Anlässlich der Militärparade zum 30. Jahrestag der Militär- und Polizeioperation „Oluja” (Sturm) präsentierte das kroatische Militär erstmals seinen Leopard 2A4HRV der Öffentlichkeit. Der Kampfpanzer spielt eine Sonderrolle im Übergang von der M-84A4-Sniper-Flotte zur dann modernsten Leopard-Version 2A8, die ab 2027 erwartet wird.
Die zwei präsentierten Leopard 2A4HRV sind nicht für Kampfeinsätze vorgesehen, sondern für Ausbildungszwecke und die Öffentlichkeitsarbeit. Sie ermöglichen es dem kroatischen Personal, auf dem Leopard-2-Fahrgestell zu trainieren und sich mit den grundlegenden Wartungs- und Betriebsverfahren vertraut zu machen.
Bereits 2014 und 2015 versuchte Kroatien, Leopard-2-Panzer zu erwerben, scheiterte jedoch aufgrund finanzieller Engpässe.

Am 28. Oktober 2024 unterzeichneten der kroatische Verteidigungsminister Ivan Anušić und der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius schließlich eine Absichtserklärung, in der sich Kroatien verpflichtete, 30 Kampfpanzern M-84 und 30 Schützenpanzern M-80 an die Ukraine (-> Aktuelle Meldungen aus dem Ukraine-Krieg) zu liefern. Im Gegenzug erklärte sich Deutschland bereit, Kroatien ab 2027 bis zu 50 Leopard-2A8-Panzer zu liefern.
Die besten Bilder der Militärparade
Operation „Oluja“
Kroatien hatte im August 1995 im Rahmen der Operation „Oluja” in einer knapp 84 Stunden dauernden Blitzoffensive die von Serbien unterstützte „Republik Serbische Krajina” (RSK) erobert. Die Offensive begann am 4. und endete am 7. August 1995.
Der international nicht anerkannte Staat RSK war 1991 im Zuge der Jugoslawienkriege entstanden und nahm über 18 Prozent der Gesamtfläche Kroatiens ein. Während des Bestehens der RSK kam es zu ethnischen Vertreibungen von mehreren Zehntausend Kroaten und Muslimen sowie zu Morden.
Im Jänner 1992 erfolgte die Anerkennung der unabhängigen Republik Kroatien – und damit auch ihrer territorialen Integrität – unter anderem durch Österreich und die EU. Im Zuge der Eroberung der RSK durch Kroatien flohen geschätzt 150.000 bis 200.000 Serben in Richtung Bosnien und Serbien.
Milan Babić, von 1991 bis 1995 Präsident der RSK, musste sich 2004 vor dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten. Auf Grundlage eines Geständnisses wurde er zu 13 Jahren Haft verurteilt. Er nahm sich am 5. März 2006 in seiner Zelle das Leben.

Auf kroatischer Seite wurde General Ante Gotovina von 2005 bis 2011 wegen Kriegsverbrechen angeklagt. Er wurde am 15. April 2011 in erster Instanz zu einer Haftstrafe von 24 Jahren verurteilt. Nach einer Berufung wurde er am 16. November 2012 in allen Anklagepunkten freigesprochen und nach sieben Jahren Haft entlassen.
Der 5. August ist in Kroatien in Erinnerung dieser Operation ein Nationalfeiertag.
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