Der F-35 von Lockheed Martin gilt als modernster Kampfjet der Welt (-> Siehe dazu auch Interview mit Tschechiens Air Chief Generalmajor Petr Čepelka). Eine Prüfung der Aufsicht des US-Verteidigungsministeriums (DoD) über die Leistung von Auftragnehmern für die Wartungsverträge des F-35 Joint Strike Fighter hat nun allerdings schwere Mängel aufgezeigt.
Das F-35-Programm ist das größte Beschaffungsprogramm des US-Verteidigungsministeriums mit geschätzten Kosten von rund zwei Billionen Euro für den Kauf, den Betrieb und die Wartung der F-35 über ihre gesamte Lebensdauer. Das F-35 Joint Program Office (JPO) ist für die Produktion und die Wartungsverträge der F-35 sowie für die Aufrechterhaltung eines umfassenden Wartungsplans verantwortlich. Allein die Wartungskosten über die Lebensdauer des Programms werden sich schätzungsweise auf 1,34 Billionen Euro belaufen.
Die Arbeit des JPO steht nun in der Kritik. Unzureichende Aufsicht und fehlende Vertragsanforderungen haben dazu geführt, dass Mindestanforderungen der Streitkräfte an die Einsatzbereitschaft nicht erfüllt werden, so heißt es in einem aktuellen Bericht – und das, obwohl bis Juli 2025 bereits 1,45 Milliarden Euro an Lockheed Martin gezahlt wurden.
Das DoD hat demnach die Vertragsleistung von Lockheed Martin bei den Wartungsverträgen für die F-35 nicht ausreichend überwacht. Zudem sei Lockheed Martin nicht immer für schlechte Leistungen zur Verantwortung gezogen worden.
Das US-Verteidigungsministerium weiß nicht, wo sein Eigentum ist
Im Juni 2024 geschlossene Wartungsverträge enthielten der Prüfung zufolge außerdem keine messbaren Leistungsanforderungen (zum Beispiel zur Einsatzbereitschaft der Flugzeuge) und keine wirksamen Anreizmechanismen. Zudem wurden Inspektions- und Berichtsanforderungen für Regierungsmaterial nicht durchgesetzt. So hatte die Defense Contract Management Agency (DCMA) des Pentagon keinen Zugang zu Bestandsdaten, obwohl dies vertraglich vereinbart war.

Das Verteidigungsministerium sei damit nicht in der Lage, selbstständig zu überprüfen, welche Ersatzteile es besitzt und wo sich diese befinden. Ohne Zugriff auf technische Daten und Bestandsdaten verlieren die US-Streitkräfte ihre logistische Souveränität und werden bei jedem längeren Einsatz faktisch von Lockheed Martin abhängig.
Trotz bekannter Mängel – etwa unvollständiger Inventarberichte, im September fehlten rund 4.000 Teile in der Endmontagephase – wurden der Prüfung zufolge keine Korrekturanforderungen an Lockheed Martin gestellt. Und das, obwohl alle staatlichen Auftragnehmer gesetzlich verpflichtet sind, ein akzeptables Vermögensverwaltungssystem einzurichten und zu unterhalten.
Weiterhin mangelnde Einsatzbereitschaft
Das F-35 JPO hat in den Luftfahrzeug-Wartungsverträgen vom Juni 2024 keine Anforderungen an die Einsatzbereitschaft der Flugzeuge aufgenommen, die notwendig gewesen wären, um Leistungsanreize für Lockheed Martin zu schaffen und diese bewerten zu können.
So kommen die drei Teilstreitkräfte – US Air Force (F-35A), US Navy (F-35C) und US Marines (F-35B und F-35C) – laut Prüfung im Mittel nur auf rund 50 Prozent Verfügbarkeit der Flugzeuge. Selbst die bei den Staffeln im Einsatz befindlichen Maschinen erreichen mit 52 bis 68 Prozent nicht die geforderten 70 Prozent. Die Flugzeuge der Ausbildungseinheiten liegen demnach mit einer Verfügbarkeit von 32 bis 45 Prozent im Durchschnitt noch deutlich darunter.

Auch bei der vollen und teilweisen Einsatzfähigkeit der Maschinen in den Staffeln werden die Sollwerte laut Prüfung nirgends erreicht. Am besten schneidet noch die A-Version der US Air Force ab, mit knapp 70 Prozent statt der geforderten 80 bis 85 Prozent.
Die Werte der B- und C-Versionen von US Navy und US Marines sind bei der vollen Einsatzfähigkeit dramatisch schlecht. Und selbst bei einer Bewertung als teilweise einsatzfähig kommen die Staffeln im Mittel nur knapp über 50 Prozent.
Mit Stand 14. Jänner 2025 betrieb und wartete das US-Verteidigungsministerium 462 F-35A-, 160 F-35B- und 102 F-35C-Flugzeuge.
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