Virzeleutnant Hubert Kneissl übt einen im Bundesheer sehr ungewöhnlichen Beruf aus, wie er im Gespräch mit Militär Aktuell verrät. Er ist dafür verantwortlich, dass die medizintechnischen Geräte der Sanitätslager in Eisenerz und in Wien einwandfrei funktionieren.

Herr Vizeleutnant, worin genau besteht Ihre militärische Aufgabe?
Als Medizintechniker der beiden Sanitätslager bin ich dafür verantwortlich, dass die medizintechnischen Geräte des Bundesheeres einwandfrei funktionieren. Dabei handelt es sich um ein ziemlich großes Aufgabengebiet. In Summe verfügt das Heer über rund 19.000 medizintechnische Geräte, die regelmäßig geprüft werden müssen.

Und jedes Gerät kommt irgendwann zur Überprüfung?
Richtig. Man muss sich das vorstellen wie beim „Pickerl” für das Auto. Mit meiner Freigabe garantiere ich die volle Funktionsfähigkeit.

VIZELEUTNANT HUBERT KNEISSL übt einen im Bundesheer sehr ungewöhnlichen Beruf aus. Er ist dafür verantwortlich, dass die medizintechnischen Geräte der Sanitätslager in Eisenerz und in Wien einwandfrei funktionieren.
Vizeleutnant Hubert Kneissl ist Medizintechniker im Sanitätslager Eisenerz.

Welche Geräte sind das konkret?
Gerade eben habe ich die Ableitströme eines Herzüberwachungsgeräts überprüft, um zu garantieren, dass der Patient bei der Untersuchung keinen Stromschlag bekommt. Es kommen aber auch Defibrillatoren, Beatmungsgeräte und Blutzuckermessgeräte zu uns. Im Grunde überprüfe ich das gesamte Spektrum an medizintechnischen Geräten. Denn alles, was es in der Privatwirtschaft gibt, haben auch wir beim Bundesheer zur Verfügung.

Was gehört sonst noch zu Ihren Aufgaben?
Zu meinen Aufgaben gehört es auch, neu angeschaffte Geräte entsprechend zu testen und abzunehmen, bevor diese in unsere Bestände aufgenommen werden. Und es gilt zu entscheiden, bei welchen Altgeräten es sich lohnt, sie wieder instand zu setzen. Etwa wenn lediglich ein Akku getauscht gehört.

Welche Ausbildungen sind für Ihre Tätigkeiten erforderlich?
Ich habe in den 1990er-Jahren eine Ausbildung zum diplomierten Elektroniker absolviert. Neben dieser fachlichen Grundlage waren diverse Weiterbildungsmodule und -kurse nötig, die bei Einrichtungen wie dem TÜV oder dem Wifi angeboten werden. Auch der Besuch von Schulungen der Gerätehersteller ist regelmäßig nötig, um als Medizintechniker überhaupt entsprechende Überprüfungen durchführen zu dürfen. Schließlich werden die Geräte technisch immer komplexer – gerade im Bereich der Defibrillatoren.

Lesen Sie dazu auch den Bericht von unserem Truppenbesuch im Sanitätslager Eisenerz. Hier geht es zu den anderen Beiträgen unserer Serie „5 Fragen an”.

Quelle@Sebastian Freiler