Auf dem Luftwaffenstützpunkt Beja in Portugal haben sich kürzlich sieben europäische Länder zu einem intensiven taktischen Training versammelt, das nicht nur die flugtechnischen Fähigkeiten verbessert, sondern auch die Zusammenarbeit untereinander stärken sollte: der European Tactical Airlift Programme Course (ETAP-C). Dieser Kurs bildet eine wichtige Grundlage für die gemeinsame militärische Bereitschaft.

European Tactical Airlift Programme Course in Portugal – ©Roman Bournonville
Geübt wurde die Zusammenarbeit untereinander.

Indem Besatzungen aus verschiedenen Ländern nach denselben europäischen Taktiken, Techniken und Verfahren trainierten, entstand eine gemeinsame operative Vorgehensweise, die in Situationen, in denen ein schneller, koordinierter Einsatz erforderlich ist, von entscheidender Bedeutung ist. Auf diese Weise trägt ETAP-C zur Widerstandsfähigkeit des taktischen Lufttransports in Europa bei.

Realitätsnahe Missionen

ETAP-C bot den Teilnehmern eine breite Palette taktischer Missionen, darunter Luftversorgung, Luftlandungen und Formationsflüge. Die Trainingsphase basierte auf dem Prinzip „Trainiere wie du kämpfst, kämpfe wie du trainierst”. Das bedeutet, dass sich die Übung nicht auf Simulationen beschränkte, sondern so weit wie möglich der Intensität realer Einsätze entsprach. Diese realistischen Elemente wurden hinzugefügt, während die Besatzungen ihre Aufgaben ausführten, um ihre Entscheidungsfindung und ihr Situationsbewusstsein zu testen.

European Tactical Airlift Programme Course in Portugal – ©Roman Bournonville
In Summe kamen bei ETAP-C sieben Flugzeuge zum Einsatz.

Von Luftlandungen über kombinierte Luftoperationen bis hin zu Reaktionen auf simulierte Bedrohungen, die von elektronischer Kriegsführung über Luftabwehr bis hin zur Anwesenheit feindlicher Fahrzeuge reichen: Die Besatzungen wurden realistischen Szenarien ausgesetzt, die dem Druck und der Komplexität des Schlachtfeldes so weit wie möglich glichen.

Multinationale Zusammenarbeit in Aktion

Sieben Länder haben aktiv an ETAP-C 2025 teilgenommen: Belgien, Luxemburg, Deutschland, Frankreich, Italien, Polen und Portugal. Sie setzten insgesamt sieben Flugzeuge ein, darunter die A400M, C-130-Varianten, CN235 und C-390M. Zusätzlich zu den fliegenden Einheiten stellten die europäischen Länder Personal zur Unterstützung bei der Planung, Aufklärung und Ausarbeitung des Szenarios zur Verfügung. Jedes Land hatte auch ein eigenes Team für die technische Unterstützung.

Die Zusammenarbeit zwischen den Luftstreitkräften erfolgte strukturiert unter der Leitung des European Tactical Airlift Centre (ETAC). Dieses Zentrum koordinierte die Übung vom Konzept bis zur Durchführung und sorgte so dafür, dass alle Teilnehmer nach den gleichen Standards arbeiteten. Trotz unterschiedlicher Sprachen und nationaler Verfahren sorgte die Standardisierung für eine reibungslose Integration.

Türkischer Tarnkappen-UCAV Bayraktar Kizilelma erhält eingebettetes Zielsystem

Investition in die europäische Sicherheit

ETAP-C versteht sich als „Investition in die kollektive Sicherheit Europas”. Durch gemeinsames Training unter realistischen Bedingungen entwickeln die Besatzungen wichtige Fähigkeiten wie das Reagieren auf Bedrohungen, das Fliegen in Formation und das Treffen von Entscheidungen unter Druck. Die Teilnehmer lernen, bei komplexen Operationen effektiv mit anderen Nationen zusammenzuarbeiten, zusätzlich zum operativen Einsatz ihrer eigenen Ausrüstung.

Hier geht es zu weiteren Meldungen rund um die italienischen Streitkräfte, hier zu weiteren Meldungen rund um die belgischen Streitkräfte, hier zu aktuellen Meldungen rund um Polens Streitkräfte, hier zu weiteren Berichten rund um die Bundeswehr, hier zu weiteren Meldungen rund um die portugiesischen Streitkräfte und hier zu weiteren Meldungen rund um die französischen Streitkräfte.

Quelle©Roman Bournonville