Seit Herbst 2024 leitet Major Benjamin Jäger die Geschicke des Militärhundezentrums Kaisersteinbruch des Österreichischen Bundesheeres. Militär Aktuell bat den Offizier anlässlich der heurigen Militärhundetaufe zum Interview.

Herr Major Jäger, was sind eigentlich die Aufgaben von Militärhunden?
Die Militärhunde des Bundesheeres werden vielseitig eingesetzt. Sie kommen im Waffenschutzdienst sowie im Spürdienst für Sprengstoff und Suchtgift zum Einsatz. Auch bei der Kampfmittelabwehr – wo es mithilfe von Hunden möglich ist, Sprengfallen oder Ähnliches auf Distanz zu erkennen – spielen sie eine wichtige Rolle. Bei der Militärpolizei und dem Jagdkommando werden sie zudem als Zugriffshunde verwendet.
Kann jeder Hund alles oder gibt es Spezialisierungen?
Es gibt klare Spezialisierungen. Wir unterscheiden zwischen Monohunden und Dualhunden. Monohunde sind in einer Fachrichtung – meistens dem Schutzdienst – ausgebildet. Dualhunde beherrschen zusätzlich den Spürdienst.
Welche Rassen kommen zum Einsatz?
Die Mehrheit unserer eingesetzten Militärhunde sind Rottweiler – sie werden auch direkt bei uns in Kaisersteinbruch gezüchtet. Darüber hinaus nutzen wir hauptsächlich Belgische Schäferhunde. Im Bereich der Kampfmittelabwehr und Fährtenarbeit kommen auch Labradore zum Einsatz. Diese züchten wir allerdings nicht selbst, sondern kaufen sie zu.
Wie lange dauert die Ausbildung, bis ein Hund einsatzbereit ist?
Wenn wir zum Beispiel die heute getauften Welpen hernehmen – die sind aktuell in der elften Lebenswoche –, dann durchlaufen sie bis zum ersten Lebensjahr eine Modulausbildung mit insgesamt vier Modulüberprüfungen. Nach erfolgreichem Abschluss von Modul 4 beginnt die eigentliche Einsatzausbildung, die etwa 13 bis 16 Wochen dauert.
Was für Grundvoraussetzungen muss ein Militärhundeführer mitbringen, und aus welchen Waffengattungen kommen diese Kameraden?
Militärhundeführer kommen grundsätzlich aus allen Waffengattungen. Die Liebe zum Tier, insbesondere zum Hund, ist unerlässlich – ebenso wie ein gutes Gespür für lösungsorientiertes Arbeiten im Team mit dem Hund. Zusätzlich gibt es ein zweiwöchiges Auswahlverfahren, das auch psychologische Tests beinhaltet.
Wo werden Militärhunde eingesetzt?
Sie kommen unter anderem bei den Munitionsanstalten, der Militärpolizei, dem Jagdkommando, dem Kommando Luftraumüberwachung in Zeltweg sowie auf großen Truppenübungsplätzen wie Allentsteig zum Einsatz.
Blicken wir in die Zukunft: Nimmt die Bedeutung von Militärhunden eher zu oder ab?
Die Bedeutung nimmt meiner Meinung nach klar zu. Das liegt vor allem daran, dass das Aufgabenspektrum deutlich breiter geworden ist – und viele dieser Aufgaben durch den gezielten Einsatz von Militärhunden effektiv abgedeckt werden können.
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