat sich einen Namen als Anbieter hochwertiger Produkte aus Kydex und Nylon sowie als zuverlässiger Lieferant für behördliche Handels­ware gemacht und zeigt auf der Enforce Tac einige Besonderheiten – darunter erstmals auch selbst produzierte Metallkomponenten. Eine weitere Premiere: Black Trident bringt erstmals die Gewehre des US-amerikanischen Premiumherstellers Noveske nach Europa. Mit dieser Partnerschaft setzt das Unternehmen (-> Interview mit CEO Wolfgang Rohrbacher) einmal mehr auf Qualität, denn die Gewehre von Noveske sind für ihre geringen Fertigungstoleranzen bekannt.

Einsatzbereit mit Clawgear: Entwicklungsgeist und Qualität

In stetem Austausch mit Einsatzkräften entwickelt und produziert Clawgear (ebenfalls in Halle 7A) in der EU Bekleidung, Equipment und Waffen. Aus allen drei Kernbereichen des Unternehmens gibt es bei der Enforce Tac 2025 Neues zu sehen: Die Female Fit BDU ist eine Einsatzuniform für Damen. Genäht aus Ripstop mit Mechanical Stretch sorgt sie für die nötige Bewegungsfreiheit. Erhältlich ist die Uniform in zahlreichen Größen und in drei Längen. Der Stoff der drei Farben – Steingrau Olive, Schwarz und Multicam – ist NIR-konform.

Female Fit Uniform für Frauen – ©Clawgear
Breites Sortiment: Clawgear hat Bekleidung ebenso im Sortiment wie die neue Female Fit BDU.

Größtmögliche Modularität und Anpassungsfähigkeit an verschiedene Aufgabengebiete bietet Clawgears neues Plattenträger-System aus NIR-konformen Materialien. Die drei Plattformen – Operator, Raider und Protector – sind untereinander kompatibel. Ein Highlight: Der Operator-Plattenträger mit Lasercut-PALS-Schlitzen, austauschbaren Panels sowie Cummerbund aus stabilem Tegris kann auch in ein Chest Rig umgebaut werden.

Nach der jüngsten Entwicklung des CG15-Halbautomaten folgt für den behördlichen Markt das CG4 als vollautomatisches Gewehr im Kaliber 5,56×45. Das CG4 hat einen 14,5-Zoll-Lauf von Lothar Walther mit 1/2×28-Gewinde. Der Alu-Handguard hat wahlweise M-Lok- und Picatinny-Anschlüsse, kompatibel ist das Gewehr mit STANAG-Magazinen. Das CG4 befindet sich derzeit in Entwicklung und Erprobung (nach AC/225).

Denims von LMS Gear – ©LMS Gear
Dritte Auflage: Die Denims von LMS Gear haben sich bei taktischen Nutzern bewährt.

Last Man Standing Gear: Taktische Denims für Dienst und Alltag

Das österreichisch-schweizerische Unternehmen LMS Gear – Last Man Standing Gear – in Halle 7 hat sich auf die Entwicklung und Herstellung von taktisch einsetzbaren Jeanshosen spezialisiert. „Wir wollen all jene ansprechen, die Wert auf hochwertige, effizient und unkompliziert einsetzbare Ausrüstung legen, die unauffällig und vorausschauend operieren wollen”, verrät Gründer Joachim Schorat. „Unsere Zielgruppe sind Zivilfahnder, Military Contractors, Sportschützen und andere, denen die normalen Fünf-Pocket-Jeans zu wenig sind.”

Die Multi Utility Denim MUD gilt in der Version 3.0 als aktuellste Rundum-Lösung der Gearschmiede: Klassisches Design und hohe Funktionalität treffen auf einen klugen Materialmix. Neben den klassischen fünf Taschen gibt es weitere acht – zum Teil verdeckte – Einschubtaschen. Magazine, Medic-Kits und Werkzeuge finden darin Platz. Produziert in Portugal weist die MUD V3.0 gewohnt hohe Verarbeitungsqualität und Langlebigkeit auf.

Sicherheit und taktischer Vorsprung: FR Innovations

Mit einer gemeinsamen Vision der langjährigen Freunde Mario Fuchs (-> Interview mit Militär Aktuell) und Gerald Reichl wurde 2021 der Grundstein der FR Innovations GmbH gelegt. Im Fokus liegen innovative Produktlösungen für Behörden und Militär sowie Dienstleistungen für Unternehmen und Privatpersonen zu Sicherheitsthemen.

Mario Fuchs bringt 20 Jahre Behörden­erfahrung, 17 davon in Sonder- und Spezialeinheiten, in das Unternehmen mit. Bei der Enforce Tac 2025 präsentiert FR Innovations am Stand von Fact Systems in Halle 7 das erste Produkt, das DCL Medusa. Die Aufsetzkamera für taktische Einsatzzwecke ist ein kleines, softwareunterstütztes Dokumentations-Tool, das aus einer Kombination aus Kamera, Licht und optionalem Laser besteht. Direkt auf einer Waffe, am Helm oder anderem Einsatzequipment montiert, überträgt es live Bild und Ton. „Alles, was vor der Waffe passiert, wird aufgezeichnet und kann sowohl live im Stream als auch im Nachhinein angeschaut werden”, erklärt Mario Fuchs. Das DCL Medusa bietet damit wesentliche sicherheitsrelevante und taktische Vorteile. Im Streifendienst beispielsweise erlaubt es eine lückenlose Dokumentation eines Schusswaffengebrauchs, ohne dass die Kamera verdeckt wird. Insbesondere Sonder- und Spezialkräften ermöglicht die drahtlose Bildübertragung auf einem mitgeführten Display auch die sichere Aufklärung von uneinsehbaren Bereichen. „Zum Marktstart richten wir uns an die Waffenanwender, Folgemärkte werden Feuerwehr und Rettung sein, wo beispielsweise die Telemedizin immer mehr gefragt ist.”

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Kynotec: Effiziente Hundeausbildung

Kynotec in Halle 9 bietet engagierten Hundetrainern im zivilen und behördlichen Umfeld eine breite Palette an Lösungen: Von Online-Lehrgängen und Präsenzmodulen bis hin zu für spezialisierte Kräfte abgestimmten Fortbildungen. Außerdem werden Dienst- und Spürhunde von klein auf begleitet, ausgebildet und vermittelt. Im Herzen des Unternehmens (-> Die beiden Gründergeschäftsführer Florian Schneider und Christoph Wishofer im Interview mit Militär Aktuell) steht die Überzeugung, dass die Fähigkeiten des Hundes mit den modernen technischen Lösungen gekoppelt werden können.

Bei der Enforce Tac 2025 tritt Kynotec gemeinsam auf mit Kynoscience, die für die Ausbildung von Spürhunden eine Geruchsmaschine entwickelten, sowie mit Getxent, die ungefährliche Trägermaterialien für Echtstoffe im Spürhundewesen anbieten.

Drone Passion: Drohnentechnologie und -abwehr „made in Austria“

Drone Passion in Halle 7 hat sich auf den Vertrieb und die Entwicklung hochwertiger Drohnen- sowie Drohnenabwehrsysteme (-> Zum Militär Aktuell Drohnen-Themenschwerpunkt) spezialisiert. „Unser Ziel ist es, Technologie mit einem echten Mehrwert zu schaffen – für Menschen, Unternehmen und Organisationen, die sich auf uns verlassen”, betont Geschäftsführer Patrick Esser.

GDELS liefert Piranha 5 für TaWAN der Bundeswehr

Ein selbst entwickeltes Highlight ist der leistungsstarke Backpack-Jammer, der eine effektive und mobile Lösung zur Neutralisierung unerwünschter Drohnenaktivitäten darstellt. Die Weiterentwicklung geht aber stets voran, betont Patrick Esser: „Wir legen großen Wert darauf, stets am Puls der Zeit zu bleiben und unsere Technologien an die sich wandelnden Anforderungen unserer Kunden anzupassen.”

Funk Fuchs: Full Service für die drahtlose Kommunikation

Seit mehr als 50 Jahren steht für Funk Fuchs die drahtlose Kommunikation im Mittelpunkt. Oberstes Ziel des oberösterreichischen Unternehmens in Halle 7 ist die Sicherstellung von sicheren und stabilen Funkübertragungen in den Bereichen Sprechfunk, Funksteuerungen und Datenfunk.

„Als Full-Service-Anbieter sehen wir unsere Kompetenz nicht nur in einem qualitativ hochwertigen Produktangebot, sondern garantieren erstklassigen Service über den ganzen Lebenszyklus hinweg – von der Beratung bis zum Aftersales. Da wir in unserem umfassenden Portfolio auch Speziallösungen für Sondereinsatzkräfte anbieten, ist die Enforce Tac seit 2019 fixer Programmpunkt in unser Messeplanung”, ist Geschäftsführer und Anteilseigner Dietmar Schernhammer überzeugt.

Geschäftsführer der Funk Fuchs GmbH – ©Funk Fuchs
Die Geschäftsführer der Funk Fuchs GmbH, von links nach rechts Wolfgang Strauß, Franz Fuchs und Dietmar Schernhammer.

Bei der Enforce Tac 2025 steht unter anderem die Präsentation der neuesten Kommunikations- und Headset-Generation für den Polizei- und Militäreinsatz im Fokus. Der 3M Peltor ComTac VIII verspricht eine optimierte System­integration im aktualisierten Design sowie hohe Benutzerfreundlichkeit und Komfort.

Zu Hause in den Ozeanen der Welt: Outer-Limits

Seit 2007 liefern Outer-Limits Lösungen für tauchende Spezialeinsatzkräfte (-> Rückblick auf die Outer Limits Experience Week 2024). Das Unternehmen entwickelt und vertreibt Ausrüstung für das Tauchen und Boarding und bietet außerdem weltweit Trainings und Beratungen für behördliche Kunden an. Bei der Enforce Tac sind in Halle 7 neben der Präsentation der aktuellsten Trockenanzug-Serie einige Neuentwicklungen zu sehen: Betauchbare Rucksäcke und Waffentaschen, extrem leichtgewichtige taktische Rettungswesten sowie eine Rettungsweste mit stichfester Innenblase.

Das Team von Outer Limits – ©Georg Krewenka
Familienunternehmen: Lukas, Thomas und Heidi Oswald, das Team von Outer-Limits.

Ulbrichts: Echter Schutz im Einsatz

Für polizeiliche und militärische Einheiten produziert Ulbrichts ballistische Helme mit hohen Schutzklassen und wenig Eigengewicht. Auf der Enforce Tac hat Thomas Poandl, Leiter Marketing & Kommunikation bei Ulbrichts (-> Interview mit Militär Aktuell), neben den Helmen Optio, Optio+ und Zenturio (-> Ulbrichts stellt neuen VPAM vor) auch Fortis im Gepäck. Der Schutzschild wertet alle Generationen der Ulbrichts-Helme mit Schutz vor Langwaffenkalibern auf. Die Entwicklung macht hier aber nicht halt: „Der nächste Schritt ist definitiv ein Schutz gegen Armor-Piercing-Munition”, verrät Thomas Poandl im Gespräch mit Militär Aktuell. Nachsatz: „Das stellt eine Weltneuheit im Bereich des echten Kopfschutzes dar.”

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Achleitner: Sonderschutzfahrzeuge „made in Tirol“

Mit seinen Sonderschutzfahrzeugen hat sich das Tiroler Familienunternehmen Franz Achleitner Fahrzeugbau längst auch international einen Namen gemacht. Im Portfolio hat das Unternehmen unter anderem den hochgeländegängigen Speedfighter, die geschützte Cabin Protect für unterschiedlichste standardisierte Lkw-Kabinen und mit dem Talos (auch am Stand in Halle 7 zu sehen) eine geschützte Version des Land Cruiser 300 in den Schutzklassen VPAM BRV VR7 sowie VR9.

Das österreichische Innenministerium hat sich zuletzt für seine Sondereinsatzeinheit WEGA für einen gepanzerter HMV Survivor I des Unternehmens entschieden und der auf einem MAN-Lkw-Fahrgestell aufgebaute PMV Survivor II kann kundenindividuell mit umfangreichen Sonderausstattungen wie Räumschildern, Rammdornen, Kamera-, Video- und Audio-Equipment versehen werden. Rheinmetall vertreibt den Achleitner-Spross im Rahmen einer Kooperation als Survivor R unter anderem auf dem deutschen Markt. Ein Großauftrag kam hier zuletzt vom deutschen Innenministerium, das mit gleich 55 Fahrzeugen des Typs seinen Sonderwagen 4 ablöst.

Achleitner Talos – ©Achleitner
Gut geschützt: Auf der Enforce Tac setzt Achleitner seinen Talos nicht ganz so spektakulär in Szene.

Auch heuer wieder im Gepäck hat Achleitner sein im vergangenen Jahr auf der Enforce Tac erstmals präsentiertes passives Türöffnungssystem. Das gemeinsam mit einer polizeilichen Sondereinheit entwickelte Insight soll Sondereinsatzkommandos und Spezialeinsatzkräften bei Zugriffen unterstützen und das Gefahrenpotenzial bei Einsätzen reduzieren.

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Quelle© Achleitner, MILPictures/Tom Weber, Georg Krewenka, Funk Fuchs, LMS Gear, Gloryfy, Kahles, Zero Compromise Optics, Corvus Defensio