Wie berichtet, will das US-Verteidigungsministerium unter Verteidigungsminister Pete Hegseth die laufenden Projekte zum trägergestützten 6.-Generation-Kampfflugzeug F/A-XX sowie zum Frühwarnflugzeug E-7 Wedgetail einstellen. Die Begründung: ausufernde Kosten, massive Verzögerungen und eine angeblich begrenzte industrielle Kapazität. Im Budgetentwurf für 2026 sind daher lediglich Mittel für die Abschlussetappe der F/A-XX-Entwicklung vorgesehen – nicht jedoch für Bau und Beschaffung. Auch das E-7-Programm soll gestrichen werden.
Doch nun regt sich massiver Widerstand im US-Kongress. Der Haushaltsausschuss des Senats, zuständig für die Zuweisung finanzieller Mittel, hat sich mit breiter Mehrheit gegen die Kürzungspläne ausgesprochen. In einem am 31. Juli vorgelegten Gegenentwurf sind 1,4 Milliarden US-Dollar (gut 1,2 Milliarden Euro) für das F/A-XX-Programm sowie 647 Millionen US-Dollar (558 Millionen Euro) für die Beschaffung des E-7 veranschlagt.
Marine warnt vor Fähigkeitsverlust

Gerade die US Navy zeigt sich alarmiert. Admiral Daryl Caudle, von Präsident Donald Trump als nächster Chief of Naval Operations nominiert, betont die Dringlichkeit: „Wir müssen so schnell wie möglich ein trägergestütztes Kampfflugzeug der 6. Generation einsetzen – sonst verlieren wir unseren Vorsprung.” Ohne F/A-XX drohe die Marine, ihre technologische Überlegenheit gegenüber aufholenden Gegnern wie China zu verlieren. Dessen Luftwaffe testet mit J-36 (-> Neues zu Chinas J-36) und J-50 bereits eigene Jets der nächsten Generation.
Caudle warnt, dass die Navy andernfalls auf Super Hornets der 4. Generation und zusätzliche F-35C zurückgreifen müsste – mit fraglicher Wirkung. Die F/A-XX sei mit KI-gestützten Systemen, Stealth-Technologie und Drohnenschnittstellen ein essenzieller Schritt zur Absicherung künftiger Trägerkampfgruppen.

Wedgetail vor dem Aus?
Auch beim E-7 meldet sich Widerstand. Senatorin Lisa Murkowski kritisierte das Vorhaben des Pentagons scharf: „Die E-3-Flotte ist kaum noch einsatzfähig. Wir können nicht einfach Klebeband draufkleben und hoffen, dass es hält.” Auch 19 ehemalige US-Luftwaffengeneräle forderten den Fortbestand des E-7-Programms, das für sie ein unverzichtbarer „Quarterback” der Gefechtsfeldaufklärung ist – insbesondere in Zeiten, in denen die veralteten E-3 Sentry zunehmend ausfallen.

Industrielle Kapazitäten und strategische Zielkonflikte
Im Pentagon sieht man hingegen die Gefahr einer Überlastung der US-Rüstungsindustrie. Zwei gleichzeitige Next-Gen-Kampfflugzeugprogramme – F-47 für die USAF und F/A-XX für die Navy – könnten Kapazitäten überstrapazieren. Während Boeing an beiden Projekten beteiligt ist und die Machbarkeit betont, sieht man im Verteidigungsministerium die Notwendigkeit zur Priorisierung. Lockheed Martin ist in beiden Programmen nicht mehr vertreten und bietet lediglich einen erweiterten F-35 als Übergangslösung an. Northrop Grumman ist ebenfalls im Rennen um die F/A-XX.

Showdown im Kongress steht bevor
Der Vorstoß des Senats ist ein Erfolg für Befürworter beider Programme – aber noch lange kein endgültiger Beschluss. Das Repräsentantenhaus sieht im Vergleich geringere Mittel für F/A-XX (838 Millionen Euro). Nun müssen beide Kammern eine Einigung finden, bevor Präsident Trump den finalen Haushalt 2026 unterzeichnet.
Ein politisches Tauziehen mit strategischen Implikationen: Denn der Ausgang dieser Debatte wird nicht nur über zwei Flugzeugtypen entscheiden – sondern über die künftige Schlagkraft der US-Streitkräfte im Indo-Pazifik und darüber hinaus.
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