Saab und Embraer haben gemeinsam mit der brasilianischen Luftwaffe (FAB) die Zertifizierungskampagne zur Luftbetankung des lokal als J-39E bezeichneten Gripen E durch das Mehrzwecktransportflugzeug KC-390M erfolgreich beendet.
Die Tests fanden am Gripen Flight Test Centre in den Embraer-Werken im brasilianischen Gavião Peixoto statt und wurden vom Luft- und Raumfahrtforschungszentrum DCTA der FAB geleitet.
In mehreren Testflügen überprüften Ingenieure und Testpiloten von Saab, Embraer und der FAB unterschiedliche Fluglagen, Geschwindigkeiten und Höhen. Die KC-390M erwies sich dabei als „äußerst stabiler Tanker mit günstigem Wirbelschleppenprofil, während der Gripen E dank moderner Fly-by-Wire-Steuerung präzise auf die Betankung reagieren konnte”, wie es in einer gemeinsamen Aussendung des Unternehmens heißt.
Die Kampagne verfolgte zwei Hauptziele: Einerseits die Qualifizierung des Gripen E als Luftbetankungsempfänger – ein zentraler Schritt zur Bestätigung von Flugverhalten, struktureller Belastbarkeit und Stabilität des Jets. Und andererseits der Nachweis der vollständigen Kompatibilität beider Muster über den gesamten Flugbereich des KC-390M – inklusive Betankungen bei hoher Geschwindigkeit sowie bei Tag und Nacht.
Mit der erfolgreichen Luftbetankung wächst die operative Reichweite des Gripen E deutlich, während die Interoperabilität beider modernsten FAB-Plattformen weiter gestärkt wird. Für die brasilianische Luftwaffe, die beide Muster betreibt, ist das Zusammenspiel ein strategischer Vorteil.
„Die erfolgreiche Kampagne zeigt den hohen Integrationsgrad aller beteiligten Teams und markiert einen neuen operativen Reichweitenstandard für den Gripen E”, betont Mikael Olsson, Leiter Flugerprobung bei Saab.
Auch Embraer sieht die Ergebnisse als Bestätigung: Der KC-390M könne in wenigen Stunden zum Tanker umgerüstet werden und biete damit weltweit einzigartige Flexibilität, so COO Walter Pinto Júnior. FAB-Programmleiter Oberst George Luiz Guedes de Oliveira spricht von einem „grenzüberschreitenden Erfolg”, der schwedische Technologie, brasilianische Ingenieurskunst und die Einsatzexpertise der Luftwaffe vereine.
Die Nachweise gehen nun an die schwedische Militärluftfahrtbehörde SE-MAA und anschließend an das brasilianische Zertifizierungsinstitut IFI. Erst nach deren Prüfung gilt die Luftbetankungsfähigkeit offiziell als zertifiziert.
Die FAB führte die Erprobung unter dem Namen „Operation Samaúma” durch – mit rund 40 beteiligten Spezialisten. Brasilien gehört damit zu den wenigen Nationen, die Luftbetankungssysteme vollständig in Eigenregie entwickeln, testen und verifizieren können.
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