Das deutsch-amerikanische Softwareunternehmen Walaris bietet mit Air Scout eine KI-basierte Lösung zur Drohnendetektion. Militär Aktuell hat David Sonntag, Senior Director Business Development, auf der Enforce Tac 2025 am Messestand besucht.

Herr Sonntag, auf welche Entfernung funktioniert Ihr System?
Das hängt von den eingesetzten Sensoren ab. Unsere Software analysiert die Daten von Sensoren, etwa Kameras und Radar. Bei leistungsstarken Sensoren können wir auf bis zu 3.000 Metern eine Drohne detektieren und sie bis 700 Metern auch klassifizieren, also benennen, um welche Art von Drohne es sich handelt. Bei Tag und bei Nacht. Übrigens funktioniert unsere KI auch zur Detektion von Land- und Seeobjekten. Wer eine Kleinstdrohne auf 700 Metern klassifizieren kann, der kann das auch mit einem Panzer oder einer Fregatte.

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Ist dazu immer ein Radar notwendig?
Nein, es ist immer eine Mischung aus zwei Sensoren. Unsere Philosophie ist: jeder Sensor hat seine Stärken und Schwächen. Daher gleichen wir die Schwäche eines Sensors durch die Stärke des anderen aus. In vielen Fällen ist das Radar mit elektrooptischen Kameras oder Thermalkameras kombiniert. Es gibt aber auch Kunden, die kein Radar wollen, um nicht entdeckt zu werden. Die bekommen dann einen Akustiksensor. Oder einen Sensor, der die Funkfrequenzen von Drohnen detektiert. Wobei man da erwähnen muss, dass nicht alle Drohnen Signale aussenden, etwa dann, wenn sie autonom oder kabelgebunden fliegen. Wir haben verschiedenste Sensortypen in unserer Software integriert, um alle Anforderungen von Kunden abzudecken.

©Militär Aktuell

Knackpunkt bei der Drohnenerkennung ist, den Vogel von der Drohne zu unterscheiden?
Es geht darum, sehr kleine Objekte, bei schlechten Lichtverhältnissen vor schwierigem Hintergrund und auf große Entfernung zu tracken und zu klassifizieren, damit ein Waffensystem die Daten so bekommt, um das Objekt auch abschießen zu können.

Wo ist die Software von Walaris im Einsatz?
Bei der Bundeswehr im Asul System (Anmerkung: Abwehrsystem gegen unbemannte Luftfahrzeuge) und in der Ukraine (-> aktuelle Meldungen aus dem Ukraine-Krieg). Auf der Enforce Tac zeigen wir mit Diehl Defence eine fahrzeuggebundene Lösung des Kinetic Defence Vehicle, wo die Sensoren auf einem Fahrzeug mit einer Remote-Waffen-Station kombiniert sind. Dort ist unsere KI im Einsatz.

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Wo entwickeln Sie die Software?
In Deutschland. Die Konzernmutter ist zwar in den USA, aber zwei Drittel der Mitarbeiter sind in Europa. Daher sitzen auch die IP-Rechte in Deutschland.

Wie läuft es für Sie auf der Enforce Tac?
Ich sage nur: Solution meets demand. Es gibt derzeit in der Drohnendetektion eine Fähigkeitslücke. Die besteht weniger in den richtig großen Systemen, sondern in diesen kleinen, mobilen schnell einsatzbaren Lösungen für untrainiertes Personal.

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Quelle©Stefan Tesch