Wie vom australischen Minister für Verteidigungsindustrie, Pat Conroy, im Fernsehen bekannt gegeben wurde, wird das japanische Unternehmen Mitsubishi Heavy Industries (MHI) für die australische Marine elf Stealth-Fregatten der Klasse Mogami New FFM bauen – zum Preis von umgerechnet 6,15 Milliarden Euro. Es handelt sich dabei um den bislang größten Rüstungsexporterfolg Japans.

Neben den aktuellen gemeinsamen Interessen an verstärkter maritimer Sicherheit in Südostasien ist der Zuschlag auch deshalb bemerkens- und begrüßenswert, weil Australien in diesen Tagen den 80. Jahrestag des Sieges über das Kaiserliche Japan und das Ende des Pazifikkriegs begeht.

©Militär Aktuell

Conroy erläuterte: „Die Fregatte der Mogami-Klasse von MHI wurde im Rahmen eines strengen und wettbewerbsorientierten Ausschreibungsverfahrens als die am besten geeignete Plattform bewertet, um die Leistungsanforderungen und strategischen Bedürfnisse der australischen Streitkräfte rasch zu erfüllen.”

Die japanische Regierung hatte MHI, mit Hauptwerft in Nagasaki, bereits im Dezember 2024 ermächtigt, gemeinsam mit Australien neue Fregatten zu entwickeln und zu fertigen, um an der Ausschreibung teilzunehmen. In einer Regierungserklärung aus Tokio hieß es damals: „Wie in der nationalen Verteidigungsstrategie festgelegt, baut Japan eine enge Kooperationsbeziehung mit Australien als ‚besonderem strategischen Partner’ im indopazifischen Raum auf – nach den USA an zweiter Stelle in unserer Verteidigungszusammenarbeit.”

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Das Programm SEA3000

Schon seit Jahren plant Australien die Beschaffung von elf neuen Mehrzweckfregatten, um die acht veralteten Fregatten der Anzac-Klasse abzulösen, die in den 1990er- und frühen 2000er-Jahren in Dienst gestellt wurden. Dieses Vorhaben läuft unter dem Nahmen SEA3000.

„Australiens neue Mehrzweckfregatten werden für den U-Boot-Krieg und die lokale Luftverteidigung ausgerüstet sein, um unsere maritimen Handelsrouten und die nördlichen Zugänge zu sichern”, so das australische Verteidigungsministerium.

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Weiterentwicklung eines bestehenden Designs

MHI zählt im internationalen Kriegsschiffbau zu den effizientesten Herstellern. Von der ursprünglichen Mogami-Klasse für die japanische Marine wurden seit dem ersten Stapellauf im März 2021 bis zum 19. Juni 2025 bereits acht Einheiten in Dienst gestellt. Weitere drei hatten bis Anfang Juli bereits Stapellauf. Die erste „New FFM” oder „06FFM” für die japanische Marine ist bereits auf Kiel gelegt.

MHI konnte Australien, dessen Zuschlag übrigens deutlich früher als erwartet kam, daher zusichern, dass die erste australische FFM-Fregatte bereits 2029 in Dienst gestellt werden kann. Diese modernisierte Fregatte ist eine Weiterentwicklung der ursprünglichen Mogami-Klasse. Sie ist 142 Meter lang, 17 Meter breit und hat eine Normverdrängung von 4.880 Tonnen. Die Reichweite liegt bei rund 10.000 Seemeilen (circa 18.500 Kilometer).

Japan: MHI baut elf Fregatten für Australien – ©Wikimedia
Ausschlaggebend für die Wahl der „Mogami New FFM” soll die erhöhte Anzahl an Vertikalstartzellen gewesen sein.

Bei den Ausstattungsmerkmalen sind speziell das verbesserte Radar, ein Mark-41-VLS-System mit 32 Startzellen (statt 16 wie im Vorgängermodell) und die Möglichkeit zum Start eines gemischten Arsenals an See- und Luftzielflugkörpern hervorzuheben.

Gerade diese erhöhte Anzahl an Vertikalstartzellen – im Vergleich zur zuletzt als einziger Konkurrent übrig gebliebenen und somit leer ausgegangenen deutschen MEKO A-200 von Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) – soll laut australischen Medien den Ausschlag für die Entscheidung gegeben haben, auch wenn das japanische Angebot angeblich teurer war. Der Vertragsabschluss ist bis Ende des Jahres geplant. Aus aktueller Sicht sollen die ersten drei bis vier Schiffe bei MHI in Nagasaki gebaut werden, die restlichen auf der Henderson-Werft in Westaustralien.

Hier geht es zu weiteren Meldungen rund um die australischen Streitkräfte.

Quelle©Strategic Analysis Australia, Wikimedia