Das griechische Unternehmen SAS Technology hat eine Testreihe mit der Angriffsdrohne Sarisa II (SRS-2A) erfolgreich abgeschlossen. Die Drohne kann sowohl ungelenkte als auch laser-gelenkte 70-Millimeter-Raketen des Typs Thales FZ275 abfeuern – die gleiche Lenkwaffe, die künftig auch beim neuen leichten Mehrzweckhubschrauber Leonardo AW169 Lion des Österreichischen Bundesheers zum Einsatz kommt.

Vom 10. bis 12. Februar führte SAS Technology auf dem Testgelände Litochoro (Griechenland) Schießversuche mit der Sarisa II durch. Die Tests fanden unter Aufsicht des griechischen Verteidigungsministeriums und mit Beteiligung von Thales Belgium sowie Hellenic Defence Systems (HDS) statt. Dabei traf die Sarisa II präzise ihre Ziele mit beiden Varianten der FZ275-Rakete.

Drohne feuert Thales-Rakete ab – ©SAS Technology
Das UAV feuerte eine Rakete auf ein 5 x 5 Meter großes Ziel mit einem 2 x 2 Meter großen Mittelteil ab. Der Treffer wurde mit einer Abweichung von 0,2 Metern registriert.

Am letzten Tag der Testreihe fand eine Vorführung für das Kommando der griechischen Streitkräfte sowie für ausländische Delegationen statt. Dabei feuerte die Drohne eine FZ275 LGR-Rakete aus 450 Metern Höhe im Schwebe- und Horizontalflugmodus ab, bewahrte dabei ihre Stabilität und erzielte eine Abweichung von weniger als einem Meter.

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Thales FZ275 LGR – 2,75” (70 Millimeter) semiaktiv-lasergeführte Rakete

Die Entwicklung der 2,75-Zoll (70 Millimeter) Faltflossen-Luft-Boden-Rakete reicht bis in die späten 1940er-Jahre zurück. Die etwa zwölf Kilogramm schwere Hydra 70 wird aus Mehrfachwerfern einzeln oder in Salven gestartet, erreicht kurz nach dem Abschuss rund Mach 2 und besitzt eine effektive Reichweite von fünf bis acht Kilometern. Ihr geringes Gewicht erleichtert das Handling am Boden, sodass das Nachladen durch das Personal schnell und ohne technische Hilfsmittel erfolgen kann.

70-Millimeter-Rakete FZ275 – ©Archiv
Das Bundesheer beschafft umgelenkte und Laser-gelenkte Versionen der 70-Millimeter-Rakete FZ275.

Die FZ275 von Thales ist eine vollständig europäische Rakete, die voll kompatibel mit dem Hydra-70-System ist. Die LGR-Variante verfügt über einen semiaktiven Lasersucher sowie vier ausklappbare Canards zur Steuerung. Mit einer Länge von 1,8 Metern und einem Gewicht von 12,7 Kilogramm ist sie mit einem 4,1 Kilogramm schweren hochexplosiven Gefechtskopf ausgestattet, der vorgefertigte Splitter enthält. Die effektive Einsatzreichweite beträgt bis zu sieben Kilometer, wobei auf Entfernungen bis zu sechs Kilometern eine Abweichung von weniger als einem Meter erreicht wird. Der tödliche Splitterradius beträgt neun Meter.

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Zieltypen für die FZ275 umfassen weiche und leicht gepanzerte Fahrzeuge, Radar- und Kommunikationsanlagen sowie unbefestigte oder leicht befestigte Stellungen.

Tests und Einsätze zeigen, dass die Rakete bei optimaler Abfanggeometrie (Tangentialgeschwindigkeit des Ziels unter 60 km/h) auch gegen bewegliche Bodenziele sowie gegen Luftziele wie Drohnen oder Marschflugkörper wirksam sein kann. Ursprünglich für Luftfahrzeuge entwickelt, wird die Waffenfamilie mittlerweile auch von bodengebundenen Trägersystemen eingesetzt. Die Zielzuweisung erfolgt über einen codierten Laserstrahl, der entweder vom Waffenträger selbst oder von einer externen Quelle stammt.

AW169MA mit Bewaffnungspaketen – ©Militär Aktuell
Der AW169MA wird als erstes Luftfahrzeug der Bundesheer-Geschichte über Luft-Boden-Lenkwaffen verfügen.

Beim Bundesheer wird das Waffensystem Thales FZ275 LGR für den leichten Mehrzweckhubschrauber Leonardo AW169MA beschafft. Dieser kann bis zu zwei Werfer des Typs FZ233 aufnehmen, die jeweils mit sieben ungelenkten oder gelenkten FZ275-Raketen bestückt werden. Die Auslieferung beginnt noch in diesem Jahr.

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Quelle©SAS Technology, Archiv, Militär Aktuell